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Eckernförder Zeitung

13. Dezember 2017 | 10:40 Uhr

Eckernförde : Der Blick von außen

vom

Dr. Heiner Freiesleben zeigte mit einem Bildervortrag die Bausünden in der Altstadt

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 07:23 Uhr

Eckernförde | "Alte Häuser brauchen eine ähnliche Zuwendung wie alte Menschen. Erst nach gründlichen Untersuchungen sollte eine schonende Therapie erfolgen." Der Arzt Dr. Heiner Freiesleben (75) hat von außen auf die Entwicklung der Stadt Eckernförde geblickt - rund 80 Zuhörer kamen zu seinem Vortrag ins Stadthallenrestaurant. Dazu hatte der Altstadtverein eingeladen.

Heiner Freiesleben ist ein Buteneckernförder - er lebte hier von 1946 bis 1956. Die Beziehung zur Stadt hat er immer aufrecht erhalten. Doch mit jedem Besuch habe ihn schlagartig getroffen, was die Eckernförder Bürger nach und nach erlebten: Abriss erhaltenswerter Häuser, die durch Bausünden ersetzt wurden. Ihm fehlte dabei häufig die gründliche Untersuchung des "Patienten".

Heiner Freiesleben hat sich ehrenamtlich in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz engagiert und war Leiter des Ortskuratoriums Lübeck. Das große Interesse an der Bauentwicklung rührt auch daher, dass er ein desolates, 460 Jahre altes Lübecker Kaufmannshaus sanierte und heute noch mit seiner Familie bewohnt.

Seine Zuhörer nahm Heiner Freiesleben per Bildpräsentation mit auf einen Spaziergang durch Eckernförde, der sich gleichzeitig als ein durchaus humorvoller Blick in die Vergangenheit entpuppte. Etwa in das Hotel Stadt Kiel, wo Freiesleben selbst und viele Zuhörer Tanzabende miterlebten. Das Gebäude alter Prägung, das an der Kieler Straße, Ecke Gerichtstraße stand, war mit seinem prachtvollen Saal sehr beliebt. Der Neubau, der es nach dem Abriss ersetzt, hielt seiner Kritik nicht stand: "Es musste wieder ein Geschoss mehr sein als vorher."

Die Grundsteine der Sünden wurden ihm zufolge Ende der 60er-Jahre gelegt, als etwa das Ochsenkopfviertel den geplanten Flächensanierungen zum Opfer fiel. Dafür sei sogar der Denkmalschutz weggefegt worden. Er kritisierte auch den lieblosen Umgang vieler Besitzer beim Umbau ihrer Häuser.

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