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Waldorfschule Eckernförde : Das Teilen steht im Vordergrund

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Traditioneller Martinsmarkt wieder erfolgreich / Schüler, Eltern und Kinder gleichermaßen begeistert / Erlöse für den guten Zweck

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Seit vielen Jahren organisiert die Elterninitiative „Martinsmarktkreis“ an der Freien Waldorfschule Eckernförde im November einen Martinsmarkt – und das mit großem Erfolg. Zahlreiche Mitmachaktionen und Verkaufsstände auf drei Etagen, darunter Laternenbasteln, Kerzenziehen und ein Sinnesgarten sowie verschiedene Themencafés und ein Kindermarkt lockten auch am Sonnabend von 11 bis 17 Uhr wieder jede Menge Besucher in die Schleswiger Straße.

Jana Haupt (37), Mitglied des Martinsmarktkreises, weiß so viel Unterstützung durch Schüler, Lehrer und Eltern für einen guten Zweck zu schätzen. Denn mit dem Erlös aus den Verkäufen werden zum einen wichtige Anschaffungen für die Schule ermöglicht. Zum anderen kommt ein Teil der Einnahmen einer Partnerschule in Afrika und dem Waldorfbund zugute. „Nach dem Vorbild des Heiligen St. Martin steht der Charakter des Sozialen, des gemeinschaftlichen Teilens im Vordergrund“, erklärte Haupt. Es ginge nicht in erster Linie darum, Geld zu verdienen. „Und das vermitteln wir auch an die Kinder“, sagte sie. Auf dem Kindermarkt kosten daher die selbstgebastelten Artikel weniger als 50 Cent. „Durch ihre Mitarbeit sehen die Schüler, wie Dinge entstehen, und wie viel Arbeit eigentlich darin steckt“, sah Haupt den Lerneffekt. Gemeinsam mit ihren Eltern haben die Drittklässler kleine Geschenke wie Mäuse aus Walnussschalen, Holzanhänger mit Kartoffeldruck und Filz-Muffins gebastelt. „Was passiert denn eigentlich mit dem Geld? Dürfen wir das behalten?“, lauteten die neugierigen Fragen an Klassenlehrerin Ulrike Paulsen (56) während der Produktionsphase. „Ich habe ihnen dann die Geschichte des Sankt Martin erklärt und dass das Geld für Projekte gesammelt werde“, so Paulsen. Lene (8) hat das Prinzip schnell verstanden: „Andere haben nicht so viel Geld und jetzt bekommen sie etwas Schönes von uns.“ Auch Katja Karrié, Mutter von Noah (9), ist begeistert: „Es macht uns Müttern viel Spaß, den Kindern beim Basteln zu helfen. Die sind mit so viel Eifer und Freude dabei und schon Tage vor dem Markt so aufgeregt.“ In der siebten Klasse wurden fleißig Pralinen gebacken, in der Seefahrer-Spelunke duftete es nach Kartoffelsuppe und Rübenmus. Für die Wünsche der Gäste standen die jungen Schüler in Seemannskleidung aus gestreiftem Hemd und rotem Halstuch bereit. Die Liebe zum Detail zog sich durch alle Räume. Der Sinnesgarten sprach Ohren, Nase und Geschicklichkeit an: In einer Ecke spielten zwei Erwachsene sanfte Töne auf der Harfe, der Boden war mit Erde, Laub und Stöcken bedeckt, die einen herbstlichen Duft in dem dunklen Raum verbreiteten.

Eine weitere beliebte Mitmach-Aktion: Laternen basteln für den abschließenden Laternenlauf am Abend. Familie van Almsick war schon seit um 11 Uhr auf dem Markt und nutzte die vollen sechs Stunden. Die kleine Lalaith (2) war bereits auf dem Arm ihrer Mutter Julia eingeschlafen, während ihr Bruder Lemalian (5) noch eifrig bastelte. „Vorher habe ich schon eine Kerze gemacht“, erzählte er stolz. „Wir freuen uns das ganze Jahr auf diesen Tag. Er läutet bei uns die Weihnachtszeit ein“, sagte Mutter Julia. Sie und ihr Mann Tobias haben sich zu Waldorftageseltern ausbilden lassen. „Hier holen wir uns auch immer wieder Ideen, was man mit Kindern alles machen kann“, so das Paar.
Als die Gäste sich am Abend zum Laternenlauf versammeln, ist für die Helfer noch lange nicht Schluss. „Bis Montag muss das hier wieder wie eine Schule aussehen“, sagte Jana Haupt mit einem Lächeln.

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