15 Info-Schilder sind montiert : Das erste Drittel ist geschafft: Geschichte des Noores eindrucksvoll dokumentiert

Das erste Etappenziel des Projekts „Landschaft und Kultur Windebyer Noor“ ist erreicht: Bürgermeister Jörg Sibbel (2. v. l.) mit Klaus Vaupel, Norbert Biermann, Joachim Sebastian und Jutta Fenske.  Fotos: Kühl
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Das erste Etappenziel des Projekts „Landschaft und Kultur Windebyer Noor“ ist erreicht: Bürgermeister Jörg Sibbel (2. v. l.) mit Klaus Vaupel, Norbert Biermann, Joachim Sebastian und Jutta Fenske. Fotos: Kühl

Die Heimatgemeinschaft hat rund um das Windeyber Noor auf 15 informativen und gut gestalteten Hinweisschilder die Entstehungsgeschichte des Gewässers nachgezeichnet. Zu entdecken sind Moorleichen, ein Richtplatz und Muschelhaufen.

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06. Mai 2015, 06:51 Uhr

Das Windebyer Noor ist nicht nur ein faszinierender Naturraum, sondern auch archäologisch und geschichtlich von ganz besonderer Qualität. Die Heimatgemeinschaft Eckernförde hat viel Zeit und Know-how in die Aufarbeitung der Entstehung und Entwicklung des Windebyer Noores und seiner näheren Umgebung gesteckt und gerade den ersten Teil des ehrgeizigen, dreistufigen und 42000 Euro teuren Gesamtprojekts „Landschaft und Kultur Windebyer Noor“ abgeschlossen. Der weitaus größte Teil des Projekt ist allerdings in ehrenamtlicher Arbeit gestemmt worden. Gestern Nachmittag wurde die letzte von 15 Info-Tafeln an der Strandpromenade gegenüber der Stadthalle enthüllt und der Abschluss der ersten Stufe mit einem kleinen Sektempfang gefeiert.

Joachim Sebastian, Norbert Biermann, Jutta Fenske und Klaus Vaupel haben drei Jahre harter, ehrenamtlicher Arbeit hinter sich, in denen sie das Projekt von der Idee bis zur Realisierung betreut haben. Die grafisch von Katharina Mahrt anspruchsvoll und übersichtlich gestalteten und auch vom Material und der Verarbeitung her hochwertigen Info-Tafeln sind der Beginn, weitere Maßnahmen werden folgen. Die Projektgruppe nannte unter anderem für die erste Stufe noch den Aufbau einer Datenbank und Flyer mit acht ausgewählten Tourentipps, die im Sommer fertig sein sollen. Im zweiten Projektpart soll eine dreidimensionale Simulation die Entstehung und Entwicklung des Noores von der Eiszeit bis heute in faszinierenden Grafiken veranschaulichen. Und Projektteil 3 ist der Internetpräsentation mit unzähligen Infos und Apps vorbehalten.

Dass bei so einem Aufwand nichts ohne wissenschaftliche Begleitung und finanzkräftige Partner geht, ist klar. Die Heimatgemeinschaft ist stolz darauf, mit der Uni, zahlreichen Instituten, Archiven, Schloss Gottorf sowie der Stadt und der Bingo-Lotterie tatkräftige Partner und Förderer gewonnen zu haben. Bingo hat beispielsweise 11000 Euro für die Herstellung der 15 Info-Schilder und sechs Standortschilder an markanten Stellen mitsamt der Trägersysteme auf den Tisch gelegt.

Das Informationssystem ist in der Tat sehr vielfältig und beeindruckend aufbereitet. Das liegt an der Präsentation, aber auch an der überaus interessanten Entstehungsgeschichte und Entwicklung des Areals. Und es sind nicht nur die Moorleichen, die in Windeby, Osterby und Damendorf gefunden wurden und die längst ihren angemessenen Platz auf Schloss Gottorf haben und Jahr für Jahr tausende Besucher faszinieren. Es gab am Noor beispielsweise bis 1822 einen Richtplatz der Stadt Eckernförde, auf dem die Delinquenten nach der Verurteilung gerädert und enthauptet wurden. Der Platz liegt schräg gegenüber des Krankenhauses am Noorufer.

Burgen, Muschelhaufen, Grabhügel, die Schnaaper Wassermühle oder der Osterwall sind weitere bedeutende geschichtliche Wegmarken, die den Besuchern erklärt werden. Interessant ist auch der Fund einer Geweihaxt, auf der 7500 Jahren v. Chr. der erste Eckernförder als Figur eingeritzt worden ist – die Figur dient der Projektgruppe als Logo.

Im Zuge des Projekts sind mehrere Diplom- und Doktorarbeiten geschrieben worden. „Das Projekt hat sehr viel ausgelöst“, sagt Norbert Biermann. Letztlich auch neue Forschungsergebnisse, an denen fortwährend gearbeitet wird.

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