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Geotanium Gettorf : Dem Mammut auf den Zahn gefühlt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Nach vier Monaten zieht Diplom-Geologe Johannes Jansen erste Bilanz

Auf den Spuren der Eiszeit konnten junge Besucher des Geotaniums erstmals in dieser Woche mit Diplom-Geologe Johannes Jansen wandeln – das neue Angebot nutzen Amelie Schwarten (8), Alisée Sofferlin (8) aus Borby sowie die Schwestern Lilith (6) und Philippa Heins (8) aus München und lauschten aufmerksam Jansens Worten.

Als Einstieg fragte der Leiter des Mit-Mach-Museums, ob die Kinder wüssten, wie ein Gletscher entsteht und wie hoch dieser wohl sein könne. Gespannt hörten die Kinder die Entstehungsgeschichte des Gletschers und konnten sich kaum vorstellen, dass dessen Schneemasse bis zu drei Kilometer in die Höhe ragen kann. Auch, dass die Steine, die sie bei sich zuhause in Borby vor der Haustür finden, eigentlich aus Norwegen oder Schweden stammen, ließ Amelie, Alisée, Lilith und Philippa staunen. Doch damit nicht genug: Der Diplom-Geologe zeigte den Kindern Steine, die „Zeugen“ der Eiszeit, an denen die Mädchen sonst eher vorbeigehen. „Die Windkanter zum Beispiel zeigen deutliche Spuren davon, wie sie von den Sandstürmen damals geschliffen wurden.“ Man erkenne aber auch an tiefen langen Rillen in Steinen dieser Zeit, wie sie von Gletschern mit großem Druck über unebenen Untergrund geschoben wurden. Aber auch einen echten Mammutknochen und einen Mammutzahn konnten Kinder in die Hand nehmen. In den Büchern sahen die nie so groß aus, waren sich die vier einig.

Anschließend waren die jungen Kursteilnehmer an der Reihe, ihren eigenen kleinen Gletscher zu basteln. Dann besuchten die Mädchen noch den Shop, wo sich jede von ihnen einen besonders schönen Stein für zuhause aussuchte.

Die Mit-Mach-Kurse sind neu im Programm des Geotaniums, das am 11. Oktober seine Türen öffnete, und finden wöchentlich von 15 bis 16.30 Uhr am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag statt. 4,6 Milliarden Jahre liefern eine große Themenvielfalt. „Wichtig ist uns, den Teilnehmern dabei immer etwas Aktives zu bieten“, erklärt Jansen.So konnten die Kinder bisher schon Dinosaurierkrallen bemalen, Fossilien selbst gießen und sogar Bernsteine schleifen. Mit der Resonanz, die das Geotainum bisher erfahren hat, ist Jansen zufrieden: „Es sieht ganz gut aus. Seit Oktober hatten wir 1500 Besucher im Museum.“ Natürlich dürften es gern mehr werden, „aber Winter ist auch immer Saure-Gurken-Zeit.“ Kindergeburtstage machten den Großteil des Umsatzes aus, in dieser Woche seien es allein sieben Stück. „Was fehlt, sind Schulklassen“, erklärte Jansen. Offenbar habe sich an den Schulen der Region das Angebot des Geotaniums noch nicht herumgesprochen. Nach Einschätzung des Geologen sei das Eiszeitprogramm des Museums geradezu ideal als Ergänzung des Lehrplans in den vierten Klassen: „In dem Schuljahr wird die Entstehungsgeschichte Schleswig-Holsteins behandelt. Das ist doch mit einem echten Mammutzahn gleich viel anschaulicher.“

Auch Jahreskarten hat Johannes Jansen in den letzten vier Monaten zahlreich verkauft. „Einige der Kinder mit Jahreskarten sind teilweise mehrmals pro Woche hier, um die Aktionsbereiche oder die hauseigene Bibliothek zu nutzen.“ Bei den Aktionsbereichen des Geotaniums handelt es sich um Stationen, an denen die Kinder Gold waschen, Edelsteine suchen oder auch ein Dinosaurierskelett ausgraben können.

Die 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche des Geotaniums bieten jedem Interessierten Wissenswertes, Exponate zum Anfassen und täglich wechselnde Mit-Mach-Aktionen. „Das Programm bietet allen etwas“, verspricht Johannes Jansen.

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erstellt am 21.Feb.2015 | 06:00 Uhr

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