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Eckernförder Zeitung

27. Mai 2017 | 04:31 Uhr

Parkplätze : Der Druck wächst

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Es gibt immer weniger freie Parkplätze in der Innenstadt. Der Finanzausschuss sprach sich für die Fortschreibung des Parkraumkonzeptes aus.

Eckernförde | Wer in der Innenstadt einen kostenlosen Parkplatz sucht, braucht viel Geduld. Am Bahnhof ist spätestens ab 9 Uhr keine Lücke mehr zu finden, auch der Grüne Weg stößt teilweise an seine Belastungsgrenze, und immer häufiger beschweren sich Geschäftsleute, dass ihre Kundenparkplätze von Dauerparkern in Anspruch genommen werden. Diese haben ihre liebe Not: Wer in der Innenstadt arbeitet, muss irgendwo parken, kostenpflichtige Parkplätze sind für die Betroffenen aus finanziellen Gründen häufig keine Alternative. Für etwas Entspannung sorgte bislang die Aldi-Parkpalette in der Noorstraße, doch die soll nach der Fertigstellung des neuen Parkhauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite abgerissen werden – allerdings erst im Herbst, um das Parkdeck noch die Saison über nutzen zu können. 237 kostenlose Parkplätze werden dann durch 177 neue kostenpflichtige ersetzt.

Damit setzt sich das fort, was durch den Wegfall des Kakabellenplatzes als kostenloser Parkraum angefangen hat. Auch dort sind durch die Einrichtung des Wohnmobilstellplatzes 225 Parkplätze entfallen, die durch die 48 frei gewordenen Plätze des alten Wohnmobilstandortes am Grünen Weg nur ansatzweise ersetzt wurden. Schließlich werden im Zuge der Nooröffnung weitere Stellplätze am Steindamm wegfallen, und es zeichnet sich am Exer ein weiterer Verlust von Parkraum ab. Hier soll nach den Vorstellungen von Politik und Verwaltung eine Hotel- oder Appartementanlage entstehen, für die Parkplätze weichen müssen.

Immer wieder weist der Wirtschaftskreis Eckernförde auf die Situation hin. Er wünscht sich mehr innenstadtnahe Parkplätze, und auch die Orts-FDP hatte erst vor Kurzem auf die angespannte Situation hingewiesen. Dabei gibt es ein Parkraumkonzept aus dem Jahr 2015. Darin wird die Parksituation in Eckernförde genau untersucht und auch eine Prognose für das Jahr 2030 gegeben. Demnach werden dann mit 3832 Stellplätzen 117 weniger zur Verfügung stehen als 2015 (3949). Dennoch lautet das Fazit im Parkraumkonzept, dass das Parkraumangebot grundsätzlich ausreichend ist: „Eine deutliche Erweiterung des Parkraumes für Pkw ist nicht erforderlich. Sie sollte nur die durch städtebauliche Maßnahmen wegfallenden derzeitigen Angebote ausgeglichen und mit einer geringen Angebotssteigerung im Bereich Schulweg/ Bahnhof auf die moderate Abdeckung von Spitzen reagieren.“

Zwei Jahre alt ist das Konzept, und seither ist nicht viel passiert, denn zwischenzeitlich wurde der Bebauungsplan 69 für das Bahnhofsgelände aufgestellt, der – im Gegensatz zur bisherigen Idee eines mehrgeschossigen Parkdecks – unterschiedliche Nutzungen vorsieht, unter anderem einen Kinoneubau mit Einzelhandel. Die Diskussion darüber ist noch nicht abgeschlossen.

Dennoch haben CDU und SSW im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzwesen am Montagabend einen Antrag auf Fortschreibung des Parkkonzeptes gestellt. Dafür sollen 75  000 Euro an Planungskosten in den Nachtragshaushalt eingestellt werden. Auch sollen die Anstrengungen für die praktische Umsetzung zur Schaffung von Parkplätzen verstärkt werden. Schon einmal hatte die CDU einen Antrag gestellt, Planungen für eine Aufstockung des Park & Ride-Parkplatzes am Bahnhof anzustellen. Die dafür bereitgestellten Kosten flossen schließlich in den B-Plan 69 ein. „Jetzt starten wir einen neuen Anlauf“, sagte Karin Himstedt (CDU) und nannte als Begründung den fortschreitenden Verlust von Parkplätzen. „Es wird dringend Zeit, Ersatz zu schaffen.“ Dabei wies sie darauf hin, dass aufgrund von Planungen zunächst noch „Zeit ins Land geht, bis konkret etwas passiert“.

In der folgenden Diskussion wurde unter anderem von der SPD auf weitere Planungen hingewiesen, die noch bearbeitet werden und Einfluss auf das Parkraumkonzept haben. Paralleles Arbeiten müsse vermieden werden, so Jens-Otto Vollbehr (SPD). „Natürlich müssen wir Rücksicht auf diese Planungen nehmen“, so Himstedt. „Aber wir wollen die Parkfrage nicht auf den St.-Nimmerleinstag verschieben“, zumal das Thema Priorität genieße. Das bestätigte Ausschussvorsitzender Ralph Krüger (CDU): Die Aufstockung der Parkplätze am Bahnhof oder am Grünen Weg bis 2017 stünden an erster Stelle.

Bürgermeister Jörg Sibbel wies darauf hin, dass der B-Plan 69 am Bahnhof eine Bebauung des Parkplatzes vorsieht und eine Tiefgarage nur die Parkplätze für die dortige Nutzung aufnehmen könne. „Dann gehen weitere 300 gebührenfreie Parkplätze verloren. Diesen Verlust können wir nur am Grünen Weg ausgleichen.“

Am Ende waren sich die meisten Ausschussmitglieder einig: Bei zwei Enthaltungen von der SPD votierten sie einstimmig für den Antrag.

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erstellt am 17.Mai.2017 | 06:20 Uhr

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