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Friedhofsgeschichten : Der Friedhof: Ein sehr lebendiger Ort

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Marina Frommer aus Osterby sammelt Friedhofsgeschichten für ihr erstes Buchprojekt / Sie hofft auf zahlreiche Zusendungen

von
erstellt am 14.Mai.2016 | 06:02 Uhr

Marina Frommer sucht das Lebendige auf den Friedhöfen. „Wo Tote sind, findet auch Leben statt“, sagt die 59 Jahre alte Osterbyerin. 2013 war Frommer Vorsitzende des Friedhofsausschusses der Kirchengemeinde Hütten, sie setzte sich damals intensiv mit dem Thema auseinander. „Wenn ich mit jemandem über den Tod, Trauer und Beerdigung sprach, bekam ich Geschichten erzählt, die sich auf Friedhöfen oder rund um die Kirche ereignet haben sollen“, sagt sie. Trotz der traurigen Umstände würden sich oftmals Situationen ergeben, die gar nicht so ins Bild passten. Lustige, skurrile, und vor allem menschliche Situationen.

Für ihre erste Geschichte hat Marina Frommer eine kleine Odyssee und spannende Recherchen hinter sich. Diese Erfahrung sollte es auch sein, die bei Marina Frommer die Lust auf das Buch-Projekt weckte. „Auf dem Hüttener Friedhof bin ich auf ein ungewöhnliches Grab gestoßen“, erzählt sie. Das Grab, etwas abseits gelegen, wurde bereits übergemäht, schien seit Jahren nicht mehr gepflegt worden zu sein. 1946 wurde dort ein Paul Eduard Maatz beerdigt. Marina Frommer wurde neugierig und begann nachzuforschen. Sie fand heraus, dass der Mann aus einer Schausteller-Dynastie stammt und gar nicht in den Hüttener Bergen lebte. Viel mehr darüber verraten, wollte die Osterbyerin aber noch nicht. Da soll später in ihrem Buch nachzulesen sein.

Etwa zwölf Geschichten hat Marina Frommer schon zusammen, die ihr Freunde und Bekannte erzählt haben. Entweder hat sie sie nach den Erzählungen aufgeschrieben oder sie hat sie bereits in Textform erhalten. Doch die Osterbyerin will noch mehr Geschichten sammeln, um daraus zum Ende des Jahres ein Buch herauszugeben. „90 Seiten werden es bestimmt“, sagt sie. Da gibt es zum Beispiel die Geschichte über zwei Kinder, die bei der Trauerfeier mit einer Schaufel immer wieder Erde in das offene Grab schippen. „Das Loch muss doch erst zu sein“, sagten sie ihrer Mutter, die sie leise aufforderte, jetzt aufzuhören. Von einer Frau aus Dänemark bekam sie die Anekdote eines Pastors, der die Trauergesellschaft suchte. Die Frau schrieb: „Der Pastor suchte die Beerdigung und hatte dabei meinen Vater in der Tasche“, so die schöne Formulierung der Erzählerin. Oder da war die Handtasche, die einer Frau ins Grab fiel und bei den Trauernden für lautes Lachen sorgte. Menschliche Regungen eben. „Ich möchte ein Tabu brechen“, erläutert sie ihre Motivation, „und diesen Ort und das Thema Leben und Tod in ein anderes Verhältnis setzen und damit in ein positiveres Licht stellen.“ Schon sehr bekannt in der Region ist die Geschichte von dem Mann der Küsterin, der das quietschende Tor zum Friedhof so gut ölte, dass Rehe keine Probleme hatten, hindurchzugelangen, um die Knospen in den Beeten abzufressen.

Marina Frommer hofft nun auf viele weitere Geschichten, die sich auf Friedhöfen, nicht nur auf dem Hüttener, ereignet haben. Wer eine Geschichte selbst erlebt hat, kann diese an Marina Frommer schicken. Der Umfang soll aber 15 DIN A4 Seiten nicht übersteigen. Die Texte werden von ihr lektoriert und korrigiert, für den Autor entstehen keine Kosten, es gibt aber auch kein Honorar. Einsendungen nimmt Frommer noch bis zum 30. Juni unter marina.frommer@fiete.net entgegen.

 

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