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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 17:19 Uhr

Masterplan : Das wasserdichte Eckernförde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Erste Ideen für einen Küsten- und Hochwasserschutz: Wände, Tore, Wälle.

Eckernförde | Der Meeresspiegel steigt, und Eckernförde muss reagieren. Küstenschutz und Hochwasserschutz sind deshalb die wohl wichtigsten Themenbereiche des „Masterplans Küste“, der am Mittwochabend Thema im Bauausschuss war. In ihm sind unter anderem Wunschprojekte wie eine öffentliche Slipanlage am Borbyer Ufer, eine Seebrücke und eine Strandhalle enthalten, jedoch auch Ideen, wie man einer Sturmflut begegnen könnte. Einen ersten Einblick in die Thematik gab Sebastian Stoll vom Lübecker Ingenieurbüro Dr. Lehners + Wittorf.

Der Meeresspiegel ist laut Stoll in den vergangenen 100 Jahren um 14 Zentimeter gestiegen – und er wird weiter steigen. Hinzu kommen immer wieder Hochwasser unterschiedlicher Ausprägung: Ein Meter über Normalnull (NN) kommt jedes Jahr vor und stellt Eckernförde nicht vor große Herausforderungen, zwei Meter über NN tritt laut Statistik alle 20 Jahre ein und beinhaltet eine Überflutung der Promenade, des Hafenbereichs, der niedrigen Bereiche am Jungmannufer und einiger Bereiche in der Innenstadt. Bei 2,50 Meter über NN, was laut Statistik etwa alle 100 Jahre vorkommt, würden große Teile der Altstadt mit Wasser volllaufen. „Die Eckernförder Bucht zeichnet sich durch eine große Streichlänge aus“, so Stoll. „Das heißt, dass der Ostwind eine lange Strecke hat, über die er die Wellen aufbauen kann.“

Den Schutz vor Hochwasser könnte eine Kombination aus Wänden, Toren und Wällen bieten. An Jungmannufer und Vogelsang würde eine 60 bis 80 Zentimeter hohe Wand Schutz bieten. Im Hafen könnte mit mobilen Elementen gearbeitet werden, die für den Sommer abgebaut werden. Zudem wäre zu überlegen, ob die vorhandenen Gebäude in die Hochwasserschutzwand integriert werden könnten. An der Strandpromenade könnte eine etwa 80 Zentimeter hohe Wand über mehrere Kilometer hinweg auf der stadtzugewandten Seite errichtet werden. Auch sogenannte Strandwälle als eine Art Dünen mit darunter liegendem Deckwerk könnten Schutz bieten, ebenso Unterwasser-Wellenbrecher. „Je tiefer das Wasser ist, desto höher werden die Wellen“, erklärte Stoll. Unter Wasser installierte Elemente aus Sand und Stein würden das unterbinden. Stoll zeigte Fotos aus Ostseebädern, wie Niendorf oder Timmendorfer Strand, in denen verschiedene Hochwasserschutzwände aus Beton und Metall in Kombination mit Glaselementen installiert sind (siehe Bild).

Zusammen mit dem Hochwasserschutz müsse auch der Küstenschutz in ein integriertes Küstenzonenmanagement einfließen. Die Sedimentbewegung in der Bucht verläuft an den Nord- und Südküsten in Richtung Eckernförde, werden aber jeweils vom Kranzfelder-Hafen und von der WTD 71 unterbrochen. „Diese Bauwerke führen dazu, dass der natürliche Sedimenthaushalt gestört wird“, so Stoll. Deshalb sei die für Februar oder März geplante Sandaufschüttung mit 4000 Kubikmetern im nördlichen und 2000 Kubikmetern im südlichen Strandbereich eine richtige Maßnahme für die Küstensicherung. Zusätzlich sollte das Buhnensystem ertüchtigt und vielleicht das ein oder andere künstliche Riff vor dem Strand angelegt werden. „Dort könnten durch Sedimentablagerungen kleine Inseln entstehen.“

Die Vorschläge des Ingenieurbüros Dr. Lehners + Wittorf waren ein „erster Denkanstoß“. Kosten waren in diesem frühen Stadium noch kein Thema.

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erstellt am 09.Dez.2016 | 06:11 Uhr

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