Das große Ding am Bahnhof

Schon morgens voll belegt – die 285 gebührenfreien und innenststadtnahen Parkplätze auf dem P+R-Parkplatz am Schulweg.
Schon morgens voll belegt – die 285 gebührenfreien und innenststadtnahen Parkplätze auf dem P+R-Parkplatz am Schulweg.

Zwischen Schulweg und Bahnhof soll ein neues Wohn-, Arbeits- und Freizeitquartier entstehen

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27. Januar 2018, 06:09 Uhr

Ursprünglich sollte der P+R-Parkplatz am Schulweg um 300 Parkplätze aufgestockt werden, um die wegfallenden Parkplätze in der Innenstadt zu kompensieren. Doch die Pläne haben sich geändert, Wohnen, Büros, ein Verbrauchermarkt und ein Kino sollen auf dem insgesamt 15 000 Quadratmeter großen Areal laut Beschluss der Ratsversammlung vom 12. Mai 2016 angesiedelt werden, eine Investorengruppe steht bereit, um die vom Kappelner Architekten Gregor Sunder-Plassmann erarbeitete Machbarkeitsstudie mit Leben zu füllen.

Bürgermeister Jörg Sibbel nutzte am Donnerstagabend im Bauausschuss die Gelegenheit, das Bahnhofsprojekt, das durch die erneute Offerte der Bahn mit dem gewünschten Verkauf des Bahnhofgebäudes zusätzlichen Schwung erfahren könnte, nochmals vorzustellen. „Es gibt ernst zu nehmende Planungen einer Investorengruppe“, teilte er mit. Im Norden des Geländes zum Schulweg soll sich ein großer Vollsortimenter ansiedeln, im Süden am Bahnhof ein Kino. So sind jedenfalls die Pläne, die vermutlich schon sehr konkret sein dürften. Sibbel hob besonders die Bedeutung des Vollsortimenters mit Frischeabteilung für die Nahversorgung in der Innenstadt hervor, nachdem sich Aldi und Markant verabschiedet haben. Und „endlich“ soll auch „das sehnlichst erwartete Kino“ entstehen, so Sibbel, was auch im Hinblick auf das Internationale Naturfilmfestival Green Screen von großer Bedeutung für Eckernförde ist. Auch der geplante Bau von 90 Wohnungen rund um den Bahnhof entlaste den angespannten Wohnungsmarkt im Ostseebad. Zusammen mit den 125 Wohnungen der Nooröffnung würden dadurch 200 neue Mietwohnungen in zentraler Lage entstehen, freute sich der Verwaltungschef. Ein Teil davon sogar sozial gefördert und damit bei einer Nettokaltmiete von 5,20 Euro pro Quadratmeter auch für Menschen mit niedrigerem Einkommen erschwinglich.

Auf der anderen Seite sorge der drohende Verlust von 285 gebührenfreien Parkplätzen am Schulweg für Missfallen, sagte der Bürgermeister. Daher müsse klar sein: Am Bahnhof könne erst gebaut werden, wenn die wegfallenden Parkplätze vorher an anderer Stelle erstellt worden sind. Daher habe man auch den Bebauungsplan 69 zweigeteilt – zunächst die Parkplätze, dann die Hochbauten zwischen Schulweg und Bahnhof. Dort wären zwar 490 Stellplätze vorgesehen, die stünden aber fast ausschließlich den neuen Nutzern zur Verfügung. Lediglich 68 Parkplätze in der geplanten Tiefgarage könnten öffentlich genutzt werden. Die Ausweichparkplätze sieht Sibbel am 3. Gleis (180 Stellplätze) und am Grünen Weg. Die Stadt habe das Grundstück 3. Gleis bereits erworben, für 2018 seien 363 000 Euro an Planungskosten im Haushalt festgesetzt, nächstes Jahr 2,4 Millionen Euro für den Parkplatzbau.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass man bei den Parkplatznutzern zwischen Kunden und Bewohnern und Arbeitnehmern auf der anderen Seite unterscheiden müsse. Der P+R-Parkplatz Schulweg sei bereits morgens vor Geschäftsbeginn voll belegt von Pendlern, Bewohnern und Beschäftigten. Eine Kompensation am 3. Gleis und Grünen Weg sieht Sibbel daher als „nicht so kritisch“ an.

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