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Daseinsvorsorge : Das Dorf der zufriedenen Senioren

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Arbeitsgruppe befragt Brekendorfer Senioren nach ihren Wünschen für die Zukunft / Bouleanlage und Literaturkreis sollen realisiert werden

von
erstellt am 31.Mai.2016 | 06:47 Uhr

Brekendorf | Ein funktionierender Dorfladen, ärztliche Versorgung und schmucke Grünflächen – das sind nur einige der Wünsche, die die Brekendorfer Senioren für ihr Dorf nannten. Die Nähe zu den größeren Städten und die intakte Natur sind die Gründe, warum sich die Bürger in der Gemeinde so wohl fühlen. Die Brekendorfer sind heimatverbunden, das ist nur ein Ergebnis, das die Arbeitsgruppe „Älter werden in Brekendorf“ kürzlich auf einer Info-Veranstaltung in der Waldhütte vor rund 70 Besuchern präsentierte.

Hervorgegangen ist die Arbeitsgruppe aus dem amtsweiten Projekt „Masterplan Daseinsvorsorge“ vor rund drei Jahren. Die Prognosen sind eindeutig: Die Menschen werden weniger, die Gesellschaft wird immer älter. Was diese Entwicklung für das Leben gerade auf dem Land bedeutet und wie sich die Gemeinden darauf vorbereiten, das wurde in zahlreichen Workshops erarbeitet. Die Brekendorfer setzen jetzt genau da an und widmen sich den Themen Senioren, Jugend und Dorfentwicklung. „Unsere Einwohnerzahl steigt“, konnte allerdings Bürgermeister Gerhard Guthardt zu Beginn der Veranstaltung berichten. Zudem gebe es eine große Nachfrage nach Baugrundstücken. „Baulücken haben wir im Dorf aber keine“, so Guthardt.

Anschließend stellte Thorben Voigt die Ergebnisse der Arbeitsgruppe vor. Herausgearbeitet wurden diese aus einer Befragung. Mitglieder der Arbeitsgruppe sind neben Thorben Voigt auch Annelore Müller, Preben Holl, Claus Voigt, Siegfried Meßfeldt, Sylvia Kurzweg, Peter Appold und Andrea Kraft.

250 Fragebögen wurden an die Brekendorfer verteilt, die 60 Jahre oder älter sind. 148 kamen ausgefüllt wieder zurück. „Jeder 5. Ältere wohnt alleine“, berichtete Thorben Voigt, viele davon schon mehr als 20 Jahre. Nahezu 90 Prozent der Befragten wollten auch in ihrer Gemeinde bleiben, zwei Drittel davon zu Hause. Die meisten der Senioren im Dorf kämen gut zurecht. Unterstützung gebe es von Nachbarn oder der Familie, 40 Prozent hätte aber auch niemanden, der helfen könne. „Wenn angepackt werden soll, dann bei der Gartenarbeit“, sagte Voigt, Einkäufe und Behördengänge wurden hingegen kaum genannt.

Große Zufriedenheit bei den Brekendorfer Senioren bei der Infrastruktur ihrer Gemeinde. Noten zwischen eins und zwei wurden für die Lage und die Mitmenschen vergeben. Auch die Gemeindepolitik bekam im Durchschnitt ein „Gut“, Nachholbedarf wird hingegen beim öffentlichen Nahverkehr gesehen.

In der Freizeit stünden mit dem DRK-Treff, dem Sing- und Tanzkreis, dem Chor oder auch der Fahrradgruppe verschiedene Angebote zur Verfügung. Auch wenn viele der „Best Ager“

diese kannten, würden nur wenige diese auch wahrnehmen. Dabei sind Wandern und Geselligkeit oft genannte Freizeitwünsche der Senioren. Manchen fehle auch ein Eis-Café, Gesprächskreise oder Kegelausflüge. „Wir werden jetzt einen Literaturkreis anbieten“, sagte Thorben Voigt. Unter Leitung der Brekendorfer Autorin Helga Brehr wird das erste Treffen am Dienstag, 28. Juni, um 15 Uhr im Haus der Vereine und Verbände stattfinden. Sieben bis acht Personen hätten sich schon dafür gemeldet. Der Kreis will sich dann jeden vierten Dienstag im Monat mit Literatur befassen. Und auch ein zweites Projekt steht bereits als Folge der Auswertung in den Startlöchern. Unter Federführung von Siegfried Meßfeldt soll eine Boulebahn im Dorf gebaut werden. Verschiedene Standorte sind schon im Gespräch. Die Arbeiten sollen überwiegend in Eigenleistung erfolgen. Auch bei anderen Wünschen, wie beispielsweise Ausflügen und Theaterfahrten, könne man sich eine zügige Realisierung vorstellen. So wurde auf die so genannten Telefonkarte hingewiesen, die bereits im Umlauf ist. Auf der kleinen, handlichen Karte sind alle wichtigen Telefonnummern aufgelistet. Sie wurde gleich mit den Fragebögen verteilt.

„Seit etwa 14 Monaten hat sich die Arbeitsgruppe regelmäßig getroffen“, so Thorben Voigt auf Nachfrage der EZ. Auch nach der Präsentation der Befragung werde die Gruppe weiter aktiv bleiben, versicherte er. Auch die Gemeindevertretung sei jetzt am Zug, größere Vorhaben in ihre Planung und Beratung mitaufzunehmen. Priorität, und darin waren sich an dem Tag alle einig, hat der Dorfladen. An einer langfristigen Lösung – Inhaber Andree Buchholz will zum 30. Juli schließen – werde gearbeitet. 

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