Skaterpark im Schulweg : „Das ist unsere Optionsfläche“

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Die Ratsversammlung entscheidet am 18. Dezember, on der Skaterpark auf doie andere Straßenseite des Schulwegs verlegt wird.
Die Ratsversammlung entscheidet am 18. Dezember, on der Skaterpark auf doie andere Straßenseite des Schulwegs verlegt wird.

Im Bauausschuss gab es eine knappe Mehrheit für die Skaterpark-Verlagerung auf die andere Straßenseite. Kritik von SPD, Grünen und Linken.

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05. Dezember 2018, 10:42 Uhr

Eckernförde | Die Ein-Stimmen-Mehrheit von CDU, FDP und SSW für die Verlegung des Skaterparks auf die andere Seite des Schulwegs hat nach dem Jugendausschuss auch den Bauausschuss durchgestanden. Mit 6:5 Stimmen wurde der Verlegungsantrag gegen das Votum von SPD, Grünen und Linken angenommen. Ein vorgeschalteter Prüfantrag der Grünen (wir berichteten in unserer gestrigen Ausgabe), die zuvor in die Argumentation und Prüfung der Verlagerung gehen wollten, war zuvor mit gleichem Ergebnis abgelehnt worden. Jetzt hat die Ratsversammlung am 18. Dezember das letzte Wort. Auch dort hätte das Dreierbündnis aus CDU, FDP und SSW eine Ein-Stimmen-Mehrheit.

Nachdem Dirk Willi Möller (CDU) den knappen CDU/FDP/SSW-Antrag am Dienstagabend nur verlesen, aber nicht weiter begründet hatte, stieg Ausschussvorsitzender Sören Vollert (Grüne) in die Diskussion ein. Die Gründe für die Verlegung seien überhaupt noch nicht diskutiert worden. Das Argument, am Skaterpark gebe es ein Drogenproblem, sei nicht stichhaltig (siehe Bericht unten) und „reiner Populismus“. Es habe 2016 keine Mehrheit für den Schulweg als Kino-Standort gegeben, jetzt solle es mit neuen Mehrheiten wieder versucht werden, kritisierte er das Vorgehen. Wenn der „Grüngürtel“ am Schulweg bebaut würde, „würde es einen unheimlichen Druck für Erweiterungen geben und als nächstes wären die Schrebergärten dran“, sagte Vollert. Bevor man da ran gehe, müsse man eine Verlagerung auch städtebaulich von Fachleuten wie dem Gestaltungsbeirat prüfen lassen. Man dürfe so etwas nicht einfach mit mehrheitlicher „Basta“-Mentalität ohne Argumentation durchwinken.

Thorsten Peuster (SSW) und Helge Molt (FDP) wiesen auf die eingehende Prüfung im Jahr 2016 durch die Verwaltung hin. Damals sei der Schulweg Kino-Standort Nr. 1 gewesen, bis dann der Sky-Markt vorgeschlagen und später wieder verworfen wurde. Man unterstütze die Kino-Planung am Bahnhof, erklärte CDU-Fraktionschefin Katharina Heldt, doch man brauche einen „Plan B“ für den Fall, dass es dort nicht realisiert werden könne. „Das ist unsere Optionsfläche“, sagte Heldt.

Ganz ander Meinung waren da Frauke Piechatzek, Jürgen Neumann (SPD), Jenny Kannengießer (Grüne) und Rainer Beuthel (Linke). Er habe wirklich versucht, den Antrag zu verstehen, aber die Notwendigkeit einer Verlegung nicht nachvollziehen können, sagte SPD-Fraktionschef Neumann. „Ist der Platz am Noor überhaupt geeignet und technisch machbar?“, fragte er. Ein Kino in Kombination mit einem Verbrauchermarkt passe dort städtebaulich überhaupt nicht hin. Jenny Kannengießer fand es „sehr schade, dass sich die Mehrheit einer Argumentation völlig verschließt und den Antrag ohne Prüfung der Kosten durchboxt“. Rainer Beuthel sprach von „abstrusen Argumenten“ des Dreierbündnisses. Thema Drogen: „Will die CDU dann auch die Schließung sämtlicher Schulen beantragen?“ Er lasse sich „durch die Scheinargumente doch nicht veräppeln“. Natürlich habe der Standortwechsel des Skaterparks mit der Kino-Frage zu tun. CDU, FDP und SSW bögen sich ihre nicht sachgerechten Argumente zurecht.

Georg Bicker (CDU) betonte, dass alle aufgeworfenen Fragen im Bauleitverfahren ohnehin geprüft würden. Auch die CDU hätte vor zweieinhalb Jahren mit einer knappen Abstimmungsniederlage bei der Suche nach einem Kino-Standort leben müssen. „Wir haben es durchgestanden, und Sie werden das gefälligst auch tun!“

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