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Das Eckernförder Vermögen: 126 Millionen Euro

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wie groß ist das Vermögen der Stadt Eckernförde? Die Antwort auf diese Frage liefert nun die geprüfte Eröffnungsbilanz der 2012 eingeführten doppelten Buchführung, kurz Doppik. Seit Mittwochabend liegt die Zahl auf den Cent genau vor: 126  376  354,43 Euro. In dieser Summe ist wirklich alles enthalten, was der Stadt gehört: Vom Rathaus bis zum WC-Haus, von der Kieler Straße bis zum Töpfergang, vom Naturdenkmal Blutbuche im Bürgerpark bis zum kleinsten Strauch an der B 76. „Wir sind weder reicher noch ärmer geworden“, sagte Kämmerer Micha Wulf am Mittwochabend im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzwesen. Aber neu und gut zu wissen ist die Übersicht, die damit in die städtischen Unterlagen und Besitztümer kommt.

Mehr Transparenz und verbesserte Steuerungsmöglichkeiten waren dann auch die ausschlaggebenden Argumente, das alte System der Kameralistik auf die Doppik umzustellen und damit sämtliche Vermögenspositionen zu erfassen, zu bewerten und einzugruppieren. Die Eröffnungsbilanz ist der Maßstab für alle folgenden Bilanzen der Stadt im Stil kaufmännischer Jahresabschlüsse in der Gegenüberstellung von Aktiva und Passiva.

Es war ein extrem aufwändiges Verfahren. Sämtliche Vermögenswerte der Stadt mussten erfasst und bewertet werden. „Die Kollegen sind durch die Stadt gelaufen“, beschreibt Kämmerer Wulf das Ausschwärmen der Stadtmitarbeiter. Erfasst wurde alles, was einen Wert von über 150 Euro hatte. Teilweise musste dazu noch von Reichsmark in Euro umgerechnet werden. Für über 20  000 Gegenstände waren Unterlagen vorhanden, berichtete Wulf. Bei einer solchen „Mammutaufgabe“ passieren Fehler. Die Prüfung ergab einen Korrekturbedarf von 40 Millionen Euro. Unter anderem musste der Wert für den Baumbestand um 11 Millionen Euro reduziert werden, trug Wulf vor. Andere Städte hätten noch mehr daneben gelegen: Hagen hätte seine Straßen vergessen und Ahrensburg seinen Wald, der immerhin zwei Drittel des Stadtgebietes ausmache.

Der Wert der städtischen Kunstgegenstände bezifferte er mit einer halben Million Euro. An Pensionsrückstellung habe die Stadt 13,5 Millionen Euro eingezahlt. An Eigenkapital verfügt die Stadt über 66,3 Millionen Euro – über 50 Prozent des Gesamtvermögens oder der Bilanzsumme. „Das ist sehr ordentlich“, sagte Wulf. „Viele Kommunen beginnen mit Null und sind von Anfang an verschuldet.“

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erstellt am 14.Okt.2015 | 15:48 Uhr

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