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AB ins Winterlager : Das Ende einer „sehr schönen Saison“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hafenmeister Tobias Klüter holt noch bis 15. November Yachten aus dem Wasser. Segler ziehen positives Fazit der zurückliegenden Wochen.

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erstellt am 10.Okt.2013 | 06:15 Uhr

„Andersrum – mit dem Heck zum Kran“, ruft Tobias Klüter dem Bootsführer zu, der wie etliche vor ihm mit dem Bug voran an der Steuerbordseite festmachen will. „Hast Du schon mal über ein Schild nachgedacht?“, frotzelt Sven Gahler und hat die Lacher auf seiner Seite. Seine „Gahlopp“, eine Comfortina 32, steht schon aufgebockt an Land, doch auch der Kieler hatte über die Saison vergessen, mit welcher Seite am Kran angelegt wird.

Der 47-Jährige ist sowohl Mitglied im Kieler Yachtclub (KYC) als auch im Yacht Club Strande und schätzt „den Hafen mit Urlaubswert“ ebenso wie „den Hafenmeister mit Unterhaltungswert“. Der ehemalige zweifache Europameister (Sprinta Sport) hat acht Mal zur Mittwochsregatta des KYC Segel gesetzt und den dritten Platz belegt, der Urlaubstörn führte ihn nach Dänemark. Dass die Saison nun zu Ende ist, lässt ihm Zeit für sein zweites Hobby: Laufen.

Auch für Carsten Haslob aus Holtenau geht nicht nur eine „sehr schöne Saison“ zu Ende, sondern auch eine erfolgreiche: Bei der Regatta Ærø rund belegte er den ersten und zweiten Platz mit seiner „Globetrotter“, einer Bavaria 34. Der 68-Jährige segelt seit Kindertagen und verbringt mit seiner Frau die meiste Zeit im Sommer auf dem Boot, das von Sven Nitsch mit dem Trecker auf seinen Platz am Yacht Club Strande gezogen wird. Ehefrau Christiane hat kein Problem damit, dass die Segelei erst einmal Pause hat. „Da ist mal wieder Zeit für was anderes“, sagt sie und lacht.

Die Segler helfen sich beim Aufslippen gegenseitig an den Tampen, während der Hafenmeister per Knopfdruck die schwimmenden Heime, die zwischen viereinhalb und fünf Tonnen wiegen, hebt und senkt, nach links und rechts hievt, bis sie auf den Millimeter genau auf dem Wagen aufliegen. Etwa 15 Schiffe holt er mittwochs und sonnabends aus dem Wasser – allesamt Boote des SYC. An den Tagen dazwischen sichern sich Mitglieder des KYC, aber auch Segler vom Kieler Ostufer, vom Sporthafen Stickenhörn oder aus Schilksee Termine am Strander Kran. „Hier ist es entspannter“, gibt Klüter wieder, was die Wassersportler ihm mitteilen. Das Kopfnicken der umstehenden Segler, die mit dem nächsten Boot beschäftigt sind, bestätigt das. Zeit für einen Schnack nebenbei bleibt immer, und mancher kommt nur dafür kurz vorbei – wie Hauke Bohnen, Takelmeister des KYC. Er blickt gern auf die endende Saison zurück. „Nachdem der Sommer lange auf sich warten ließ, haben wir ihn plötzlich und schön bekommen“, schwärmt Bohnen. Wie die meisten seiner Sportskollegen war auch er mit seinem Boot vor Dänemark und Schweden unterwegs. „Da hatten wir fast karibische Verhältnisse“, berichtet Bohnen begeistert.

Umgekehrt konnte Tobias Klüter viele Skandinavier im Hafen Strande begrüßen, dazu viele Segler, die an der Flensburger Förde zuhause sind. Die Stimmung sei gut gewesen. Einzig die roten und grünen Schilder, die anzeigen, ob ein Liegeplatz belegt werden kann oder nicht, hätten Probleme bereitet. Denn es konnte durchaus sein, dass ein Gast noch an einem Platz lag, der im Laufe des Tages aber vom Stammlieger benötigt wurde. In der nächsten Saison soll es daher zusätzliche Schildchen geben, die den Zeitraum angeben, von wann bis wann ein Liegeplatz frei ist.

Bis 15. November noch wird der Hafenmeister Yachten ins Winterlager hieven – dann herrscht Ruhe im Hafen bis zum März nächsten Jahres. Paul Kohlhoff und Carolina Werner vom KYC aber werden ungeachtet dessen ihren Katamaran des Typs Nacra 17 ins Wasser schieben, wann immer das Wetter es zulässt. Die beiden wollen 2016 in der neuen olympischen Klasse an den Start gehen, sind aber erst vor kurzem vom 29er darauf gewechselt. „Wir haben was aufzuholen“, sagt Paul Kohlhoff.

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