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Die Spitzenkandidaten : Den Parteien auf den Zahn gefühlt

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Podiumsdiskussionen zur Kommunalwahl in Schinkel und Lindau / Beteiligung der jungen Wähler in Lindau vermisst

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erstellt am 18.Mai.2013 | 07:26 Uhr

Schinkel/Lindau | Sich in Podiumsdiskussionen ein Bild von den Parteien zu machen, die zur Kommunalwahl antreten - dieses Angebot machten am Donnerstagabend gleich zwei Gemeinden ihren Bürgern. In Schinkel stellen sich die Spitzenkandidaten Fragen moderiert von Amtsdirektor Matthias Meins, in Lindau führte Heinz Stegelmann vom Dörpsblatt durch den Abend.

In vielem schien man sich in Schinkel einig. Sowohl CDU, SPD als auch ÖIS wollen die Vorgaben für das neue Baugebiet Meiereikoppel II flexibel halten, der Grundschulstandort Schinkel muss gesichert, das Angebot zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren dem Bedarf angepasst, ein konfessionsloses Betreuungsangebot gegeben und die ärztliche Versorgung im Dorf gewährleistet bleiben. Unterschiedlich bewertet wurde das Thema Fracking. In der Vergangenheit umstrittene Themen wie Massentierhaltung oder die Frage, wie ökologisch soll Schinkel sein, wurden lieber ausgespart. Etwa 30 Einwohner, darunter auch Erstwähler, erlebten am Donnerstag im Redderkrog eine friedliche Podiumsdiskussion vor der Kommunalwahl zu den Themenbereichen bauliche Dorfentwicklung, Verkehr, Umwelt, Soziales, Bildung und Kinderbetreuung. Die einzige Bürgermeisterkandidatin Sabine Axmann-Bruckmüller (CDU) wird aus ihren Reihen unterstützt, aber auch von der SPD. Markus Schack, Spitzenkandidat für die SPD, kündigte jedoch an, verstärkt die soziale Komponente im Blick behalten zu wollen.

"Unsere Stimmen hat sie nicht von Anfang an", meinte dagegen Uwe von Ahlften, Spitzenkandidat der ÖIS. "Wir werden das Wahlergebnis abwarten." Fracking zum Thema gemacht, verkündete Dirk Hundertmark (CDU) trotz der bestehenden Erlaubnis auf Untersuchungen: "Hier in Schinkel wird es kein Fracking geben." Dr. Rainer Rohwer (SPD) fürchtete die Untersuchungen als Vorboten. Und auch die ÖIS sah das Thema nicht so optimistisch. "Wenn das wirtschaftliche Interesse da ist, wird es doch gemacht", meinte Christoph Martin.

Zeit nahm man sich für die Fragen der Jugend. Allzu große Hoffnungen auf eine Skateranlage machte keine Partei. 30 000 Euro seien viel Geld, und die Gemeinde knapp bei Kasse. Doch Sponsoren zu suchen, könnte helfen. Hinsichtlich der gewünschten besseren Verkehrsverbindung nach Gettorf und Kiel appellierten alle Parteien an Jugend und Eltern, mehr zu kooperieren, die Mitfahrseite auf der Internetseite der Gemeinde und die von der Gemeinde gesponserten Taxi-Scheine intensiver zu nutzen.

Rund 40 Gäste waren der Einladung des Lindauer Dörpsblatts gefolgt. Einen heftigen Schlagabtausch gab es erwartungsgemäß nicht: Seit Jahren schon arbeiten Bürgermeister Jens Krabbenhöft (CDU), Peter Uppendahl (Freie Wählergemeinschaft) und Dirk Schütt (SPD) konstruktiv zum Wohl der Gemeinde zusammen. Etliche zukunftsweisende Projekte sind so in der Vergangenheit angepackt worden - zum Beispiel das Mehrgenerationenhaus und der Neubau des Feuerwehrhauses in Revensdorf, die Neubaugebiete in Großkönigsförde und Revensdorf sowie der Radwegebau zur Verbindung der beiden Ortsteile. "Viele wesentliche Beschlüsse wurden in der Vergangenheit einstimmig gefasst", sagte Krabbenhöft. Das dürfte auch bei zukünftigen Entscheidungen so sein, wie sich am Donnerstagabend abzeichnete. Befragt zu Kinderbetreuung, Angeboten für Senioren, Entwicklung von Baugebieten und Folgen des Kanalausbaus signalisierten sich die Kandidaten gegenseitig Zustimmung zu ihren Antworten. Auch als es um die Zukunft von Siegmunds Gasthof ging, herrschte Einigkeit: "Wenn wir das Gebäude einigermaßen gut verkaufen können, werden wir nicht Nein sagen", so Schütt. Derzeit allerdings, so Krabbenhöft, sei man im Gespräch mit Pachtinteressenten. Die Chancen stünden gut, dass der Dorfkrug bald wieder öffnen kann.

Ein wenig "Pfeffer in die Suppe" kam im zweiten Teil des Abends, als die Gäste Gelegenheit hatten, Fragen an das Podium zu richten. Ob ein Boßelturnier und Wettbewerbe für die Bürger passende Schwerpunkte für eine politische Vereinigung seien, wurde Uppendahl gefragt - mit derlei Veranstaltungen motiviert die Wählergemeinschaft seit Jahren erfolgreich die Lindauer zu Aktivitäten. "Für uns gehört das zur Öffentlichkeitsarbeit, und wir haben oft genug bewiesen, dass wir auch politisch denken und handeln können", konterte Uppendahl. Die Lacher hatte er auf seiner Seite, als alle drei Kandidaten gebeten wurden, den Satz "In Lindau ist es für mich am schönsten, wenn …" zu vervollständigen. Während Krabbenhöft vom Sonnenuntergang und einem Glas Rotwein schwärmte und Schütt die Natur und die blühenden Rapsfelder nannte, sagte Uppendahl mit Blick auf die bisherigen Mehrheitsverhältnisse: "… wenn keine Partei die absolute Mehrheit hat."

Vermisst wurden in Lindau vor allem die Erstwähler, die aber hoffentlich von ihrem Wahlrecht am 26. Mai Gebrauch machen werden.

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