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Eckernförder Zeitung

16. August 2017 | 19:41 Uhr

„Das ist eine herbe Enttäuschung“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Betriebswirtschaftliches Vorgehen: In einem Gutachten begründet die Förde Sparkasse die Schließung der Osdorfer Filiale

Nun ist es offiziell: Die Filiale der Förde Sparkasse in Osdorf, für die die Gemeinde so sehr gekämpft hat, wird geschlossen bleiben. Auf einem Pressegespräch im Amtsgebäude in Gettorf nahmen Bürgermeister Joachim Iwers (WgO), sein Stellvertreter Jens Hansen (CDU) sowie der Amtsdirektor Matthias Meins Stellung zu dem Thema. „Wir sind wirklich sehr enttäuscht über diese Entscheidung“, erklärt der Osdorfer Bürgermeister.

Der Verwaltungsrat der Förde Sparkassen hatte ein zwölfseitiges Gutachten vorgelegt, indem er seine Entscheidung ausführlich begründet. Im Vordergrund würden betriebswirtschaftliche Interessen stehen. Da 50 Prozent der Kunden mittlerweile auf Onlinebanking umgestiegen seien, würde sich die Filiale nicht mehr rentieren, hieß es in dem Schreiben.

„Wir haben wirklich gekämpft, und die große Beteiligung der Bürger war dabei sehr beeindruckend“, so Iwers. In kürzester Zeit hätten die Osdorfer über 1000 Unterschriften gesammelt, doch das habe alles nichts genützt. Der Bürgermeister sieht die Interessen der Flächen nicht ausreichend vertreten, der Verwaltungsrat sei so besetzt, dass dies auch nicht gewährleistet sei, so Iwersen. „Kiel ist im Verwaltungsrat gut vertreten, die Fläche ist jedoch unterpräsentiert“. Auch für umliegende Gemeinden, die die Filiale in Osdorf als Anlaufstelle nutzen, sei die Schließung ein großer Verlust. „Die haben es dann noch weiter nach Gettorf“, so der stellvertretende Bürgermeister Jens Hansen.

Der wies auch nochmal darauf hin, dass die Filiale einen barrierefreien Zugang habe, was weder der SB- Automat im Edeka, noch die Filiale in Gettorf gewährleisten können. „Das ging auch alles so schnell“, so der Bürgermeister. Am 22. September wurde die Schließung beschlossen, und am 18. November war dann auch schon der letzte Filialtag.

Amtsdirektor Matthias Meins bezeichnete die Stellungnahme des Verwaltungsrats als „beinahe zynisch“: „Als es um den Punkt der Anbindung nach Gettorf ging, da wurde auf die Mitfahrerbank verwiesen“. Dass die Filiale geschlossen bleibe, sei die eine Sache, aber es komme ja nicht mal ein Sb-Automat in Frage. „Wir als Gemeinde standen voll hinter den Osdorfern und ich habe wirklich Hochachtung davor, was die hier in die Wege geleitet haben.“ So Meins. Für ihn sei das eine herbe Enttäuschung. Der Einfluss ländlicher Regionen würde immer mehr nachlassen. „Wir haben hier einen Bevölkerungszuwachs, es kann nicht sein, dass kleine Gemeinden nicht ernst genommen werden“, so Meins.

Von der Gegenseite habe der Bürgermeister gehört, dass es zwar schon des Öfteren wegen der Schließung von Filialen in ländlichen Gebieten zu Protesen kam, die Osdorfer aber am vehementesten waren. Genützt hat es am Ende aber nichts.

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erstellt am 04.Feb.2017 | 06:18 Uhr

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