zur Navigation springen

Tüftelarbeit : Das Comeback der alten Kreisbahn

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Mitglieder des „Treffs Eckernförder Eisenbahnfreunde“ bauen an einer Modellanlage der alten Kreisbahn von 1951. Im Ganzen wird sie eine Länge von 50 Metern betragen.

Eckernförde | Sie wurde 1888 feierlich in Betrieb genommen und 70 Jahre später wieder geschlossen: Die Kreisbahn zwischen Eckernförde und Kappeln. Im Vereinsheim des „Treff Eckernförder Eisenbahnfreunde“ (TEE) feiert die Bahn jetzt ihr Comeback: Hier sitzen die Tüftler und bauen die einzelnen Bahnhöfe und Haltestellen nach.

Mit ihrem Modell, das den Eckernförder Bundesbahnhof und Teile der Innenstadt aus dem Jahr 1951 zeigt, haben es die Eisenbahnfreunde ins Museum geschafft: Dort führen sie seit einiger Zeit an jedem Dienstag von 14.30 bis 16.30 Uhr und an jedem ersten Sonntag im Monat von 13 bis 16.30 Uhr ihre Anlage vor und begeistern Jung und Alt mit ihrer Liebe zum Detail. Doch jetzt haben sie das nächste Projekt in Angriff genommen: Alle 13 Bahnhöfe und Haltestellen der Strecke bauen sie originalgetreu im Maßstab 1:87 nach. Dabei halten sie sich an alte Fotos und ihre „Bibel“, das Buch „Die Eckernförder Kreisbahnen“ von Heinz-Herbert Schöning aus dem Jahr 1998. Die einzelnen Stationen werden auf Holzsegmente gebaut – genauso wie es schon mit der Eisenbahnanlage im Museum geschehen ist. „Insgesamt 50 Segmente werden das“, sagt Rainer Springer vom TEE. „Jedes davon misst einen Meter mal 60 Zentimeter.“

Also eine Anlage, die 50 Meter lang wäre, wenn sie nicht in Schlangenlinien verlaufen würde. Und das sind nur die einzelnen Stationen. Die langen Wegstrecken zwischen ihnen werden durch Zwischensegmente in verkürzter Form angedeutet. Das größte Teil der Strecke aus verschiedenen Modulen ist der Eckernförder Bahnhof, der sich auf dem Gelände befand, wo bis vor einiger Zeit der Getreidesilo der HaGe stand. Das Gebäude hat Rainer Springer schon fertig, jetzt geht es an die Häuser drumherun. Alte Fotos sind seine Quelle, doch ist er dankbar für jeden Hinweis von Zeitzeugen. „Im Museum sind immer wieder Menschen, die Anekdoten von damals erzählen, die wir dann mit einbauen können“, sagt er. „Wer noch alte Fotos oder Geschichten hat, kann gern zu unseren Vorführungen ins Museum kommen.“ Das gilt auch für Zeitzeugen der Stationen bis nach Kappeln. Durchaus kann es passieren, dass dann ein Haus nochmal umgebaut werden muss, aber das nimmt Rainer Springer in Kauf. Auch den Bahnhof der Kreisbahn wird er noch umbauen, dabei ist er doch gerade erst fertig. „Ich habe gesehen, dass die Sprossenfenster damals achtteilig waren und nicht sechsteilig. Das werde ich nochmal ändern.“

Die Kunststoffteile, aus denen die Häuser gebaut werden, zeigen bei Weitem nicht die Kleinigkeiten, auf die es Rainer Springer abgesehen hat. „Runde Stürze über Fenstern zum Beispiel gibt es nicht zu kaufen.“ Dann schnitzt er sich einen Sturz in die Wand oder fertigt extra einen Sturz an.

18 Mitglieder hat der Verein, doch nur drei „Häuslebauer“ sind darunter. Einige bauen Landschaften, andere kümmern sich um die Technik, doch die meisten sind „Spieler“, die sich mit den Lokomotiven der Spur HO M befassen. Fünf Jugendliche sind auch dabei, einer von ihnen hat den Bau eines eigenen Segmentes übernommen. Dass diese Arbeit lebensbestimmend sein kann, beweist ein Jugendlicher, der den Verein für seine Arbeit mittlerweile verlassen hat: Er ist Lokführer geworden.

Ob Hasenheide, Barkelsby und Loose, Moorbrücke und Holzdorf – alle Stationen werden in den nächsten Jahren im Vereinsheim neben den Stadtwerken im Bornbrook in filigraner Handarbeit neu entstehen. Vorführungen sind dann nur auf Teilabschnitten der Strecke möglich, es sei denn, es ergibt sich einmal die Möglichkeit, alle Module in einer Turnhalle aufzubauen. 15  000 Euro Materialkosten haben die TEE-Mitglieder für die Anlage kalkuliert. Ein Teil ist auch schon in der Vereinskasse, doch bei Weitem nicht alles. Wer die historische Arbeit der Modellbauer unterstützen möchte, kann sie im Museum besuchen oder über die Homepage Kontakt aufnehmen.

>www.tee-verein.de

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 16.Apr.2015 | 06:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen