zur Navigation springen
Eckernförder Zeitung

19. Oktober 2017 | 06:02 Uhr

Fleckeby : Das lange Warten auf die Zahlen

vom

Nach Überhangs- und Ausgleichsmandat: Fleckebys Gemeinderat jetzt mit 15 Sitzen. Fraktionen buhlen um Partner. Hauschildt ist enttäuscht.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 07:38 Uhr

Fleckeby | Bis nach 23 Uhr mussten die Kandidaten der Freien Wählergemeinschaft (FWG), der CDU, der SPD und des SSW ausharren, um das Kommunalwahlergebnis zu erfahren. Erst dann konnten sie ihrer Freude oder ihrem Frust freien Lauf lassen. Dabei wurde erstmals die Gemeinde in zwei Wahlbezirke aufgeteilt - für Fleckebyer und Göthebyer gab es getrennte Wahlräume in der Hardesvogtei, um die Stimmenauszählung nach den Erfahrungen von 2008 zu beschleunigen.

Dabei war gerade das Augenmerk vielerorts auf den Wahlausgang in Fleckeby gerichtet. Zwar trat der amtierende Bürgermeister Heinrich Hauschildt wieder als Spitzenkandidat zur Wahl an - allerdings nicht für die FWG, sondern für die CDU (wir berichteten). Seinen Wechsel hatte Hauschildt bereits vier Monate vor der Kommunalwahl bekannt gegeben, kurz nachdem ihn die FWG nicht wieder nominierte, sondern Rainer Röhl auf Listenplatz eins wählte. Das Verhältnis zwischen ihm und seiner Fraktion war danach merklich abgekühlt.

Dass dieser Wechsel, wie Hauschildt selbst sagte, "nach hintenlosgegangen" ist, zeigt das Wahlergebnis. Mit 304 Stimmen halbierte er seinen Zuspruch von vor fünf Jahren, als er noch auf knapp 600 Stimmen kam. "Ich hatte mir persönlich mehr erhofft", sagte Hauschildt gestern enttäuscht. Er zeigte aber auch Verständnis darüber, dass die Wähler seinen Entscheidung, noch während seiner Amtszeit die Partei zu wechseln, nicht nachvollziehen konnten. Dennoch sieht er seine Bilanz als Bürgermeister positiv: "Ich habe immer einen Weg gefunden, einstimmige Beschlüsse herbeizuführen", so der 67-Jährige, das sei sein Geschick gewesen.

Neben Heinrich Hauschildt werden Dr. Rolf Wenzel und die ebenfalls ehemalige FWG-Vertreterin, Göntie Timme, in den Gemeinderat einziehen.

Bessere Stimmung hingegen bei der SPD, die durch ein Ausgleichsmandat auf vier Sitze kommt. Ursula Schwarzer, Felix Grabowski, Friedrich Nissen und Heike Ostmann-Summek wurden in die neue Gemeindevertretung, der erstmals 15 Mitglieder angehören, gewählt. "Mich freut besonders das gute Ergebnis von Fiete Nissen", sagte Schwarzer. Nissen erhielt 380 Stimmen und wurde damit direkt gewählt. Jetzt werde es Gespräche geben, um die notwendigen Mehrheiten zu beschaffen, kündigte Schwarzer an, die sich selbst ein besseres Ergebnis als die 278 Stimmen gewünscht hätte. "Ich werde aber auf jeden Fall kandidieren", betonte sie. Dabei hofft sie auf Unterstützung von der CDU und dem SSW (zwei Sitze: Anne Mette Jensen und Hans-Georg Kruse). "Ich habe immer vertrauensvoll mit Heine zusammengearbeitet", betonte sie, man sei sich in wichtigen Fragen einig gewesen. Dass es angesichts der jüngsten Berichte im FWG-Mitteilungsblatt "Wegweiser" nicht leicht werde, mit der FWG auf einen Nenner zu kommen, machte sie auch deutlich. Darin hatte die Wählergemeinschaft die Personalie Hauschildt, aber auch das Abstimmungsverhalten von SSW und SPD kritisiert.

Zufriedenheit bei der FWG, die aufgrund eines Überhangmandats - gleich sechs der Kandidaten wurden direkt gewählt - mit sechs Sitzen (2008: 7) der neuen Gemeindevertretung angehören wird. Die sechs, das sind neben Röhl noch Dr. Reiner Herzog, Hans-Hermann Wörmbke, Frank Künemund, Sabine Otto und Andreas Hammerich.

Trotz des Wahlkampfes der vergangenen Wochen erwartet Röhl, dass sich alle Fraktionen "zusammenraufen". "Das hat Fleckeby verdient", sagte er. Natürlich werde es jetzt Gespräche mit allen Fraktionen geben, denn jede brauche einen Partner, um eine Mehrheit zu bekommen.

Für Anne Mette Jensen (SSW) ist es jetzt noch zu früh, sich auf den Kandidaten festzulegen, der die Zustimmung des SSW am 17. Juni auf der konstituierenden Sitzung erhält. "Alle Fraktionen haben aber in den letzten fünf Jahren gut zusammengearbeitet", blickte sie zurück. Man sei offen für alle. Dass es aber Verbundenheit zwischen SPD und SSW gebe, sei nicht von der Hand zu weisen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen