Pflanzenplage : Dem Riesenbärenklau geht’s an den Kragen

Einen beachtlichen Durchmesser hatten die Stiele des Riesen-Bärenklaus. Bürgermeister Günther Petersen präsentiert eines der Exemplare
1 von 4
Einen beachtlichen Durchmesser hatten die Stiele des Riesen-Bärenklaus. Bürgermeister Günther Petersen präsentiert eines der Exemplare

Die Gemeinde Ascheffel hat der Herkulesstaude den Kampf angesagt. Auf 5000 Quadratmetern machen sich die Pflanzen breit

von
26. Juni 2014, 07:58 Uhr

Er stammt aus dem Kaukasus, breitet sich mittlerweile aber auch bei uns rasant aus: die Herkulesstaude, besser bekannt als Riesen-Bärenklau. Wer die durchaus imposante Pflanze berührt, muss wegen ihrer giftigen Eigenschaften mit erheblichen gesundheitlichen Problemen rechnen. Die Pflanze sondert einen toxischen Saft ab – bei Berührung und Sonneneinstrahlung können sich Quaddeln und Hautverätzungen bilden - ähnlich Verbrennungen dritten Grades. Außerdem verdrängt sie heimische Pflanzen.

In Ascheffel will man es gar nicht erst so weit kommen lassen. Auf einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern hat die Gemeinde dem bis zu vier Meter hohen Riesen-Bärenklau im Bereich Söhr den Kampf angesagt. Mit Machete, Gift und Feuer rücken die beiden Gemeindearbeiter Rainer Wiese und Erwin Asphal der Pflanzenplage zu Leibe. „Der Bärenklau wächst nahe der landwirtschaftlichen Flächen“, sagt Bürgermeister Günther Petersen, daher müsse schnell was passieren, damit die Pflanzen nicht auf die Felder übergreifen. Die Stiele sind teilweise richtige Stämme. „Manche Pflanzen sind armdick“, sagt Rainer Wiese. Auch Hans Ulrich, Vorsitzender des Umweltschutzvereins Hüttener Berge, mit dem die Aktion abgesprochen wurde, habe ein derartiges Wuchern des Riesen-Bärenklaus noch nicht gesehen, berichtete Petersen. Mit der Machete fällen Asphal und Wiese die Pflanzen, sammeln sie auf einem Haufen, wo sie später verbrannt werden. Anschließend soll die Fläche mit Gift behandelt werden, um ein erneutes Ausbreiten zu verhindern. Wie der Riesen-Bärenklau sich so ausbreiten konnte, dafür hat Petersen keine Erklärung. „Vermutlich hat irgendjemand seine Gartenabfälle hier entsorgt und da waren Sporen drin“, so Petersen.

Die beste Methode, um den Bärenklau los zu werden, sei es, die Pflanze mit der Wurzel auszugraben , sagte Michael Packschies, Umweltbeauftragter der Stadt Eckernförde auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung. So sei man auch in Eckernförde am Lachsenbach vorgegangen. Außerdem könne man die Dolde vor der Samenreife kappen, dann sterbe die Pflanze ab. Eine Bekämpfung mit Gift, nachdem die Fläche bereits gerodet wurde, hält Packschies für nicht sinnvoll. „Gifte wirken über die Blätter“, erklärt er, doch diese seien ja nach dem Roden nicht mehr vorhanden.

In der Vergangenheit sei es auch schon mal zu Verwechslungen gekommen, berichtet Packschies von Vorfällen an der Schlei. Dort sei festgestellt worden, dass es sich bei den Pflanzen, die gerade ausgemerzt wurden, um den Sumpfengelwurz handelte, eine unter Naturschutz stehende Pflanze, die dem Riesen-Bärenklau sehr ähnele. Ganz und gar ungefährlich sei auch der heimische Wiesenbärenklau. Dieser werde aber nur etwa einen Meter hoch.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen