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Eckernförder Zeitung

26. Juni 2017 | 00:42 Uhr

Demo : Demo für eine Schulmensa

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Schüler der Gemeinschaftsschule setzen Zeichen / Gemeinde hat kein Geld für Bau einer Mensa

Altenholz | Seit Jahren wünschen sich Schüler und Lehrer eine Mensa für die Gemeinschaftsschule. „Es gibt bisher nur einen Mehrzweckraum in dem gegessen wird, aber auch Prüfungen abgehalten werden“, erklärte die Vorsitzende des Kinder- und Jugendbeirates Sarah Marie Müller. Dieser Zustand sei „nicht akzeptabel“.

Auf dem Schulhof der Gemeinschaftsschule hatten sich am Dienstag knapp 60 Kinder und Jugendliche versammelt, um dieses Anliegen der Gemeinde vorzubringen. „Ich glaube, wenn wir eine Mensa hätten, würden mehr Schüler in der Schule essen“, sagte Tjorven (11). Aileen (11) gab ihr Recht. „Aber auch die Tische sind zu klein. Da haben die Größeren schon mal Probleme“, ergänzte sie. Die Schülerinnen hatten sich deshalb dem Marsch angeschlossen. Doch dieser sollte nicht still und heimlich von statten gehen, sondern man zog am Herrenhaus entlang mitten durch die Gemeinde, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Dazu wurde im Vorfeld ein 15 Meter langes Banner entworfen. „Wir sind durch alle Klassenräume gegangen und jeder durfte seinen Handabdruck auf dem Banner hinterlassen“, erklärte Müller.

Auch einige Lehrer hatten sich der Demonstration angeschlossen. Alle Teilnehmer betonten, dass der Bau einer Mensa nicht „am guten Willen der Gemeinde scheitert“. Im Gegenteil, die Gemeindevertreter wurden dafür gelobt, sich die Sorgen immer anzuhören und sich stets kooperativ zu zeigen. Man wisse, dass die Gemeinde finanziell belastet sei. Dennoch wollten sie ein deutliches Zeichen dafür setzen, was ihnen wichtig ist. Im Ratssaal hatten sich schon Vertreter aller Fraktionen eingefunden, als die Demonstranten mit ihrem Banner den Saal betraten. Alle Fraktionen waren begeistert vom Engagement der Jugendlichen. Bürgermeister Carlo Ehrich war allerdings auch „dankbar für die differenzierte Darstellung“ des Sachverhaltes. Er erklärte den Teilnehmern, dass der Bau einzig und allein an den fehlenden finanziellen Mitteln scheitere. Er war dennoch „schwer beeindruckt“ von der Aktion des Beirats.

Die Fraktionen wünschten sich vom Beirat, dass der eingeschlagene Weg nun beibehalten werde. „Wir vermissen euch teilweise, wenn es in Ausschüssen um Schulpolitik geht“, sagte Renate Haberer (CDU). Dem stimmten die anderen Fraktionen zu. Man wolle die Meinung des Beirates gerne anhören und wünscht sich deshalb für die Zukunft noch mehr Präsenz.

Auf der Sitzung des Beirates, die direkt im Anschluss im Ratssaal abgehalten wurde, stellten sich die Gemeindevertreter weiterhin den Fragen und Anregungen der Jugendlichen. Der klare Appell der Fraktionen wurde hier erneut deutlich. „Wenn ihr uns nichts sagt, kommen eure Bedenken hier leider auch nicht an“, erklärte Silke Worth-Görtz (Bündnis90/die Grünen). Auch beim Thema Mensa herrschte Einigkeit zwischen den Fraktionen. Der Sinn wurde erkannt, die Finanzierung ist allerdings aktuell nicht möglich. Der Beirat gab außerdem zu bedenken, dass der Asphalt auf dem Schulhof der Gemeinschaftsschule an einigen Stellen aufgerissen sei und dies zu Unfällen führen könne. Der Bürgermeister versprach, dass man sich das anschauen werde. Außerdem wurde einstimmig eine Änderung der Satzung befürwortet. Die Wahlen werden in den November verschoben, dann werden landesweit in der selben Woche die Jugendbeiräte gewählt. Die aktuelle Satzung sieht eine Wahl zwischen Sommer- und Herbstferien vor. Auch soll es im September oder Oktober eine Infoveranstaltung durch den Beirat geben. Zudem ist für den 30. Juni ein Sommerfest an der Oase angedacht. Dazu werde man sich noch weiter Gedanken machen und informieren.




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erstellt am 15.Jun.2017 | 06:56 Uhr

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