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Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 15:35 Uhr

BSIC : Der direkte Draht ins Reich der Mitte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Baltic Sea International Campus (BSIC) hat zurzeit viele Projekte in China. Vor einigen Wochen hat Geschäftsführerin Wei Qian Ministerpräsident Torsten Albig auf seiner sechstägigen Reise in Schleswig-Holsteins Partnerprovinz Zhejiang begleitet.

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 06:31 Uhr

Sie ist ein gefragter Ansprechpartner: Schon im Jahr 2006 war Wei Qian, Geschäftsführerin des Baltic Sea International Campus (BSIC), dabei, als Bundeskanzlerin Angela Merkel zum ersten Mal China bereiste. Vor vier Wochen hat sie Ministerpräsident Torsten Albig auf seiner Reise in das Reich der Mitte begleitet.

Eigentlich legt sie keinen großen Wert darauf, als Anhang einer politischen Delegation auf eine reine Informationsreise zu gehen, sagt sie hinterher. Aber ein Geschäftspartner aus Hamburg hat sie gebeten teilzunehmen. Den Flug bezahlte sie selbst, im Flugzeug saß in der selben Reihe wie sie der Ministerpräsident – economy class.

Rund 60 Leute fanden sich in dem Tross um Torsten Albig wieder: Politiker, Geschäftsleute, Journalisten. Neue Kontakte konnte Wei Qian allerdings nicht so viele knüpfen: Ob Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer oder der schleswig-holsteinischen Wirtschaftsförderung – sie kennt sie schon lange. Und auch die besuchten Firmen kamen ihr von vorherigen Reisen oft bekannt vor. Dennoch fand sie es erneut interessant zu sehen, wie Deutschland und China zusammenarbeiten. „Sehr politisch“, sagt sie. Aber auch: „Es gibt große Potenziale.“

Dennoch könnte die Zusammenarbeit ihrer Meinung nach noch besser sein. In Schleswig-Holstein lebten viele gut miteinander vernetzte Chinesen. „Das sollte man besser ausnutzen.“ Wei Qian sieht an dieser Stelle das Land in der Pflicht: Es sollte mehr auf die vorhandenen Einrichtungen zur Pflege der deutsch-chinesischen Beziehungen zukommen. „Oft kommt es bei Geschäftsbeziehungen wegen kultureller Unterschiede zu Missverständnissen.“

Wei Qian möchte dazu beitragen, dass das nicht mehr passiert – als BSIC-Geschäftsführerin, als Vorsitzende der deutsch-chinesischen Gesellschaft und als Vize-Präsidentin der chinesischen Kaufmannschaft mit Sitz in Hamburg. Den Schwerpunkt des BSIC sieht sie daher auch erst in der Bildung und dann in Wirtschaftskontakten. „Auf Bitte der chinesischen Regierung sollen wir das Prinzip des deutschen Dualsystems in den nächsten Jahren auf das chinesische Bildungssystem zuschneiden.“ Auch in der Online-Bildung für den chinesischen Markt nehme das BSIC eine Vorreiterrolle ein.

Deshalb war Wei Qian auch nicht vom ersten Tag an mit der Delegation um den Ministerpräsidenten unterwegs. Am ersten Tag setzte sie sich ab und besuchte einen internationalen Kongress über Online-Bildung in Peking, wo sie als Rednerin eingeladen war. Der BSIC arbeitet unter anderem an einer Kooperation zwischen chinesischen und deutschen Hochschulen sowie der Installation von Berufsweiterbildungsmaßnahmen in China nach deutschem Vorbild. Der Klett-Verlag und die Grone-Stiftung sind hier Partner, mit denen der BSIC schon seit längerem zusammenarbeitet. Kinderkrippen mit frühkindlicher Bildung, Verkaufsvertretungen für deutsches Spielzeug und die Zeitschrift „Ökotest“ für den chinesischen Markt anpassen – Wei Qian und der BSIC sind sind in vielen Richtungen tätig. Eines bleibt jedoch das Kernanliegen: Deutsche und Chinesen in Sprache und Kultur näherzubringen. Deshalb sucht die Geschäftsführerin auch noch Eckernförder, die bereit sind, chinesische Studenten über Weihnachten bei sich aufzunehmen, um ihnen deutsche Bräuche näherzubringen.

> BSIC, Kieler Straße 78, Tel. 04351/ 66 76 50

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