Wittenseer Quelle : Das Leergut wird knapp

Leider nicht der Ist-Zustand: Der Wittenseer Quelle fehlen, wie vielen anderen Mineralwasserherstellern auch, derzeit erheblicher Mengen an Leergut.
Leider nicht der Ist-Zustand: Der Wittenseer Quelle fehlen, wie vielen anderen Mineralwasserherstellern auch, derzeit erheblicher Mengen an Leergut.

Hitzewelle sorgt für Engpässe bei der Getränkeversorgung. Schuld sind fehlende Flaschen und Kisten.

shz.de von
24. Juli 2018, 06:45 Uhr

Groß Wittensee | Bei Hitze soll man viel trinken. Das nehmen sich offenbar auch die Menschen hier im Norden zu Herzen. Viele kaufen ihr Wasser sogar gleich auf Vorrat. Für die Mineralwasser-Produzenten ist das ein gutes Geschäft – bringt sie aber auch in Lieferschwierigkeiten. In vielen Supermärkten und bei Getränkehändlern stehen Kunden daher zur Zeit vor leeren Regalen. Schuld ist jedoch nicht das fehlende Wasser, sondern fehlendes Leergut.

„Das primäre Problem ist, dass viele Konsumenten bei der Hitze die Getränke bei sich im Keller horten“, sagt Jörg Johannsen, Vertriebsleiter beim Getränkehersteller Wittenseer Quelle. Selbst leere Flaschen stehen dann teilweise wochenlang im Abstellraum. Und das, obwohl die Hersteller diese in der Produktion dringend zum Abfüllen neuer Getränke bräuchten.

Ein weiteres Problem sei zudem die Logistik. Denn aufgrund der hohen Nachfrage muss eben auch mehr Ware von der Produktionsstätte zu den Händlern gefahren werden. Und da stoßen Transportunternehmen zur Zeit fast an ihre Grenzen.

„An Wasser fehle es hingegen nicht“, erklärt Johannsen. Die gestiegene Nachfrage an Mineralwasser und der Engpass an Leergut führten allerdings dazu, dass bei der Produktion momentan mehr Wert auf die Herstellung von Wasser gelegt wird. Bei Limonaden hingegen beschränkt man sich auf die gängigen Sorten.

Um der hohen Nachfrage nachzukommen, wird bei der Wittenseer Quelle derzeit im 20 Stunden-Schichtbetrieb gearbeitet. Im Vergleich zur üblichen Herstellung bedeutet das eine Mehrproduktion im hohen zweistelligen Prozentbereich, so Johannsen.

Auf dem Betriebsgelände in Groß Wittensee wird das Wasser aus rund 100 Metern Tiefe gewonnen, erklärt der Vertriebsleiter. „Es stammt aus einem eiszeitlichen Wasservorkommen und ist gerade deshalb so rein, weil es durch eine darüber liegende Tonschicht vor Verunreinigungen geschützt ist.“ Das einzige, was später noch an dem Quellwasser verändert wird – und das ist auch per Gesetz so vorgeschrieben -–ist der Entzug von Eisen, denn sonst hätte das Wasser eine rötlich-braune Farbe, und die Veränderung des Kohlensäuregehaltes. Während der Pro-Kopf-Konsum von Mineralwasser in Deutschland 1970 noch bei jährlichen 12,5 Litern lag, waren es im vergangenen Jahr ganze 144,3 Liter. Am beliebtesten sei die „Böe“, erklärt Johannsen und meint damit die Mineralwassersorte mit einem mittleren Kohlensäuregehalt. Gefolgt von „Sturm“. Das Mineralwasser ohne Kohlensäure „Flaute“ erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit.

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