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Eckernförder Zeitung

17. August 2017 | 04:34 Uhr

Gutshöfe : Dem Adel des Nordens auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Landesamt für Denkmalpflege gibt Buch „Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein“ heraus

Eckernförde | Über 300 Gutshöfe und Herrenhäuser zählt das nördlichste Bundesland Deutschlands . Entstanden sind sie im Laufe der Ostkolonisation der Schauenburger und anderer im 12. und 13. Jahrhundert. An die Stelle der Dörfer der vertrieben Slawen traten zunächst nur befestigte Plätze und Burgen. Erst im 16. Jahrhundert wurden daraus mehr oder weniger aufwändige Hauser mit Scheunen und Torhäusern, so Dr. Deert Lafrenz.

Sein ganzes Leben beschäftigt sich der Eckernförder schon mit den alten Denkmälern, erst als Student für Kunst und Geschichte in Kiel, dann in seiner Tätigkeit als Gebietsdezernent der Kreise Rendsburg, Eckernförde, Plön und Ostholstein für das Landesamt für Denkmalpflege. „Es ist für mich schon eine lange Geschichte“, erklärt er.

Seit 2009 ist Deert Lafrenz pensioniert und hat nun fünf Jahre an einem großen Band über jene „Gutshöfe und Herrenhäuser in Schleswig-Holstein“ gearbeitet. Die Idee dafür kam vom Michael Imhof Verlag, der das Potenzial einer umfassenden Neuauflage des Themas erkannte. So entstanden im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege fast 700 Seiten mit eindrucksvollen Fotografien, Grundrissen, kurzen Lagebeschreibungen und Informationen über die Historie und die Architektur der über 300 ehemals adligen Güter.

„Ein Buch in dieser Vollständigkeit hat es noch nicht gegeben“, sagte Lafrenz nicht ohne Stolz über das Anfang März veröffentlichte Buch. Dabei sollte es nach dem ursprünglichen Konzept ein Handbuch werden. Nun kann man aber Maße von 25,5 x 5,6 x 30,7 Zentimetern nicht eben als handlich bezeichnen. Dennoch legt Deert Lafrenz das Buch Gutshofeigentümern und interessierten Einheimischen sowie Touristen ans Herz.

Besonders spannend findet er die Entwicklung der Güter von Adelshöfen zu Besitztümern von wohlhabenden Kaufmannsfamilien im 17. und 18. Jahrhundert. Dadurch wurden die Herrenhäuser zahllosen Umbauten in den verschiedensten architektonischen Stilen unterzogen. Zu seinen Lieblingen zählen Damp, aus dem 17. Jahrhundert, und auch Rastorf an der Schwentine aus dem 16. Jahrhundert, das gleich von zwei berühmten Baumeistern aus Nordeuropa gestaltet worden ist: Rudolph Matthias Dallin (1680 - 1743) und Christian Frederik Hansen (1756 - 1845).

Die vielseitigen Fotografien hat er zum größten Teil mit einem Fotografen des Landesamtes für Denkmalpflege selbst aufgenommen. Immer unter dem Anspruch, durch Lichtspiel und Jahreszeit der Stimmung der Herrenhäuser gerecht zu werden. Der Gutshof Wulfshagen wurde so zum Cover des Buches.

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