Modellbahnfahrtage : Das Eldorado für Modellbahnfans

Thomas Hauschild (li) zeigt Frank Gerken vom MIT Nord das Modul mit der Levensauer Hochbrücke samt der Gorch Fock I.
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Thomas Hauschild (li) zeigt Frank Gerken vom MIT Nord das Modul mit der Levensauer Hochbrücke samt der Gorch Fock I.

Heute und morgen sind die Modellbahnfahrtage in der Turnhalle an der Altenholzer Claus-Rixen-Schule. 102 Module erlauben Zügen in Extralänge zu fahren.

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29. Dezember 2014, 06:17 Uhr

Die Turnhalle an der Claus-Rixen-Schule wird in den nächsten Tagen wieder zum Eldorado für Modellbahnfans: Bereits zum sechsten Mal organisiert dort die Kieler Gruppe des „Modellbahn Insider Treffs Nord“ (MIT) – ein loser Zusammenschluss von Modellbahnern – die Modellbahnfahrtage, initiiert von Martin Greve, Sozialpädagoge im Klausdorfer Jugendtreff „Tümpel“ und selbst begeisterter Modellbahner. Gestern hieß es für die gut 20 Teilnehmer aber erstmal, die Anlage im Maßstab HO (1:87) aufzubauen.

Rund 102 einzelne Module, die die Teilnehmer mitgebracht hatten, mussten miteinander verbunden und auf gleiche Höhe gebracht werden. „Gut sieben Stunden haben wir für den Aufbau eingeplant“, sagte Frank Gerken aus Bordesholm, einer der Gründungsmitglieder der Modulgruppe des Kieler MIT. Viele Module, die in den vergangenen Jahren dabei waren, werden die Besucher wieder erwarten, aber auch fünf neue sind vertreten. Als einer der Höhepunkte wird sicherlich das Modul mit der alten Levensauer Hochbrücke die Blicke der Besucher auf sich ziehen. Die Brücke, entstanden im ehemaligen Projekt „Historisches Kiel“ des Kieler Jobcenters, wurde Thomas Hauschild aus Süderbrarup von dem Modellbauer Jürgen Kuntze, der das Projekt seinerzeit betreute, als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Hauschild nahm einige Änderungen wie Bahndamm, Gleise und Modulanschlüsse vor, sodass nun Züge der Nenngröße H0 über die Brücke fahren können – direkt über der „Gorch Fock I“, denn zeitlich soll schließlich schon alles zusammenpassen. Überwiegend sind Fahrzeuge und das Drumherum der Epochen III und IV auf der Anlage zu sehen, was dem Zeitraum von 1949 bis 1990 entspricht, wie Frank Gerken sagte. „Aber so ganz genau nehmen wir es damit nicht.“

Die längste Anreise hatte wieder Michael Knop aus Sprockhövel im südlichen Ruhrgebiet, der regelmäßig bei den Modellbahnfahrtagen in Altenholz anzutreffen ist. Diesmal hatte er nicht nur die längste Anreise, sondern hat auch den längsten Zug im Gepäck: ein bis zu zehn Meter langer schwedischer Erzzug mit dreiteiliger Lok und 60 Waggons, dessen Original zwischen dem schwedischen Kiruna und Narvik in Norwegen fährt, einer Gegend, in die es den Modellbahner im Urlaub zieht. Und als er bei einem Händler in Schweden den Zug des Herstellers Märklin als Sondermodell sah, konnte er nicht widerstehen. Auf Fahrtagen wie in Altenholz kann der komplette Zug richtig zum Einsatz kommen, immerhin hat die Anlage eine Gleislänge von etwa 170 Metern.

Und das ist auch der eigentliche Zweck der Veranstaltung. „Auf den Modellbahnfahrtagen haben wir große Anlagen mit entsprechenden Gleislängen und können lange Züge fahren lassen“, erläuterte Frank Gerken. Zudem hofft man, den einen oder anderen Besucher dazu zu bringen, sich ebenfalls für dieses Hobby zu begeistern. Und das könnte passieren, wenn man in Klausdorf die zischenden Dampfloks und die brummenden Dieselloks sieht und hört. Denn dank digitaler Technik werden Modelleisenbahnen immer ausgefeilter und auch für „Computerfreaks“ durchaus interessant.

Überzeugen kann man sich davon heute und morgen sowie am Sonnabend, 3. Januar, jeweils von 14 bis 17 Uhr in der Turnhalle der Claus-Rixen-Schule in Altenholz-Klausdorf. Der Eintritt ist frei, um eine Spende zugunsten des Jugendtreffs „Tümpel“ wird gebeten.

>Wer Interesse hat, beim MIT Kiel mitzumachen, ist jederzeit willkommen: Ab Februar findet jeden ersten Freitag im Monat wieder der Stammtisch der Gruppe im Haus des Sports, Winterbeker Weg 49 in Kiel statt.


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