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Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 19:57 Uhr

Seegras : Der Fluch des Ostwinds

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Unmengen von Seegras liegen am Strand. Der Ostwind treibt das Naturgut zuhauf an die Küste, und keine Kapazitäten waren bislang für den Abtransport frei. Dennoch: Nächste Woche kommt das Seegras weg.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2014 | 06:09 Uhr

Den kompletten Küstenabschnitt vom Hafen bis zum Südstrand überzieht derzeit ein weiches Kissen: Seit Tagen türmen sich ganze Seegrasberge am Strand auf. Sie sollen in der kommenden Woche abtransportiert werden, sagt Hans-Peter Möller von der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG). „Wir hätten es gern schon früher gemacht, aber wir werden den großen Mengen an Seegras mit unserem eigenen Gerät nicht mehr Herr. Deshalb arbeiten wir mit einem Lohnunternehmen zusammen, das zurzeit mit der Maisernte zu tun hat.“

Der Kampf mit dem Seegras ähnele einem Kampf gegen Windmühlen. „Seit Juli haben wir östliche Winde, wie wir es seit Jahren nicht erlebt haben. Das hat uns zwar das gute Wetter gebracht, aber es bringt uns auch das Seegras. Wenn wir jetzt mit dem Abtransport beginnen würden, wäre der Strand sofort wieder voll.“ Deshalb freut sich Hans-Peter Möller auf das Wochenende, an dem der Wind auf West drehen soll.

Tatsächlich hat die ETMG in diesem Jahr schon 1300 Tonnen Seegras über die Kompostierungsanlage entsorgen lassen – doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2013. Das hat 30 000 Euro gekostet, und in diesem Jahr dürfte es noch mehr werden. Zwar soll das Seegras gut als Dämmstoff geeignet sein, jedoch lohnt sich der Abtransport nicht. „Wir könnten das Seegras kostenlos in einer Verwertungsanlage in Mecklenburg-Vorpommern abgeben“, so Hans-Peter Möller, aber die Spritkosten wären höher als die Ersparnis.

Bis zu den Herbstferien säubert die ETMG für gewöhnlich den Strand. Erst danach lässt sie den Naturstoff liegen. Er dient der Sandbindung und damit dem Küstenschutz. Wasser und Wind können den Sand dann nicht mehr so leicht abtragen. Vor der Entscheidung, das Seegras liegenzulassen, war der Kurpark über manchen Winter mit Sand zugeweht worden. Möller: „Wir wollen den Strand aber am Strand haben und nicht im Innenstadtbereich.“

Parallel zum Abtransport des Seegrases wird die Touristik in der kommenden Woche auch die letzten Strandkörbe abfahren. Denn auch wenn das Wetter noch gut ist – der nächste Herbststurm kann schneller kommen als gedacht. Das lehrt die Erfahrung.

 

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