Danke für diese Eckernförder Willkommenskultur

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08. Dezember 2014, 16:12 Uhr

Am Nachmittag des 5. Dezember begrüßte die Geschäftsführerin des Baltic Sea International Campus, Wei Qian, ihre Gäste: Studenten aus China, Indonesien, Usbekistan und der Ukraine zusammen mit Asylbewerbern aus Syrien, Afghanistan und Russland. Gäste waren auch Eckernförder Bürger, die einen Beitrag dazu leisten wollen, dass ihre Stadt für Zuwanderer eine Heimat wird.

Frau Qian moderierte freundlich und respektvoll in hervorragendem Deutsch. Kleinere Pannen und Schwierigkeiten lösten sich auf in warmherzigem Lächeln und Verständnis. Die Versuche einzelner Asylbewerber, Deutsch zu sprechen und etwas von sich zu erzählen, wurden von den deutschen Gästen aufmerksam verfolgt und jeder gelungene Satz mit Beifall und Anerkennung bedacht. Als ein Afghane das Wort „Weihnachtsbaum“ akzentfrei aussprach, war fast Begeisterung zu spüren.

Die Wünsche der Ausländer wurden vom Baum gepflückt und vorgelesen. Eine Auswahl der Wünsche: Prüfungserfolg, ein Platz an der Uni, eine Lehrstelle, eine Arbeitsstelle, Unabhängigkeit von Sozialhilfe, ein 'Alleinhaus', ein Auto, Zusammenführung mit der Familie. Immer wieder tauchte der Wunsch nach einem Buch für den Deutschunterricht auf, das ungefähr 30 Euro kostet. Spontan nahm ein Gast 30 Euro in die Hand, daraufhin wanderte ein Glasbehälter durch die Reihen, in dem in kurzer Zeit viele 10- und 20-Euro-Scheine zu sehen waren. Auch in eine Spendenliste konnte man sich eintragen. Vier Asylbewerber hatten sich eine Blume gewünscht. Sie wurden nach vorn gebeten, wo sie je einen sorgfältig verpackten Blumentopf in Empfang nehmen konnten, geschenkt von einem Eckernförder Blumengeschäft.

Im Verlauf des Nachmittags gab es Pausen, Zeit für Gespräche und weiterführende Kontakte. Am Schluss sagen ausländische Gäste mit Inbrunst ein Lied, begleitet von zwei Gitarren, ein herzerwärmendes Dankeschön an Eckernförde.

Immer wieder im Verlauf der Veranstaltung stellte sich bei mir ein überwältigendes Glücksgefühl ein, in einer Stadt leben zu können, in der ein so vorurteilsfreies, kameradschaftliches Miteinander von Menschen sehr unterschiedlicher Herkunft möglich ist. Ich bin sehr stolz auf diese Stadt.

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