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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2017 | 01:31 Uhr

Schülerforum : Das EU-Parlament im Kleinen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Schüler haben brennende Fragen der Europäischen Union diskutiert und Lösungsvorschläge präsentiert.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2017 | 06:02 Uhr

Eckernförde | Normalerweise diskutieren hier die Mitglieder der Eckernförder Ratsversammlung, doch gestern gehörte der Ratssaal im Rathaus ganz der Jugend: 62 Schüler von sechs weiterführenden Schulen in Eckernförde diskutierten mehrere Stunden lang über die brennenden Fragen der Europäischen Union. Es war die „Parlamentarische Vollversammlung“ und der Höhepunkt des „Schülerforums der Europäischen Kommission“.

An diesem Schülerforum können Jugendliche – meistens der zehnten Klassen – teilnehmen, um in die Politik einzutauchen und die Grundzüge der parlamentarischen Demokratie kennenzulernen. Zwei Tage lang haben sich die 62 Teilnehmer an der Gudewerdt-Gemeinschaftsschule mit sechs verschiedenen Themenkomplexen beschäftigt: Rechtspopulismus und Klimawandel, Flüchtlingskrise und Terrorgefahr waren auch dabei – wie soll die Europäische Union darauf reagieren?

Die Schüler bildeten Ausschüsse, analysierten und diskutierten die Problematiken und erarbeiteten Lösungsvorschläge, die in einer Resolution als Forderungen formuliert wurden. Diese galt es nun vorzubringen und gegen die Kritik der anderen Ausschüsse zu verteidigen.

Und das gelang ihnen sehr gut. So fand beispielsweise die Forderung nach verpflichtenden Anti-Rassismus-Workshops an Schulen ebenso eine Mehrheit des Plenums wie die verstärkte psychologische Betreuung von politisch motivierten Straftätern. Eine Absage gab es dagegen für den Vorschlag, einen bestimmten Widerspruch in der Organisation nationalistischer Organisationen medienwirksam hervorzuheben.

„Es herrscht Medienfreiheit. Man kann den Medien nicht vorschreiben, worüber sie berichten sollen“, lautete ein Argument der Kritiker, auf das die Befürworter antworteten: „Die Medienfreiheit soll nicht eingeschränkt werden. Es geht um eine bessere und genauere Berichterstattung.“

Mehrere Stunden diskutierten die Schüler, die Sitzungsleitung hatte die 22-jährige Laura Libera inne. Die Jura-Studentin aus Düsseldorf engagiert sich ebenso wie der Student und gebürtige Eckernförder Jonas Krohn (21), der die Projektleitung innehatte, für das Projekt „Europäisches Jugendparlament“ der Europäischen Kommission in Deutschland, das Schülern Politik näherbringen will.

Bei den Eckernförder Teilnehmern hat das funktioniert: „Mir hat das Schülerforum sehr gut gefallen“, sagte beispielsweise Jasper Hieronimi (17) von der Waldorfschule. Mit Politik hatte er bislang nicht viel am Hut, fühlt sich aber motiviert, das zu ändern.

Die lebhaft, professionell und diszipliniert geführten Diskussionen zeigten: Manchmal braucht es nur den richtigen Anstoß, um die richtige Begeisterung zu wecken.

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