Eckernförder Bank : „Das Geld sucht eine sichere Heimat“

Die Bankvorstände Wilhelm Altermann-Schoer und Thomas Petersen mit ihren Nachfolgern Sönke Saß und Frank Nissen (v.l.).
Die Bankvorstände Wilhelm Altermann-Schoer und Thomas Petersen mit ihren Nachfolgern Sönke Saß und Frank Nissen (v.l.).

Die Eckernförder Bank präsentiert bei der Vertreterversammlung eine positive Bilanz. Vorstandsmitglied Thomas Petersen erhält die höchste Auszeichnung des Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes.

shz.de von
18. Juni 2014, 05:33 Uhr

Der Eckernförder Bank stehen einschneidende Veränderungen bevor: Zum 30. September wird Vorstandsmitglied Thomas Petersen in den Ruhestand gehen, sein Kollege Wilhelm Altermann-Schoer folgt ihm zum 31. Januar 2016. Doch mit den Prokuristen Sönke Saß und Frank Nissen stehen zwei Nachfolger bereit, die zum 1. Oktober in den Vorstand der Eckernförder Bank berufen werden.

Sie übernehmen ein gut bestelltes Feld, wie gestern Abend bei der Vertreterversammlung der Bank deutlich wurde. Die Genossenschaftsbank hat rund 7500 Mitglieder. Sie wählen alle vier Jahre ihre Vertreter – das sind 150 –, die bei wichtigen Fragen mitentscheiden. Gestern wurden sie Zeugen, wie Hartmut Bödecker vom Genossenschaftsverband Thomas Petersen die Goldene Raiffeisen/Schulze-Delitzsch-Gedenkmedaille für herausragende Verdienste im Genossenschaftswesen verlieh.

Die Bank hat ein weiteres erfolgreiches Jahr hinter sich, sie betreut knapp 716 Millionen Euro ihrer 22 500 Kunden. Die Bilanz zum 31. Dezember 2013 schließt mit einer Summe von 326,9 Millionen Euro ab. „Getragen wurde das Wachstum wieder von der starken Nachfrage im Kundenkreditgeschäft“, erklärte Wilhelm Altermann-Schoer. „Die Kredite an Kunden wuchsen um 6,5 Prozent auf 245,1 Millionen Euro. Damit konnte die Bank alle vertretbaren Kreditwünsche ihrer Mitglieder und Kunden erfüllen.“ Der Bilanzgewinn beträgt rund 750 000 Euro. Das Geld wird – abzüglich einer vierprozentigen Ausschüttung an die Mitglieder – dem Eigenkapital der Bank zugeführt, das bei 25,6 Millionen Euro liegt und sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt hat. Wegen gestiegener Ansprüche durch eine geänderte EU-Gesetzgebung ist ein entsprechend hohes Eigenkapital erforderlich geworden.

„Aufgrund der derzeitigen Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank wachsen die Kundeneinlagen nur mäßig und auch das nur im kurzfristigen Bereich“, so Altermann-Schoer. „Wie lange diese Zinspolitik, die die Wirtschaft in den Krisenländern Europas ankurbeln soll, noch andauert, ist derzeit nicht absehbar. Tatsächlich beschert sie den Sparern in Deutschland durch eine reale Minusverzinsung ein Abschmelzen ihrer Kapitalanlagen. Im Klartext heißt das, dass der deutsche Sparer die Belebung in den südlichen europäischen Ländern finanziert.“

Und die lang anhaltenden niedrigen Zinsen haben noch einen anderen Effekt: Wer ein Haus bauen oder in seinen Betrieb investieren wollte, hat das mittlerweile gemacht. „Und aufgrund des demographischen Wandels werden auch die Leerstände in Altbauten zunehmen, so dass Kredite für die Hausfinanzierung abnehmen werden“, sagt Thomas Petersen. Auf der anderen Seite wachsen die Vermögenseinlagen, obwohl es so gut wie keine Zinsen mehr gibt. Petersen: „Das Geld sucht eine sichere Heimat, keine Rendite.“

Im 140. Jahr ihres Bestehens blickt die Eckernförder Bank optimistisch in die Zukunft. Gedanken an eine Fusion mit einer anderen Bank erteilt Altermann-Schoer eine klare Absage: „Die Bank will selbstständig bleiben, und alle operativen Maßnahmen haben sich diesem Ziel zu unterwerfen.“ Auch gebe es keine Überlegungen für eine strukturelle Änderung: Alle sieben Geschäftsstellen sollen erhalten bleiben.

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