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2. Handball-Bundesliga : Der Aufholjagd folgt der Einbruch

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der TSV Altenholz lag zehn Minuten vor Schluss nur mit drei Toren hinten, brach am Ende aber gegen den Spitzenreiter aus Erlangen ein und unterlag mit zehn Toren Differenz deutlich mit 24:34 (13:15).

Drei Minuten lang währte die Hoffnung des TSV Altenholz auf einen Punktgewinn gegen den HC Erlangen. Kurz vor dem Ende geriet der Branchenprimus der 2. Handball-Bundesliga nach einem 4:0-Lauf der „Wölfe“ ins Wanken, doch er fiel nicht. Im Gegenteil: Die Franken ließen sechs Tore in Serie folgen und siegten auswärts mit 34:24 (15:13) – verdient, insgesamt aber etwas zu hoch. Während Erlangen als souveräner Tabellenführer vor dem Aufstieg steht, haben die Altenholzer bereits sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer.

„Meine Mannschaft hat gut gekämpft, ein Defizit hatten wir jedoch bei der Chancenverwertung. Bei Erlangen hatte ich immer das Gefühl, dass sie noch eine Schippe drauflegen können“, sagt TSVA-Trainer Klaus-Dieter Petersen. Überlegen waren die Gäste vor allem aus der Distanz, während die „Wölfe“ allein fünfmal per Siebenmeter scheiterten. Im Auslassen von Großchancen stand HC-Spielmacher Moritz Weltgen seinem ehemaligen Arbeitgeber zumindest in der ersten Halbzeit in Nichts nach, gleich mehrfach scheiterte er am Gebälk oder dem gegnerischen Schlussmann.

Die ersten Minuten gehörten dem Gastgeber, genauer gesagt Kjell Köpke. Dreimal vollstreckte der Kreisläufer von seiner Lieblingsposition, wodurch die Altenholzer nach vier Minuten mit 3:2 führten. In der Folge fanden die Gäste besser ins Spiel, auch weil die „Wölfe“ zwei Strafwürfe vergaben (Boldt und Calvert). Beim 6:8 (15.) nahm Petersen seine Auszeit und brachte mit Patrick Starke, Fynn Ranke und Finn Röder drei frische Akteure. Wenngleich die Gäste ihre Führung verteidigten, ließen sich die Altenholzer nicht abschütteln. In Unterzahl traf Max Lipp zum 10:11 (26.), mit einem technisch anspruchsvollen Dreher von Rechtsaußen verkürzte Starke auf 12:14 (29.). Zwei Tore betrug der Rückstand auch zur Pause (13:15).

Dass auch Neuzugang Malte Voigt über ein feines Händchen verfügt, bewies er gleich nach dem Wechsel mit einem Dreher zum 14:15 (32.). Zwei-Minuten-Strafen, technische Fehler und unnötige Fahrkarten ließen die Franken bis zur 46. Minute dann jedoch auf sieben Tore (18:25) enteilen. In der Edgar-Mechkat-Halle war es ruhig geworden, kaum ein Fan glaubte noch an eine Wende. Offensichtlich auch nicht die HC-Spieler, bei denen sich der Schlendrian einschlich. Patrick Starke, Sebastian Opderbeck und zweimal Jannick Boldt: Beim 22:25 zwei Minuten später stand die Halle urplötzlich Kopf.

Nun musste HC-Coach Frank Bergemann reagieren – Auszeit. Der Wachrüttler zeigte sofort Wirkung, per Doppelschlag binnen weniger Sekunden trafen die Franken zum 22:27. Mit der aggressiven 4:2-Deckung der Gäste hatten die „Wölfe“ erhebliche Probleme. Ein Gegenzug nach dem anderen brandete auf das nun von Stephan Hampel gehütete Tor, wobei der Schlussmann im Eins-gegen-Eins kaum eine Chance hatte. Die Hausherren hatten nun nichts mehr entgegenzusetzen, die Aufholjagd hatte zu viel Kraft gekostet. „Zum Schluss ist Altenholz ein wenig die Luft ausgegangen“, erkennt auch HC-Trainer Bergemann, der mit der Rückkehr des TSVA hadert: „So etwas darf uns nicht passieren, da ist dem ein oder anderen der Gaul durchgegangen.“

Zufrieden mit dem deutlichen 34:24-Erfolg war Moritz Weltgen, der vor drei Jahren das letzte Mal in der Edgar-Meschkat-Halle zu Besuch war. In Erlangen hat er erst vor Kurzem seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert und fühlt sich auch privat pudelwohl. „Das Meer und ein paar Kumpels fehlen mir zwar schon noch, dennoch ist alles super dort unten.“


TSV Altenholz: Hossner (1.-45., 8 Paraden), Hampel (bei einem Siebenmeter, ab 45., 1 Parade) – Lipp (2 Tore), Calvert (1), Drecke (1), Opderbeck (1), Boldt (2), Köpke (5), Wegner (4), Ranke (3), Voigt (3/1), Starke (2), Röder, Abelmann-Brockmann.
HC Erlangen: Bayerschmidt (ab 60., 1 Parade), Stochl (1.-56., 10 Paraden), Selke (bei einem Siebenmeter, 56.-60., 1 Parade) – Weltgen (3), Schwandner (1), Murawski (2), J. Link (4), Preiß (3), Krämer (4), Nienhaus, Heß (6), Pankofer, Rahmel (3/2), N. Link (8).
SR: Berning/Thiemann (Steinfurt).
Zeitstrafen: 4:4.

Siebenmeter: 1:2.
Zuschauer: 450.


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