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Heimatgemeinschaft : Das Windebyer Noor – Perle der Region

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Heimatgemeinschaft will Spaziergängern und Radfahrern das Windebyer Noor näherbringen – unter anderem mit 15 Schautafeln.

Eckernförde | Das Windebyer Noor ist in den Fokus der Eckernförder Heimatgemeinschaft gerückt. Aber nicht nur seine Entstehung durch die Jahrtausende, seine Abtrennung von der Eckernförder Bucht und seine geologische Entwicklung bis heute beschäftigt die Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte. Die große Anzahl archäologischer Boden- und Naturdenkmale macht das Windebyer Noor zu einer „Perle in der Region“, die nun interessierten Bürgern und Touristen nahe gebracht werden sollen. Am Donnerstagabend präsentierten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte das Projekt „Landschaft und Kultur Windebyer Noor“ im Ratssaal der Stadt Eckernförde.

Auslöser für die intensiven Untersuchungen der Region rund um das Windebyer Noor waren die umfangreichen Forschungsergebnisse des ehemaligen Gymnasiallehrers und Heimatkundlers Hans Jockisch, der in den 50er und 60er Jahren des letzten Jahrhunderts besonders rund um das Noor seine naturkundlichen und archäologischen Studien durchgeführt hatte. Die Arbeitsgemeinschaft Vor- und Frühgeschichte hat Jockischs Ergebnisse aufgegriffen und das Fundspektrum aus archäologischer, historischer und neuzeitlicher Sicht aktuell erweitert. Joachim Sebastian als Vorsitzender der AG und die weiteren Projektmitarbeiter Klaus Vaupel, Jutta Fenske und Norbert Biermann stellten die erste Stufe des Projekts vor, mit dem die Sehenswürdigkeiten rund um das Noor Spaziergängern und Radfahrern näher gebracht werden können. Dazu wurden Schilder, Flyer und Broschüren in Zusammenarbeit mit der Touristik Eckernförde entwickelt. Mit 15 Schildern sollen zunächst Motivbilder rund um das Noor über alles Wissenswerte informieren – unter anderem über Grabhügel der Bronzezeit, über „Muschelberge“, Steinsetzungen und die Funde von Moorleichen.

In der geplanten Broschüre zum Thema „Windebyer Noor“ wird man viel Wissenswertes finden: Ausführungen zu Schwankungen in der Klimageschichte, zum Klimawandel, zu Siedlungsspuren unter dem heutigen Wasserspiegel. Der zweite Teil der Broschüre wird von tektonischen Verschiebungen berichten, von Landerhebungen und -senkungen und von der heutigen Moränenlandschaft als Erbe der Eiszeit. Man wird über Kulturdenkmale der Stein- und Metallzeit lesen können, über unterschiedliche Gräberformen und Relikte religiöser Kulte. Die „Erinnerungskultur“ (Biermann) wird mit regionalen Gütern Denkmale der Lehens- und Feudalstruktur vorstellen, alte Siedlungsplätze aufzeigen und vom Neandertaler bis zur ehemaligen Kreisbahn den Bogen über viele Jahrtausende schlagen.

Die AG-Mitglieder der Heimatgemeinschaft berichteten über den Planungsstand der zweiten Projektstufe. Die Produktion einer 3D-Simulation über die Entwicklung der Region von der Eiszeit bis zur Gegenwart steht auf der Agenda. Die Simulation soll die entscheidenden Merkmale der jeweiligen Entwicklungsstufe und deren Einflüsse auf die nachfolgenden Kulturen darstellen. Diese Simulation braucht ein Drehbuch, in dem jedes Kapitel und die einzelnen Szenen exakt auf die Kernpunkte ausgerichtet sind. Für diese skizzenhaften Darstellungen von Szenen muss ein „Storyboard“ erstellt werden zu den Themen Klima, Geologie, Natur, Kultur.

Viele Institute, Ämter und einzelne Personen helfen mit beim großen Noor-Projekt. Dank ging darum unter anderem an die Christian-Albrecht-Universität in Kiel, an das Archäologische Landesamt in Schleswig, das Archäologische Landesmuseum Schloss Gottorf, das Landesamt für Vermessung und Geoinformation und das Landesarchiv. Auch Gutsverwaltern und Landwirten dankte die Heimatgemeinschaft für ihre unterstützende Mitarbeit.

Die Finanzierung aller Vorhaben ist bis zum September 2017 so weit gesichert. Ein Logo für das Projekt ist ebenfalls gefunden, und Bürgermeister Jörg Sibbel wie Vorsitzende Dr. Telse Stoy sind sich einig: „Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.“

 

 

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