Dreschen in Norby : Das Knattern der alten Maschinen

Klaus Peters und Ewald Schlegel (li.) demonstrieren, wie vor mehr als 10 Jahren in der Landwirtschaft gearbeitet wurde.
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Klaus Peters und Ewald Schlegel (li.) demonstrieren, wie vor mehr als 10 Jahren in der Landwirtschaft gearbeitet wurde.

Ernte wie in alten Zeiten – die Oldtimerfreunde Norby lassen historische Landtechnik wieder aufleben

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06. Januar 2015, 06:07 Uhr

Owschlag | Geselligkeit, gepaart mit Fachsimpelei und viel Spaß steht bei den Oldtimerfreunden Norby ganz obenan steht. Die Veranstaltung in der Scheune von Ewald Schlegel hat sich zu einem Publikumsmagneten in der Region entwickelt. Auch am Sonntag waren es wieder einige Hhndert Interessierte, die einen Blick auf die chromblitzenden, aber auch angerosteten Schmuckstückchen der vergangenen Jahrzehnte werfen wollten. Die alten Fahrzeuge und Maschinen der Väter und Großväter ließen die Ära der Landwirtschaft des 20. Jahrhunderts wieder aufleben und waren besonders für die Älteren ein Stück Nostalgie.

Das Treffen eröffnete Pastorin Kristina Warnemünde mit einem Gottesdienst in der Scheune – eine Premiere für die Oldtimerfreunde. „Gut 40 Besucher waren es da schon“, sagt der Kropper Dirk Jahn und vermutet: „So viele sind es bestimmt nicht immer in der Kirche“.

Im weiteren Verlauf des Treffens spielte der Musikzug aus Norby und das Soundorchester.

Dirk Jahn war froh, dass alle Maschinen und Fahrzeuge rechtzeitig zum Oldtimerdreschen intakt waren. „Im letzten Jahr war der Schüttler beim Trommeldrescher gebrochen“, erinnerte er sich noch gut.

Vorsitzender bei dem Verein der Oldtimerfreunde mit derzeit rund 25 Mitgliedern , ist seit einem Jahr der 32 Jahre alte Tim Scheer. „Ich bin mit den Maschinen groß geworden“, erzählt er. Scheer ist selbst stolzer Besitzer eines historischen Treckers, ein Eiche Panter aus dem Jahr 1962. In Aurich wurde er vor wenigen Jahren fündig, als er nach einem Oldtimer suchte. Doch dann begann für ihn erst die Arbeit. Tim Scheer hat das Fahrzeug neu verkabelt, die Kupplung ersetzt und der Karosserie einen neuen Anstrich verpasst. „22PS, luftgekühlt“, so der Vorsitzende. Das vermutlich älteste Fahrzeug gehört Jürgen Thomsen. Vor 25 Jahren gönnte er sich einen Lanz Bulldog, Baujahr 1940. „Ein Fahrzeug mit Vorglühkopf“, sagt der Kropper. „An den Fahrzeugen kann man selber noch schrauben“, beschreibt Tim Scheer den Reiz der alten Motoren.

Noch einige Jahre älter sind die Dreschmaschinen in der Scheune von Ewald Schlegel. „Der Trommeldrescher ist aus dem Jahr 1915, der Stiftendrescher von Klaus Peters vermutlich um 1900“, sagte Jahn – es ist quasi die erste Mechanisierungsstufe des Dreschens. Dass beide Maschinen noch tadellos arbeiten, zeigten die Oldtimerfreunde eindrucksvoll. So konnten die Besucher hautnah verfolgen, wie die „Spreu vom Weizen“ getrennt wird. Tim Scheer und Ewald Schlegel befüllten den Stiftendrescher mit Getteide. Die Stifte ziehen das Getreide der Länge nach ein und dreschen die Ähren leer.

Im Zelt gab es für die Besucher abseits vom Knattern der Maschinen Getränke und Speisen. Nicht fehlen durfte der gut 20 Jahre alte Backofen des Fleckebyer Bäckermeisters Klaus Knees. Volker Peters holte aus dem Ofen immer wieder lecker duftende Laiber Brot für die hungrigen Gäste heraus.

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