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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2017 | 05:42 Uhr

Waabs : Den Schimmel aus der Kirche saugen

vom

Orgel in der Marienkirche Waabs wird generalüberholt. Kirchen-Belüftung wurde im Vorjahr optimiert. Orgeleinweihung am 28. Juli.

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 07:46 Uhr

Waabs | Druckluft, Staubsauger, Pinsel und in Alkohol getauchte Lappen - damit beseitigt Anne Dabringhaus Staub und Schimmel auf rund 600 Pfeifen und dem Holzgehäuse der Waabser Orgel. Seit Ende April ist die Orgelbauerin der Firma Pascher aus Kiel in der Marienkirche mit der Generalreinigung und, nach Bedarf, Reparatur von Verschleißteilen beschäftigt. Bis Ende Mai soll das Instrument wieder in ganzem Umfang zur Verfügung stehen. Bis dahin kann Organistin Elke Grote das Instrument nur teilweise und in einer ganz abgespeckten Form nutzen.

"Wir sind sehr froh, dass wir jetzt die Arbeiten an der Orgel angehen können", sagte Pastorin Peggy Kersten. Dass diese Arbeiten nötig seien, dass sei schnell klar gewesen, nachdem Schimmel in dem Instrument und auch an der Empore festgestellt worden war. In enger Absprache mit dem Kirchenkreis, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Fachleuten war im Vorjahr aber beschlossen worden, zunächst für ein besseres Raumklima in der Kirche zu sorgen. Dazu wurden drei undichte Fenster an der Südseite der Kirche ausgebessert und abgedichtet, es wurden Risse im Mauerwerk, vor allem an der Nordseite fachmännisch abgedichtet, und es wurde eine zusätzliche Belüftungsklappe an der Nordseite installiert, um jetzt nachts zu lüften, berichtete die Pastorin. "Es hat sich schon deutlich gebessert, es riecht nicht mehr so moderig", ergänzte Günther Bothe, der als Fachberater im Bauausschuss des Kirchengemeinderates tätig ist. Insgesamt investierte die Kirchengemeinde dafür rund 24 000 Euro, es gab eine Sonderförderung über 2500 Euro von der Nordkirche.

Jetzt wo, das Raumklima gesünder sei, und damit auch die Bedingungen für Schimmel schlechter sind, und auch die Raumluft messbar anhand eines neuen Datenloggers trockener ist, konnte die Orgelpflege beginnen, so Kersten. Insgesamt rund 18 000 Euro kostet die Generalüberholung des in seinen Ursprüngen von 1608 stammenden Instrumentes. Dabei kann die Kirchengemeinde auf Mittel des Kirchenkreises bauen, die sie im Vorjahr schon aus dem Struckturförderungsprogramm zweckgebunden zur Sanierung des Gebäudes bekamen, erläuterte die Pastorin. Zusätzlich stellt der Förderverein Marienkirche 3000 Euro für die Arbeiten zur Verfügung, wie Günther Bothe in seiner Funktion als Kassenwart des Vereins mitteilte. Darüber hinaus steht Bothe im Auftrag des Kirchengemeinderates in engem Kontakt zur Stiftung Denkmalschutz. Er deutete an, dass es Signale gebe, dass die Kirchengemeinde mit einigen tausend Euro unterstützt werden könnte. Details seien noch nicht geklärt.

Organistin Grote, die seit 1988 die Orgel spielt, seit rund zehn Jahren regelmäßig, freut sich über die zu erwartenden Veränderungen. Sie habe schon Sorgen gehabt, wenn sie den Schimmel beim Spielen einatme. Und so beobachten alle die Reinigung des Instrumentes mit Freude. Aus jeder Ritze und aus jeder Spalte versucht die Orgelbauerin Staub und Schimmel zu entfernen. Ganz werde sie es nicht schaffen, dazu sei das Instrument zu verbaut. Da aber auch gleichzeitig die Lebensbedingungen für Schimmel schlechter würden, sei sie zuversichtlich, sagte Dabringhaus. Den Umfang der Arbeiten an der Orgel hatte der Kirchengemeinderat mit dem Orgelfachmann Kirchenmusikdirektor Michael Mages nach einem Gutachten abgesprochen. Mit einem festlichen Gottesdienst soll das Instrument am 28. Juli eingeweiht werden.

Vermutlich nach hinten schieben muss die Kirchengemeinde die bereits für die zweite Jahreshälfte angedachte Überholung der Kirchenuhr und der Glocken. Bei der Freilegung der Turmuhr wurden marode Holzbalken festgestellt. Sie wurden vermutlich durch eindringende Feuchtigkeit durch undichtes Mauerwerk an der Südseite des Glockenturms beschädigt. Bevor man die Uhr überhole, sei es nötig, das Turmmauerwerk zu sichern und abzudichten, so Bothe. Hierzu müssten zunächst Gespräche mit dem Kirchenkreis, der Stiftung Denkmalschutz als auch mit Fachleuten geführt werden, so Kersten. "Es gibt an der Kirche viel zu tun. Wer die Kirche erhalten will, ist im Förderverein sehr willkommen."

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