zur Navigation springen

Neue Wege fürs Erinnern : Danken für 69 Jahre Frieden

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gettorfer Vereine richten erstmals Gedenken zum Volkstrauertag aus / Friedensmahl im Gemeindehaus bietet Gelegenheit zum Austausch

Einen neuen Weg, um den Volkstrauertag zu begehen, schlagen die Vereine und Verbände in der Gemeinde ein: Den Gottesdienst mit Kranzniederlegung am Ehrenhain wird es zwar wie in den Vorjahren geben, doch kommen dabei in diesem Jahr Menschen zu Wort, die aktuell Kriegserfahrungen verarbeiten. Am Freitag wird es zudem ein Friedensmahl geben, bei dem sich die Teilnehmer über ihre Gedanken zum friedlichen Miteinander austauschen können.

Die Zahl der Besucher am Ehrenhain zum Volkstrauertag sei in den vergangenen Jahren immer übersichtlicher geworden, berichtet Pastorin Christa Loose-Stolten. „Gemeinsam mit den Vereinen im Ort haben wir überlegt, wie der Tag, der uns allen wichtig ist, anders gestaltet werden kann“, sagt sie weiter. Ein Wunsch dabei war es, auch mehr jüngere Menschen anzusprechen. „Manches Kind weiß gar nicht, was der Volkstrauertag bedeutet“, fügt Bürgermeister Jürgen Baasch hinzu. Mit dem neuen Konzept solle der Sinn der Jugend für diesen Tag geschärft werden, betont Baasch, der sich freut, dass die Teamer aus der Kirchengemeinde ihr Mitwirken zugesagt haben. Von der Isarnwohld-Schule sei leider keine Reaktion gekommen, bedauert Baasch, hofft aber, dass sie sich im nächsten Jahr einbringen wird. Wulf-Dieter Stark-Wulf, Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (Awo) ist da zuversichtlich: „Da ist noch Potenzial.“

Bevor am Sonntag der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht wird, soll am Freitag mit dem Friedensmahl deutlich gemacht werden, dass die Menschen in Gettorf seit 69 Jahren in Frieden und Freiheit leben, gemeinsam mit Menschen ausländischer Herkunft. „Das ist ein Grund zur Dankbarkeit, zur Begegnung und zum Feiern“, sagt Pastorin Loose-Stolten. Den Rahmen dafür gibt ein gemeinsames Abendessen im Gemeindehaus, zu dem die Teilnehmer etwas für ihr Heimatland Typisches zum Buffet beitragen. Dabei können sie miteinander ins Gespräch kommen, sich austauschen, wie ihre Erwartungen an das Miteinander aussehen und was für sie dazu beiträgt, dass sich die Menschen wohlfühlen. Pastor Frank Boysen sorgt für die musikalische Begleitung des Abends.

Der Gedenkgottesdienst am Sonntag wird von Vertretern der Vereine und Verbände gemeinsam gestaltet. Eine Predigt gibt es nicht, stattdessen kommen Menschen zu Wort, die von Krieg betroffen sind – wie Oliver Treu. Der Bundeswehrsoldat war unter anderem im Kosovo im Einsatz. Renate Koepke, stellvertretende Vorsitzende des DRK, wird über die Arbeit des Roten Kreuz in Krisengebieten sprechen. Teamer werden einen Brief aus dem Zweiten Weltkrieg verlesen, den eine Frau an ihren gefallenen Mann geschrieben hatte. Im Anschluss wird der Kranz am Ehrenhain niedergelegt, bevor die Vereine zum Austausch bei Erbsensuppe und Getränken in das Schützenheim einladen. „Ich bin gespannt, wie die Menschen das annehmen“, sagt Renate Koepke.

>Anmeldungen für das Friedensmahl am Freitag, 14. November, um 18.30 Uhr im Gemeindehaus am Pastorengang nimmt das Kirchenbüro unter Tel. 04346/93 88 10 oder per Mail an kirchenbuero-gettorf.de entgegen.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Nov.2014 | 06:08 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen