zur Navigation springen

Protest gegen Gabriel-Pläne : Denker & Wulf legt Warnminute ein

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Denker & Wulf AG aus Sehestedt beteiligt sich an bundesweiter Protestaktion gegen das Ausbremsen der Energiewende

von
erstellt am 26.Mai.2016 | 06:40 Uhr

Zügig geht der Bau des neuen Verwaltungsgebäudes der Denker & Wulf AG auf dem Windmühlenberg voran. 30 neue Mitarbeiter sollen hier einen Arbeitsplatz finden. Doch wenn Kai Porath aus dem Vorstand des Sehestedter Windparkentwicklers an die Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) denkt, dann muss er künftig derartige Investitionen in Frage stellen. „Uns fehlt im Moment die Sicherheit, dass der Standort moderat wachsen kann“, betont Porath.

Die Branche der erneuerbaren Energien befürchtet, dass die Energiewende in Deutschland von Seiten der Politik ausgebremst wird. Mit einer „Warnminute 5 vor 12“ haben Verbände und Unternehmen, unterstützt von IG Metall und Bauernverband, gestern ein Zeichen gesetzt – die „Energiewende retten“ so das erklärte Ziel. Auch das Unternehmen Denker & Wulf beteiligte sich an der Warnminute. Um 11.55 Uhr verließen rund 50 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz, um vor dem Gebäude an der bundesweiten Kampagne teilzunehmen. Insgesamt beschäftigt Denker & Wulf an den Standorten Sehestedt, Eberswalde und Rerik knapp 90 Mitarbeiter. Sie forderten bei ihrer symbolischen Unternehmensschließung ein klares Bekenntnis zur Energiewende und protestierten gegen die von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriels angekündigte Drosselung des Windenergieausbaus.

Ein Kritikpunkt von Denker & Wulff ist, dass der Ausbau der Windenergie nach den Plänen Berlins in den nächsten Jahren bundesweit auf 2500 Megawatt im Jahr begrenzt sein soll. „Da ist das Repowering bereits miteingerechnet“, so Kai Porath. Bei einem Abbau von 1000 Megawatt dürften auch nur 2500 Megawatt hinzukommen. „Netto also nur 1500“, sagt Porath, der nicht nachvollziehen kann, dass über Restriktionen und Ausbaudeckel die Erneuerbaren Energien ausgebremst werden. „Mit den Regionalplänen haben wir in Schleswig-Holstein bereits eine Bremse, um Windparks zu realisieren“, sagt der Jurist.

Geht es nach Minister Gabriel, solle die Förderung der Erneuerbaren Energien spätestens 2017 über Ausschreibungen erfolgen. Die Bundesregierung will die Förderung erneuerbarer Energien auf neue Füße stellen. Bei einem Ausschreibungsmodell sollen die Windkraftkapazitäten, die jährlich zugebaut werden sollen, festgeschrieben und über Auktionen versteigert werden. Dabei erhält derjenige den Zuschlag, der die niedrigste Vergütung fordert. Für Kai Porath ist dieser Paradigmenwechsel „ein klarer Nachteil für den Mittelstand“. Der Mittelstand hätte es schwer, an dieser Ausschreibung teilzunehmen. Es drohe eine Remonopolisierung, so seine Befürchtung. Außerdem könne dies zu einem weiteren Akzeptanzverlust in der Bevölkerung führen, wenn die Akteure nicht in der Region verwurzelt sind.

Mit Blick auf das Pariser Klimaschutzabkommen führe die EEG-Novelle in die falsche Richtung. Statt auf die Bremse zu treten, müsste das Tempo erhöht werden, so die Forderung des Denker & Wulf-Vorstands.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen