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Musik : „Das alles müssen wir erhalten“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Circa 500 Besucher kamen zum Aschberg-Singen / Pastor Boysen führt das Singen mit Ehefrau Birte und Sängerin Rike Dirksen.

Ascheffel | Schon bevor das traditionelle Aschberg-Singen am Sonnabend zu seiner 34. Auflage startete, waren weithin musikalische Klänge vom höchsten Punkt der Hüttener Berge zu vernehmen. Der Posaunenchor Hütten nahm die ankommenden Besucher auf dem Aschberg in Empfang, ehe der Gettorfer Pastor Frank Boysen das erste Lied anstimmte. Zu „Der Winter ist vergangen“ stellte Boysen klar, dass es sich keineswegs um ein Frühlingslied, sondern ein feines Liebeslied handele. „Daran kann man in der heutigen Zeit einmal maßnehmen“, regte der Pastor an. Unterstützt wurde Frank Boysen stimmlich von seiner Ehefrau Birte und der Sängerin Rike Dirksen.

Mit „Auf der Lüneburger Heide“ sangen die rund 500 Besucher eines der Lieblingslieder von Pastor Jochen Senft, welcher das Aschberg-Singen einst ins Leben gerufen hatte und im Jahr 2012 verstarb. Etwa die Hälfte der gesungenen Lieder werde jedes Jahr neu gewählt, erläuterte Frank Boysen. Klassische Volkslieder wie „Das Wandern ist des Müllers Lust“, „Dat du min Leevsten büst“ und „Froh zu sein Bedarf es wenig“, sangen die Besucher jedoch auch am Sonnabend wieder mit großer Begeisterung. „Diese Gemeinschaft, das Singen, die Volkslieder und die Natur: Das alles müssen wir erhalten“, rief Frank Boysen dazu auf, auch den Kindern und Enkelkindern diese Werte weiterzugeben. „Was wir für eine schöne Landschaft hier in Schleswig-Holstein im Sommer haben“, ließ der Pastor den Blick talwärts schweifen und stimmte „Kein schöner Land in dieser Zeit“ an. Eine Premiere feierte das Lied „All mein Gedanken“, welches laut Boysen noch die ritterlichen Motive der hohen Minne in sich trage. Traditionell beendete „Nehmt Abschied Brüder“, den fröhlichen Liederabend, in dem sich alle Besucher gegenseitig an die Hand nahmen und sich gemeinsam verabschiedeten.

Unter ihnen war auch Marianne Hauschildt aus Hohenwestedt, die wiederholt seit einigen Jahren zum Aschberg-Singen angereist war. „Es ist sehr schön, die alten Volkslieder mit Herzenslust und aus voller Kehle zu singen“, freute sich die Rentnerin. „Außerdem ist es wunderschön hier in den Hüttener Bergen“. Seine Premiere beim Aschberg-Singen feierte hingegen Hubert Schumacher aus Luhnstedt: „Das ist ein Denkmal an unsere Jugendzeit, in der wir oft in der Herberge gewesen sind“, weckt der Aschberg viele Erinnerungen in ihm. „Schön, dass es hier umsonst ist und so jeder mitmachen kann“, ist dies für Schumacher ein wichtiger Aspekt des Aschberg-Singens. „Das Beste sind das Zusammenkommen und die kleinen Anekdoten, die Pastor Boysen zu den Liedern erzählt“, ergänzte Werner Solterbeck aus Ahlefeld-Bistensee die Sätze seiner beiden Begleiter und zog ein positives Resümee des Abends.

Frank Boysen freute sich über die die neuen und altbekannten Gesichter. Das Volkslied lebe von der Wiederholung und davon, dass man sich darauf einlasse. „Ich mache das aus Überzeugung und wenn die Menschen mitsingen, umso besser“, hat der Pastor große Freude an der singenden Gemeinschaft.


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erstellt am 10.Jul.2017 | 08:20 Uhr

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