Der Deal mit dem Bürgerpark

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30. November 2013, 00:34 Uhr

Wer hat hier wen hintergangen? Diese Frage steht offen im Raum und wird von den Beteiligten – wen wundert’s – ganz unterschiedlich bewertet. Es geht um Zweierlei. Zum einen um die offenbar eigenmächtigen Veränderungen durch das Bauamt an einem zuvor mehrheitlichen beschlossenen Entwurf für die Mühlenbergbebauung und die hartnäckigen Nachfragen des Ratsherrn Dr. Reinhard Jentzsch vom Bürger-Forum, der sich durch diesen Verwaltungsakt getäuscht fühlt. Zum anderen um Jentzsch selbst, der nicht nur kommunalpolitische Gremienarbeit leistet, sondern sich nach uns vorliegenden Unterlagen trotz Befangenheitsvorwurf durch die Verwaltung und offenbar erheblichem politischem Gegenwind gegen sein Konzept im Hauptausschuss nicht davon abbringen ließ, den knapp 4000 Quadratmeter großen Bürgerpark am 22. November für einen offenbar nur symbolischen Preis von 3000 Euro vom Mühlenberg-Bauherrn Udo Wagner abzukaufen. Wagner selbst, so sagte er gegenüber unserer Zeitung, konnte mit dem Landratspark, den er zusammen mit dem alten Kreishaus vom Kreis erworben hatte, nichts anfangen. Bei Jentzsch sieht er den Landratspark in guten Händen.

Jentzsch wehrt sich gegen die Befangenheitsvorwürfe der Verwaltung und dagegen, dass er deswegen von den Sitzungen, die den Bürgerpark zum Thema haben, ausgeschlossen werden soll. Er ruft nun nach der Kommunalaufsicht. Allerdings ist eine Interessenskollision zwischen seiner Tätigkeit als Ratsherr, der in Verantwortung für das Gemeinwesen über die künftige Nutzung des Bürgerparks mitentscheidet, und seiner Rolle als Privatmann, Parkanlieger, Käufer und designierter Eigentümer des Parks unverkennbar. Sein Ratskollege Daniel Günther (CDU) sprach von einem „politischen Skandal“. Er hat Reinhard Jentzsch aufgefordert, in der Ratsversammlung am 10. Dezember persönliche Konsequenzen zu ziehen.

Vorweihnachtliche Stimmung dürfte da nicht aufkommen.

Deutlich harmonischer als momentan in der Kommunalpolitik dürfte es am 5. Juli 2014 beim Radio Nora Sommer Open Air am Südstrand zugehen. Stimmungskanonen wie die „Weather Girls“ und Pop-Klassiker wie „Smokie“ und „The Sweet“ werden die 70er und 80er Jahre zumindest für sechs Stunden wieder auferstehen lassen. Eine große Show für all jene, die früher richtig abgegangen sind. Sweet, Slade und Smokie, das waren Bands der Pop-Kultur. Sie waren verpönt bei den Hardrock-Fans à la „Black Sabbath“, „Led Zeppelin“ oder „Deep Purple“. Ein ganz anderes Grüppchen waren die Jazzer, die Miles Davis oder Keith Jarrett zujubelten.

Am 5. Juli heißt es in jedem Fall „back to the roots“.

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