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Eckernförder Zeitung

18. November 2017 | 09:47 Uhr

Stephan Sult : Der Fisch unter den Minentauchern

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Kapitänleutnant hat am Donnerstag seinen 1000. Tauchgang absolviert – Rekord in der Minentaucherkompanie.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2016 | 06:01 Uhr

Eckernförde | So viele Tauchgänge wie er hat sonst keiner seiner Kollegen: Kapitänleutnant Stephan Sult hat gestern am Marinestützpunkt seinen 1000. Tauchgang absolviert und wurde dafür von der gesamten Kompanie gefeiert.

Seit über 33 Jahren ist Stephan Sult Minentaucher, den ersten Tauchgang absolvierte er am 8. Juli 1982. Das war noch vor dem Tag, an dem sein jetziger Kompaniechef Kapitänleutnant Dennis Leukert geboren wurde. „Das ist schon beeindruckend“, so Leukert. Und es verdeutliche die Erfahrung, die Stephan Sult gesammelt hat.

Der 54-Jährige hat freiwillig seinen Dienst bis Ende 2018 verlängert. Er hilft der Minentaucherkompanie damit sehr, denn die Spezialeinheit leidet unter fehlendem Nachwuchs. Nur die Hälfte der Stellen sind besetzt. Sults Einsatz zeuge deshalb von „großer Verbundenheit und Einsatzbereitschaft“, so Leukert. Er sei ein „Garant für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Minentaucherkompanie“.

Sulk selbst nennt sein Wirken rund um den 300. Tauchgang am interessantesten. Das war 1991, und er war beim ersten richtigen Auslandseinsatz der deutschen Marine dabei, der Operation „Südflanke“. Als Verbandstauchoffizier hat er im Nato-Verbund vor der Küste Kuwaits während des Golfkrieges Grund- und Ankertauchminen entschärft. „In vier Monaten haben wir mit einem Drei-Boots-Verband 120 Minen entschärft.“ Mit dem gesamten Nato-Verband seien es 1200 gewesen.

„1000 Tauchgänge in 33 Jahren hört sich nicht nach so viel an“, sagt Sult. „Aber wir haben ja auch viele landbezogene Einsätze wie zum Beispiel in Afghanistan, für die wir monatelang unterwegs sind.“ Alle Minentaucher sind Spezialisten für Minen jeder Art, auch an Land.

An seinem Beruf schätzt Stephan Sult das kameradschaftliche Umfeld in Kombination mit der Technik und einem weit gestreuten Tätigkeitsfeld. Hinzu kommen weltweite Einsätze, und – ach ja – Tauchen mag der 54-Jährige auch ganz gern. „Ich bin stolz darauf, den Weg zu den Minentauchern gefunden zu haben“, sagt er, der zwar auch im Stab eingesetzt wurde, aber die Praxis bevorzugt. „Ich freue mich, dass ich immer den Kontakt zur Truppe halten konnte. Das war das Beste, was mir passieren konnte.“

Auch Seebataillons-Kommandeur Arne Björn Krüger lobte den Minentaucher. „Er hat mich 1998 im Tauchen ausgebildet, aber ich bin mit 44 Jahren nicht mehr aktiv, er schon.“ Früher durften Minentaucher mit 45 Jahren nicht mehr tauchen, Sult ist jetzt 54. „Er kann stolz sein, in dem Alter noch die körperlichen Anforderungen zu erfüllen.“ Die Minentaucher tauchen bis in eine Tiefe von 54 Metern – auch allein. Die verwendete Technik ist auf dem höchsten Stand, die Ausrüstung antimagnetisch. Die Taucher verwenden Trockenanzüge und Mischgas in einem Kreislaufsystem.

Den fehlenden Nachwuchs erklärt Kommandeur Krüger mit der Konkurrenz zu Berufen wie der Polizei oder anderen Spezialkräften. Auch seien junge sportliche Leute knapp, die bereit sind, über ihre Grenzen zu gehen.

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