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Der Eimersee – lohnendes Ziel für einen Stadtspaziergang

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Von der Bergstraße ins künstlich entstandene Naturidyll / Ruhe und Natur nördlich der Feldwegsiedlung

von
erstellt am 09.Sep.2015 | 16:58 Uhr

Der Artikel „25 Jahre Eimersee“ in der EZ vom 22. August hat mich daran erinnert, dass ich diesen besonderen Ort schon lange besuchen will. Es ist Sonntagmorgen, die Sonne scheint, und es gibt keinen Grund das Vorhaben aufzuschieben. Kurz den Stadtplan konsultiert, und mein Weg beginnt an der Bergstraße.

Am Petersberg das erste Innehalten und Genießen des weiten Blicks über Hafen und Altstadt. Wie schön Eckernförde ist! Weiter auf der Bergstraße an der prächtigen Kaisereiche und dem weniger prächtigen Lindenhof vorbei. Beklommen nähere ich mich meinem Lieblingshaus an der Bergstraße 12. Dieses im Denkmalbuch eingetragene Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung wird nicht geschützt, sondern verfällt zusehends. Die grau-weißen Planen, die die Schäden an der östlichen Seite notdürftig verdecken, sind verschlissen. Einzelne Fäden hängen wie eine seltsame Gardine vor dem nicht mehr verdeckten Fenster. Die zu stattlicher Größe gewachsenen Bäume erobern immer mehr Raum und verwehren den Blick auf das Haus. Seine außergewöhnliche Schönheit kann man nur noch ahnen. Warum nur empören sich die Borbyer nicht, wenn der Verlust eines geschichtsträchtigen Hauses droht, das mit den Namen berühmter und ehrenwerter Bürger aus vergangener Zeit verbunden ist? Warum nur setzen die Stadtväter und -mütter nicht alle Hebel in Bewegung, um ein besonderes „Highlight“ für Stadt und Touristen zu erhalten?

Auf dem Feldweg setze ich meine Wanderung fort. Links hinter den Häusern sieht man die Bäume vom Lachsenbachtal. Einen Weg dorthin und am Bach entlang kann ich nicht entdecken. Kurz hinter dem Eingang zum Schrebergartengelände eine kleine Brücke über den Bach. Eine verwunschene, verträumte Stelle. Ich folge dem Weg und sehe liebevoll gepflegte, mit Blumen geschmückte Gärten.

Auf diesem Weg werde ich mein Ziel nicht erreichen, also zurück zum Feldweg. Endlich eine Absperrung und dahinter ein schöner, kurvenreicher Waldweg, der sich vorbeischlängelt an Sonnenblumenfeldern auf beiden Seiten. Müde stelle ich fest: Immer noch kein See. Ein einsamer Wanderer, den ich um Rat frage, sieht mich belustigt an. „Wo kommen Sie denn her?“ Als käme ich vom Mond. „Gehen Sie noch ein Stück weiter, bald sehen Sie den See und werden belohnt.“ Tatsächlich, plötzlich und unerwartet eine Bank – am See. Glücklich nehme ich das Angebot zum Ausruhen an.

Angesichts dieses verträumten Sees verblasst die trübe Stimmung. Ein Seerosenfeld mit weißen Blüten säumt die linke Seite, dahinter Inseln aus Röhricht, die ihre braunen Kolben zum Himmel strecken. Rechts ragen schlanke, spitze, dunkelgrüne Schilfblätter aus dem Wasser. Libellen tanzen im Sonnenlicht, Vögel fliegen pfeilschnell tief über das Wasser, das sich in vielen Varianten ausbreitet: Von dunkelgrün, weil bedeckt mit Entengrütze, bis hellblau den Himmel spiegelnd, helle Streifen wechseln mit dunklen, weit hinten sieht man undeutlich Enten und Gänse, die sich im Wasser tummeln und eine leichte Bewegung verursachen. Es ist sehr still, nur ein leises, melodisches Murmeln ist zu hören von dem Wasser, das aus dem See durch dicke Steine abfließt in einen Bach, der sich im Gestrüpp verliert.

Dankbar denke ich an Michael Packschies, der dieses wunderbare Biotop geschaffen hat, mit Hilfe eines „schlichten, schwarzen Maurereimers“. Aber muss es deswegen „Eimersee“ heißen? Gibt es nicht einen weniger banalen Namen, der dem Geschaffenen angemessener ist?

Nun gut, der Name schmälert sicher nicht das Erlebnis des die Natur liebenden Wanderers, wenn er den Anblick auf sich wirken lässt und Ruhe findet.

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