zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

21. Oktober 2017 | 12:58 Uhr

Fracking : Das Öl soll wieder sprudeln

vom

Kein Fracking in Schwedeneck. Ölförderung aus Altfeldern geplant. Erste Bohrung nicht vor 2015.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 07:17 Uhr

Surendorf | Fracking, also das hydraulische Aufbrechen tiefer Gesteinsschichten mit Hilfe von Chemikalien, um Erdöl oder Erdgas zu fördern, wird es in Schwedeneck nicht geben. Das betonten sowohl Dr. Markus Hirschfeld, Referatsleiter im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR), als auch Heiko Oppermann von der RWE Dea.

Das Unternehmen hat vom Land die Bewilligung erhalten, im Bereich Schwedeneck-See die Ölförderung aus Altfeldern wieder aufzunehmen. Geplant sind jedoch Bohrungen und gegebenenfalls die Förderung von Erdöl aus einem noch nicht erschlossen Feld in diesem Bereich. Rund 30 Interessierte waren am Mittwoch der Einladung von Schwedenecks Bürgermeister Gustav Otto Jonas (SPD) zu einer Infoveranstaltung zu diesem Thema in Surendorf gefolgt. Die Positionen der Fachleute zum umstrittenen Thema Fracking waren eindeutig. "Meine Einschätzung ist, wir werden hier in Schleswig-Holstein kein Fracking haben", sagte Dr. Markus Hirschfeld. Zum einen habe sich die Landesregierung eindeutig dagegen positioniert, zum anderen sprechen die geologischen Voraussetzungen in Schleswig-Holstein dagegen. "Auch wir wollen in Schleswig-Holstein kein Fracking einführen", versicherte Heiko Oppermann. Ausführlich informierte er anschließend über ihre Planungen zur Wiederaufahme der Ölförderung aus Altfeldern im Bereich Schwedeneck-See. Neue Bohr- und Produktionstechniken sowie der Anstieg des Ölpreises hätten die RWE Dea veranlasst, das Potenzial der Altfelder noch einmal zu überprüfen und gegebenenfalls das verbliebene restliche Öl zu fördern.

Am 15. März habe das Unternehmen auf Antrag die Bewilligung auch für das Feld Schwedeneck-See erhalten, um die dortigen Lagerstätten auf Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Für die Bohrung ist ein weiterer Genehmigungsantrag an das zuständige Bergamt nötig. Das Potenzial im Feld Schwedeneck-See schätzen sie auf 400 000 Tonnen Öl. Von Land aus soll mit Horizontalbohrtechnik in 1400 Meter Tiefe gebohrt werden. Der dafür eingesetzte Bohrturm wird 50 bis 60 Meter hoch sein. Das genaue Förderkonzept muss noch erarbeitet werden. Mit einer ersten Bohrung ist nicht vor 2015 zu rechnen.

Alle Bedenken der Einwohner konnten jedoch nicht ausgeräumt werden. Sie befürchten durch die Bohrungen und spätere Ölförderung neben der Verunreinigung des Grundwassers auch weitere Eingriffe in Natur und Landschaft mit Auswirkungen auch auf den Tourismus. Naturschutzbehörden und Umweltverbände warnen zudem vor einer Schallbelästigung für die Schweinswale und einer Schadstoffbelastung an der Küste. "Da muss die RWE Dea Lösungen finden, damit das Betriebsplanverfahren in Gang gesetzt werden kann", erläuterte Dr. Markus Hirschfeld. "Meine Bedenken mit den Chemikalien im Boden sind zerstreut", schloss Bürgermeister Gustav Otto Jonas. Aber es seien sicherlich noch viele Fragen offen. Heiko Oppermann bot an: "Wir wollen unser Planungskonzept hier gerne kontinuierlich vorstellen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen