Den Verkehrslärm im Visier

Zweite Stufe der Lärmaktionsplanung / Empfehlung: Nachts Tempo 30 für Gaehtjestraße, Mühlenberg, Vogelsang

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22. November 2013, 00:34 Uhr

Die Lärmerfassung und -bewertung auf den Eckernförder Straßen geht in die zweite Runde. Nach EU-Recht sind alle in Frage kommenden Kommunen verpflichtet, eine Lärmminderungsplanung aufzustellen und alle fünf Jahre zu aktualisieren. Nach Stufe eins 2007/08 ist jetzt die Lärmaktionsplanung 2013 aufzustellen. Dabei werden auch Straßen mit geringerer Verkehrsstärke untersucht, in diesem Fall mit mehr als drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr oder 8200 Kfz pro Tag. Olga Kuhl aus Bargteheide beleuchtete am Mittwoch im Umweltausschuss die Grundlagen und Inhalte. Es seien Straßen- und Hausbeurteilungen erarbeitet und Fassadenpegel gemessen worden und die gemessenen bzw. am Modell errechneten Werte beurteilt und Lärmkonfliktbereiche herausgearbeitet worden. Es sei eine „Vielzahl hoher Belastungen“ über der 70 Dezibel-Marke (dB(A) festgestellt worden. Sehr hohe Belastungen seien am Steindamm, in der Reeperbahn und im Vogelsang gemessen worden. Daraus abgeleitet werde ein Maßnahmenkatalog, der folgende Empfehlungen enthält:

>Tempo 30 nachts in der Gaehtjestraße, am Mühlenberg und im westlichen Vogelsang;

>Tempo 30 ganztags in der Reeperbahn.

Der neue Lärmaktionsplan soll am 12. Dezember im Rathaus vorgestellt werden. Rieke Boomgaarden (Bürger-Forum) wunderte sich, dass die Berliner Straße in dem Entwurf nicht vorkommt. Es seien nur an zwei Gebäude höhere Pegel gemessen worden, das reiche nicht für eine Einstufung als Konfliktbereich, sagte die Expertin. Die Stadt habe keine Handhabe, da es wie auch die weitaus stärker belastete Rendsburger Straße eine Bundesstraße sei, aus der könne man nicht einfach eine Tempo-30-Zone machen. „Da kommen wir nicht ran“, sagte Kuhl. Bürgermeister Jörg Sibbel sagte, dass die Stadt sich außerhalb des Lärmaktionsplans Maßnahmen zur Lärmminderung in der Berliner Straße überlege in Richtung Fahrbahnoberfläche oder -verengung.

Der Ausschuss empfahl den Entwurf einstimmig.

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