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Marine : Das Seebataillon – die Alleskönner der Marine

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Minentaucher und die Boardingkräfte sind mit den Marineschutzkräften zusammengelegt worden und bilden nun das 800 Mann starke Seebataillon. Die Spezialeinheit ist weltweit vielseitig einsetzbar.

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erstellt am 02.Apr.2014 | 06:27 Uhr

Die Spezialisierten Einsatzkräfte der Marine sind nicht mehr. Gestern wurden sie aufgelöst und die Kompanien der Kampfschwimmer, Minentaucher und Boardingkräfte neu strukturiert: Die Kampfschwimmer, die von jeher als Spezialkräfte einen Sonderstatus inne hatten, sind zu einem eigenen Bataillon geworden und agieren seit gestern als Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM, siehe Artikel oben). Die Minentaucher und die Boardingkräfte dagegen sind mit den Marineschutzkräften zusammengelegt worden und bilden nun das 800 Mann starke Seebataillon.

Vor zwei Jahren begannen die Überlegungen, wie man die vorhandenen Kompanien besser einsetzen könnte und damit einer modernen Marine gerechter werden kann. Die Minentaucher sind als Experten im Entschärfen von Sprengmitteln weltweit im Einsatz, waren auch in Afghanistan. Die Boardingkräfte seilen sich von Helikoptern auf Schiffe ab, um diese zu durchsuchen. Und die Marineschutzkräfte sind überall im Einsatz, wo Marineeinheiten operieren. Sie sichern die Basis, egal ob Hafen oder Wüstenzelt, und geben Geleitschutz. Sie schützen Seewege, Schiffe und Häfen, und kommen bei Aufklärungs- und Evakuierungseinsätzen zum Einsatz. Alle Kräfte ergänzen sich in ihren Aufgaben und Fähigkeiten und bilden im Seebataillon vier neue Einheiten: die Aufklärungskompanie mit Scharfschützen und dem Feldnachrichtenzug, die Minentaucherkompanie wie gehabt, die Bordeinsatzkompanie als Mischung aus Boardingkräften und Marineschutzkräften und die Küsteneinsatzkompanie, die sich allein aus Marineschutzkräften speist. In jedem Einsatz der Bundeswehr sind die Seesoldaten derzeit präsent. Der Verband ist mit modernster Technik ausgestattet und verfügt über Unterwasser- und kleine Flugdrohnen.

„Wir bauen vieles neu auf“, sagte der Kommandeur des Seebataillons, Fregattenkapitän Arne Krüger, der zuvor das Kommando über die 2005 gegründeten Marineschutzkräfte hatte und dem nun das neue Kommando von Flottillenadmiral Jean Martens übergeben wurde. „Andere Aufgaben wie die militärische Evakuierung in Zusammenarbeit mit dem Heer sollen noch hinzukommen.“ Das erfordert das Lernen von neuen Kenntnissen, weshalb die Deutsche Marine intensiv mit anderen Nationen zusammenarbeitet. Sechs, sieben Jahre schätzt Krüger, wird es noch dauern, bis das Seebataillon alles weiß und kann, was es nach den heutigen Vorstellungen soll. Der Vorteil: „Wir können schnell schlagkräftige Kleinstgruppen von zwölf oder 13 Mann aus verschiedenen Kompanien zusammenstellen und flexibel reagieren.“ Das Seebataillon ist das dritte in der Geschichte der Bundeswehr. Die Kompanien bleiben zunächst in ihren angestammten Kasernen.

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