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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 07:13 Uhr

Kleingärten : Das eigene Reich für 90 Euro

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Kleingartenverein hat freie Parzellen abzugeben, meistens mit Lauben und Gewächshäusern inklusive.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2015 | 06:11 Uhr

Eckernförde | Das eigene Reich auf 400 Quadratmetern gibt es in Eckernförde schon für 90 Euro im Jahr. Eine Hütte, eine Terrasse, Rasen und Gemüsebeet, Blumen und Gewächshaus – alles ist dabei, wenn Hermann Brütt mit Interessenten durch die Kleingartenanlagen in Eckernförde geht und ihnen die freien Parzellen zeigt. Je nach Ausstattung ist manchmal noch die Zahlung eines Abstands erwünscht, in den meisten Fällen jedoch gibt es die Gärten ohne zusätzliche Zahlung. Manchmal ist sogar ein richtiges Juwel dabei.

So wie der Garten in der Anlage Süderhake I am Schulweg, wo der Pächter seine Parzelle – top in Schuss – abgeben möchte, inklusive Laube, Gewächshaus, Hühnerstall und Hühnern und noch nicht einmal etwas dafür haben möchte. In anderen Gärten stehen teilweise Steinhäuser oder gepflegte Holzlauben, Gewächshäuser sind fast immer dabei.

„10 bis 12 Prozent unserer Gärten sind frei und sofort abzugeben“, erklärt Hermann Brütt. „Damit haben wir im Vergleich zu anderen Kleingartenvereinen noch Glück. Die Quote liegt oft höher.“ Doch es gibt auch eine Dunkelziffer: Manche Parzellen sind zwar verpachtet, werden von den Pächtern aber kaum genutzt, geschweige denn gepflegt, was dem Vorstand durchaus ein Dorn im Auge ist. Brütt: „Aber wenn wir durchgreifen, verlieren wir 30 bis 40 Prozent unserer Pächter.“ Da gilt es, einen Mittelweg zwischen Härte und Toleranz zu gehen. Solange die Kleingärtner nämlich ihre Pacht bezahlen, belasten die zwar vergebenen, aber wenig gepflegten Parzellen nicht das Vereinskonto. Für die freien und leerstehenden Gärten erhält der Verein dagegen keine Pacht, muss aber seinerseits Pacht an die Stadt zahlen.

Wer sich für einen Garten interessiert muss sich allerdings über eines im Klaren sein: Gartenarbeit kostet Zeit. „Es ist nicht mit Grillen und zweimal Rasenmähen im Jahr getan“, sagt Hermann Brütt. „Der kleingärtnerische Gedanke hat nicht nur sonnige Seiten, sondern verlangt einem auch Zeit ab.“ Und: „Wer einen Garten übernimmt, muss auch unter Umständen damit rechnen, dass er mal etwas Schweiß verliert.“

Tatsächlich haben schon einige junge Familien ihre Parzellen wieder abgegeben, nachdem sie gemerkt haben, dass ein Garten viel Zeit beansprucht. Vorgaben wie zum Beispiel die Drittelregelung, nach der jeweils ein Drittel der Fläche für Gemüse und Obst, Hütte und Terrasse sowie Blumen und Rasen zu nutzen sind, sind da weniger ein Problem und können teilweise flexibel gehandhabt werden. Dennoch wird erwartet, dass man sich an die Vorgaben der Satzungen und des Pachtvertrags hält. Anfänger sollten aber auch die finanzielle Komponente beachten: Die nötigen Geräte wie Rasenmäher, Spaten, Harke oder Schubkarre sind anzuschaffen – wenn er sie nicht vom Vorgänger übernehmen kann, was immer zu empfehlen ist.

Wer Interesse an einem Kleingarten hat, kann sich mittwochs zwischen 15 und 17 Uhr unter Tel. 04351/72  03  36 beim Vereinsvorstand melden.

> www.ekgv.de

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