zur Navigation springen

Bibel-Projekt : „Das nötige Maß an Verbindlichkeit ist eine große Herausforderung“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Auf Mission in Papua-Neuguinea: Gabriele Lagemann aus Dänischenhagen arbeitet gemeinsam mit Einheimischen an Bibel-Übersetzungen und anderen Projekten.

shz.de von
erstellt am 27.Jul.2017 | 07:22 Uhr

13  330 Kilometer weit weg von zu Hause, um die Sprache der Einheimischen im Dorf Hiovabon in Papua Neuguinea zu erforschen – das hat sich Gabriele Lagemann zur Aufgabe gemacht. Entsandt von der Kirchengemeinde Dänischenhagen arbeitet die Lehrerin für die Organisation Wycliff an einer Fassung der Bibel in der Muttersprache der Menschen in dem Dorf und gibt einen Einblick in ihre Arbeit.

Gabriele Lagemann war zuletzt zehn Wochen in Teop und im Dorf Hiovabon. Dort hat sie mit drei Kleingruppen am Material für einen Ehekurs gearbeitet und mit drei Frauen das erste Buch fertiggestellt. Gefeiert wurde das mit Bananen-Muffins. Auch die dritte Gruppe für junge Ehepaare hatte schlussendlich begonnen, dabei geblieben ist allerdings nur eines der Paare. „Das nötige Maß an Verbindlichkeit für wöchentliche Treffen, inklusive Bibelstudium zu Hause, ist hierzulande eine große Herausforderung“, erzählt Lagemann.

Aber es sei ermutigend, von den verbliebenen Teilnehmern zu hören, wie das Erarbeitete ihren Ehealltag positiv verändert. So habe eine Frau berichtet, dass sie ihrem Mann gegenüber nicht mehr so gereizt reagieren würde, was diesem auch gleich aufgefallen sei. „Trotzdem würde ich mir größere Gruppen wünschen“, sagt Lagemann.

Sie überlegt, verstärkt Bibelstunden für die ganze Gemeinde zu halten. Unterstützung bekommt sie von zwei Pastoren auf der Teop-Insel, in deren Gemeinden sie damit bereits begonnen hat.

Freude macht Lagemann die Arbeit mit zwei jungen Männern, die seit einem Totschlag in Buka in Polizeigewahrsam sind. „In der deprimierenden Gefängnis-Umgebung haben sie sich mit mir das erste Buch eines Jüngerschaftskurses erarbeitet und wollen nun selbstständig das zweite Kursbuch durcharbeiten“, freut sich die Deutsche.


Als Gabriele Lagemann im vergangenen Herbst Unterricht in Ukarumpa gab, war der Leiter des Bibelübersetzungsteams der Kasup-Sprachgruppe, Pastor Kenneth, einer ihrer Schüler.

Die Kasup-Sprachgruppe hat eine Größe von 20.000 Sprechern und wohnt in der Umgebung von Ukarumpa. Das Team des Pastors arbeitet an der Übersetzung des Alten Testaments und an einer Revision des Neuen Testaments.

Lagemann hat eine offizielle Aufgabe mit ihnen bewilligt bekommen und kann ihre Arbeit finanziell von ihrem Projekt-Konto unterstützen. Im August wird sie eine Woche in Ukarumpa verbringen, um sich mit dem Team zu treffen.

Es gibt noch einen weiteren Grund zur Freude für die Lehrerin: Ein Buch zur natürlichen Familienplanungsmethode ist fertig übersetzt und kann bereits per Handy-App verbreitet werden. Lagemann hofft zudem, in Ukarumpa einen kostengünstigen Ausdruck erstellen zu können.

Darüber hinaus hat sie gemeinsam mit Teop-Freunden begonnen, eine bebilderte Kinderbibel zu übersetzen.
Verschiedene Konflikte in Hiovabon haben die Arbeit am neuen Gemeinschaftshaus behindert – der Bauplatz wurde drei Mal geändert. So schleppend wie der Hausbau gehe auch die geistliche Entwicklung in Hiovabon und in Teop insgesamt vor sich, so Lagemann. „Es herrscht viel Verwirrung und Spaltung“, sagt sie. „Aber es gibt auch positive Impulse in der Dorfgemeinschaft und Momente guter Zusammenarbeit.“ Derzeit befindet sich Gabriele Lagemann bereits in Alotau, am südlichen Zipfel Neuguineas, um dort fünf Wochen Bibelübersetzerteams aus dieser Region zu unterrichten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen