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Ein aussterbender Verein : Den Kyffhäusern fehlt der Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Ortsverein Neuwittenbek löst sich zum Jahresende auf / Detlef Damm als Kreisvorsitzender bestätigt

130 Jahre besteht der Kyffhäuserbund in Neuwittenbek. Die Feier des Jubiläums zusammen mit dem Kreistreffen am 19. Mai ist die letzte des Ortsverbands – er löst sich mit Ende des Jahres auf. Den Kyffhäusern fehlt der Nachwuchs. Ein Phänomen, dass der Kreisverband in vielen Orten beobachtet.

Mit Bedauern wurde die Entscheidung aus Neuwittenbek im Kyffhäuser-Kreisverband Altkreis Eckernförde zur Kenntnis genommen, der am Montagabend zur Jahresversammlung in das Feuerwehrgerätehaus gekommen war. 210 Mitglieder verzeichnet der Kreisverband zurzeit. Doch tendenziell würden es langsam weniger, sagte der im Amt bestätigte Vorsitzende Detlef Damm aus Rieseby auf Nachfrage. Ortsverbände lösten sich aus Altersgründen auf, die Jugend scheint an Verbänden mit militärischer Tradition und Ritualen nur wenig interessiert. Für ihn bedauerlich, denn wichtige Werte wie Kameradschaft, Zusammenhalt und das Einstehen für eine Gemeinschaft gingen der Gesellschaft verloren. Der Landesverbandsvorsitzende Dieter Griebel bestätigte die Tendenz. Auch der Ortsverband Klein Bennebek im Kreis Schleswig-Flensburg habe sich kürzlich aus Altersgründen aufgelöst. Im Vergleich zu anderen Landesverbänden sei man in Schleswig-Holstein jedoch personell und auch sonst relativ gut aufgestellt, sagte er. Ihm macht seine Aufgabe Spaß. Er hofft auf große Beteiligung zum diesjährigen Wandertag in der Probstei und zum Lands- und Bundesschießen im Sommer, dass in diesem Jahr in Eckernförde ausgetragen wird.

Dem Vorschlag des Vorstands, aus der gut gefüllten Kasse einen Zuschuss von je 100 Euro an die Jugendabteilungen der Ortsverbände in Kosel, Rieseby und Owschlag zu zahlen, wurde sofort zugestimmt. „In der Hoffnung, dass sie uns treu bleiben und den Altbund weiterführen“, sagte Detlef Damm.

Der Kyffhäuserbund ist ein deutscher Soldatenbund, der im Jahr 1900 aus dem Ständigen Ausschuss der vereinten deutschen Kriegerverbände für die Verwaltung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Kyffhäuser hervorging und als Dachverband deutscher Kriegervereine gegründet wurde. Heute betont er seine Rolle als Reservisten- und Schießsportverband. In seinem Jahresbericht dankte Detlef Damm insbesondere den Jugend- und Schießwarten, auf deren Schultern die Hauptlast der Arbeit liege. „Ich weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt, ich bin selbst Schießwart gewesen“, sagte er. Zudem bedankte er sich bei allen, die dazu beitragen, dass es im Kreisverband so gut läuft.

Zum Kreisgeschäftsführer wählten die etwa 20 Anwesenden aus den verschiedenen Ortsverbänden einstimmig Dietmar Kynast. Vorgängerin Ursula Schröder tritt aus gesundheitlichen Gründen in die zweite Reihe. Kassenwartin bleibt Hannelore Viergutz.

Zum Abschluss erklangen nach alter Tradition die Nationalhymne und das Schleswig-Holstein-Lied.

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