Jahresversammlung des Museumsverein : Das Museumskonzept lässt auf sich warten

Personelle Situation zentraler Punkt. Vorstand sieht noch Abstimmungsbedarf.

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23. März 2013, 10:14 Uhr

Eckernförde | Mit Spannung hatten die Mitglieder des Museumsvereins am Donnerstagabend bei ihrer Jahresversammlung die Präsentation des neuen Museumskonzeptes erwartet. Doch das lässt noch auf sich warten: Die Mehrheit des Vorstandes war der Meinung, dass noch einige Modifikationen erforderlich seien.

Seit Mai 2012 beschäftigte sich eine sechsköpfige Arbeitsgruppe mit der Erstellung des Konzept entwurfs. Auf über 30 Seiten werden der aktuelle Stand von Museum und Verein sowie Handlungsempfehlungen zur Bestandssicherung und Weiterentwicklung geschildert. Ein zentraler Punkt ist die personelle Situation, ist doch im Laufe der städtischen Haushaltskonsolidierung entschieden worden, die Stelle des Museumsleiters nicht wieder zu besetzen, wenn Dr. Uwe Beitz in den Ruhestand geht und die Kulturbeauftragte Andrea Stephan mit der Aufgabe zu betrauen. Hier gebe es im Vorstand noch einen "gewissen Abstimmungsbedarf", wie Uwe Reelmann, stellvertretender Vorsitzender und Leiter der Arbeitsgruppe, bedauernd mitteilte. Das Konzept soll überarbeitet und bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vorgestellt werden.

Bürgermeister Jörg Sibbel, Beisitzer im Vorstand, bezeichnete die Beschlüsse zur Haushaltskonsolidierung als richtig. Dadurch sehe der Eckernförder Haushalt heute besser aus als in vielen vergleichbaren Städten. Ohne zu große Hoffnungen heraufzubeschwören, bestätigte er jedoch auch, dass nichts "in Stein gemeißelt" sei.

Einen "großen Druck auf dem Gebiet der Kultur" sieht Vereinsmitglied Günter Haß, auch in räumlicher Hinsicht. Sein Vorschlag: die ab Sommer leer stehende Willers-Jessen-Schule für den kulturellen Betrieb nutzen.

Der Verwaltung sei der Platzbedarf für den kulturellen sowie für viele andere Bereiche hingegen bekannt, so Sibbel. "Unsere Aufgabe ist es, diesen Bedarf zu prüfen, mit Zahlen zu unterlegen und den städtischen Gremien vorzulegen, die dann entscheiden." Für die Willers-Jessen-Schule werde derzeit die Möglichkeit einer Kinonutzung diskutiert. Auch gebe es Ideen für eine andere Nutzung. "Wir führen eine ergebnisoffene Diskussion", so Sibbel. "Ich sehe aber viele Argumente, die dafür sprechen, das Gebäude in öffentlicher Nutzung zu behalten." Zunächst jedoch müsse die Prüfung als Kino-Standort abgewartet werden. Er sei nicht ohne Zuversicht für eine öffentliche Nutzung, die aber auch andere Themenbereiche als Kunst und Kultur umfassen könne.

In seinem Jahresbericht verwies Dr. Uwe Beitz auf die größten Ereignisse wie das Museumsfest im Oktober aus Anlass des 25-jährigen Bestehens und die Integration der historischen Anlage des "Treff Eckernförder Eisenbahnfreunde". Die Besucherzahlen aus dem Vorjahr konnten übertroffen werden. Auch die Ausstellung mit Karikaturen von Kurt Halbritter und die Gaststätten-Ausstellung seien sehr erfolgreich gewesen. Insgesamt 109 Neuanschaffungen hat es 2012 gegeben, darunter Bilder von Hans Friedrich Baasch, Friedrich Thöming und Carl Bössenroth. Die Zahl der Mitglieder ist mit 426 nahezu gleich geblieben.

Im laufenden Jahr ist unter anderem eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung des verstorbenen Ehrenmitglieds, Capricornus-Galeristen und größten privaten Museumsförderers Prof. Dr. Jens Meier geplant. Auch Bilder, Entwürfe und Zeichnungen von Arthur Götting werden von April bis Juni einer Sonderausstellung gezeigt. Das Museum sucht weiterhin Hinweise über den von 1929 bis 1937 in Eckernförde lebenden Künstler. Nicht zuletzt werden auch Informationen und Bildhinweise über unbekannte Künstler aus dem 19. Jahrhundert wie Toosbuy, Trost, Timm und Cruys gesucht. Hinweise nimmt das Museum unter Tel. 04351/712547 an.

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