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Salonmusik vom Feinsten : Den Herzensbrechern hält keine stand

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Jubiläumskonzert beim Silverabend in der Gettorfer Mühle Rosa:t Peter Pfüller, Imre Sallay und Gerhard Breier bescherten den Zuhörern Salonmusik vom Feinsten. Seit zehn Jahren ist das Trio erfolgreich unterwegs.

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erstellt am 02.Jan.2014 | 06:27 Uhr

Feiner, süffisanter Humor verpackt in Musik und dazu eine gehörige Portion Selbstironie: An die 70 Gäste erleben am Silvesterabend in der Mühle Rosa in Gettorf erneut ein köstliches Nostalgie-Konzert. Zehn Jahre Trio Herzensbrecher, das sind Salontenor Peter Pfüller aus Gettorf, Imre Sallay aus Altenholz am Klavier und Gerhard Breier aus Eckernförde am Schlagzeug, mit Saxofon, Klarinette und Banjo. Sie geben sozusagen ihr Jubiläumskonzert.

„Es macht uns einfach Spaß“, verrät Salontenor Peter Pfüller. Dabei erstaunt es ihn immer wieder, wie groß die Nachfrage nach ihren Konzerten ist. Seine Freude am Singen hat Peter Pfüller schon als junger Mann entdeckt, jedoch erst 1996 seine Faszination für die Titel der 20er-, 30er- und 40er- Jahre entwickelt. Lieder, die er schon bei seiner Mutter hörte, die hervorragend Klavier spielte. Sie müssen eigentlich gar nicht viel machen, die drei ergrauten Herren mit Charme, Herz und Humor. Der Funke springt sofort über. Peter Pfüller in Frack, Zylinder mit weißem Schal, am Revers blinkt ein rotes Plastik-Herz, die Frisur „zwischen Vogelnest und Spinngewebe“. Das sagt er selber. Die alten Lieder singt er herrlich frisch, nimmt sich selbst nicht so ganz ernst. Imre Sallay am Klavier begleitet herzhaft und stimmt auch gern mal gesanglich ein. So wie Gerhard Breier, das musikalische Multitalent.

Es folgen fast zwei Stunden Leichtigkeit, Liebeswahnsinn und Lebensfreude. Eben genau die Stimmung der goldenen Zwanziger und frühen Dreißiger in der damaligen Weltmetropole Berlin, die Stimmung zwischen Bürgerlichkeit und Aufbruch, zwischen zügellosem Feiern und Untergangsvorahnung. Die drei erfreuen mit „Mein kleiner grüner Kaktus“, mit „Nur nicht aus Liebe weinen“ aus dem Film „Es war eine rauschende Ballnacht“, ein deutsches Filmmelodram aus dem Jahr 1939 mit Zarah Leander, mit „Musik hat mich verliebt gemacht“ und „1000 mal möchte‘ ich dich küssen“, die deutsche Version von „Bésame mucho“. Imre Sallay klärt auf über den Handkuss, der in seiner Heimat Ungarn aber auch in Polen noch üblich ist als Geste des sich Ergebens der Schönheit und Anmut. Da ein Nostalgie-Konzert ohne Tango nicht geht, stimmen sie „La Cumparsita“ an.

Die Herzensbrecher empfehlen sich aufs Beste und besingen mit „Nehm'n Se 'n Alten“ die Vorzüge der alten Herren, ein Lied aus den 20ern. „Nehm'n Se 'n Alten, so 'n Beamten mit Pension, sehr begehrt ist die Person. Nehm'n Se 'n Alten, der ist froh, wenn Sie 'n behalten.“ Köstlich. Füße wippen, Finger tänzeln auf Knien, es wird unwillkürlich mitgesungen, geschmunzelt, herzhaft gelacht und gebührlich applaudiert. „Das ist ja wieder absolut spitze“, sagt Brigitte Lasius aus Gettorf. „Auch wenn man wie ich fast jedes Jahr dabei ist, gibt es immer wieder Überraschendes. Die machen das schon toll. Dazu Peter Pfüller mit seiner Gestik und Mimik.“ Fantastisch, finden auch Marlis Becker und Petra Kühne aus Eckernförde, die zum ersten Mal da sind. „Es ist sicher nicht das letzte Mal“, sagen sie. Sie hätten sich schon immer vorgenommen, zu kommen. „Diesmal hat’s geklappt. Wir sind so glücklich hier zu sein. Es ist total schön.“

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