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Eckernförder Zeitung

21. August 2017 | 21:45 Uhr

Live-Hörspiel : Dem Täter auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Beim Live-Hörspiel der Gruppe Unisono in der Stadtbücherei war am Sonnabend auch der kriminalistische Instinkt der Besucher gefragt. Das Ensemble präsentierte den Francis-Durbridge-Krimi „Nur über meine Leiche“.

Die Gruppe „Unisono“ präsentierte mit ihrer szenischen Lesung ein spannendes Live-Hörspiel in der Stadtbücherei. Am Sonnabend setzten die vier Akteure mit ihrer Präsentation die Veranstaltungsreihe „LesArt“ fort - ein beliebtes Angebot im Eckernförder Kulturleben. Bei der jüngsten Literaturveranstaltung kamen über 50 Gäste zusammen, die gemeinsam im recht engen Raum der Bücherei statt Krimi im Fernseher lieber Krimi im Kopfkino erleben wollten. Obwohl – zu sehen gab es auch hier etwas, denn die Sprecher „spielten“ ihre Rollen lebhaft: An Mimik und Gestik konnte man - neben Stimmenvielfalt und überraschender wie situationsgerechter Geräuschkulisse – seine amüsierte Freude haben. So machte sich im Handumdrehen gute Stimmung unter den Zuschauern und Zuhörern breit.

England 1940: Jonny und Shila Nelson wollen mit dem Auto abends nach Hause fahren, verirren sich aber hilflos im sprichwörtlich englischen Nebel und landen schließlich vor einem einsamen Haus. Die große Tür steht offen, niemand reagiert auf Klopfen oder Rufen, und die beiden treten ein. Nebel, dunkles Haus, einsam – das sind schon mal Zutaten, mit denen ein gruseliger Krimi beginnen mag. Kommen dann noch verheißungsvolle Kriminalmusik, Türenquietschen, hallende Schritte, Echoeffekte, Käuzchenschrei dazu, dann sind alle Gäste gleich richtig eingestimmt. Hier hat Rachel Unzen der „Unisono“-Gruppe tatkräftige und überaus geschickte Unterstützung geliefert: Als „Geräusche-Meisterin“ trug sie – per high tech - erheblich zum erfolgreichen Gelingen der ganzen Unternehmung bei.

Für weitere Überraschungen sorgten die schauspielerisch begabten Vorleser selber. So übernahmen sie gleich mehrere Sprechrollen: Petra Moritz war sowohl die Schriftstellerin Alice Mardock wie Lehrer Roland Hurst. Jürgen Todt sprach für den Hausherren Professor Abberlee und den Arzt Dr. Arnold Clifford. Den Vogel schoss wohl Claudia Unzen ab, die mal mit britischem Bobby-Helm den tiefstimmigen Inspektor Dorson mimt und Sekunden später wieder in die Rolle der zwitschernden, weibchenhaften Shila Nelson schlüpft. Grade die etwas dümmliche, hohe, gezierte Stimme der Shila brachte viele zum Lachen. Gerhard Breier punktete als verirrter Jonny Nelson, der die Lage auch nicht immer so ganz checkt.

Es war aber auch schwierig. Wer hatte denn nun den unbekannten Mann unten in der Diele umgebracht, während der Professor im ersten Stock hinter lärmisolierten Türen in die Orgeltasten greift?

In der Pause durften die Gäste als „Sonder - Soko Eckernförde“ mit Bleistift und Tipp-Zettel mitraten. Wer war der Mörder? Aus mehreren richtigen Antworten wurde der Gewinner gezogen, und der Glückliche bekam ein Buch von Francis Durbridge überreicht. Das geschah nicht ohne Grund, denn das aktuelle Live-Hörspiel „Nur über meine Leiche“ hatte Unisono zum 100. Geburtstag des britischen Krimi-Autors aufgelegt.


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erstellt am 14.Okt.2013 | 06:31 Uhr

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