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Nächstenliebe : Dankbare Gäste und ein kreativer Kopf

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gemütliche Kennenlernrunde zwischen Osterbyern und Asylbewerbern / Helferkreis unterstützt die jungen Männer im Alltag

von
erstellt am 23.Dez.2015 | 16:42 Uhr

Ein wenig warten mussten die Gastgeber auf ihre Neubürger schon. Dabei hatten die Osterbyer Frauen im Feuerwehrgerätehaus am Dienstag eine festlich gedeckte Tafel mit Kuchen, Torten und Geschenken vorbereitet. Um zehn nach drei kamen sie dann, die sechs jungen Männer aus dem Irak, Syrien und Eritrea. Bente Lahann hatte für sie alle Namensschilder mitgebracht.

Seit etwa drei Monaten leben die meisten von ihnen in Osterby. Der 27 Jahre alte Abdullah ist Syrer und bereits seit sieben Monaten in Deutschland, er hilft beim Übersetzen ins Arabische.

„Insgesamt sind es 13 Asylbewerber, die in Osterby wohnen“, sagte Carmen Franke, die sich um die jungen Männer gemeinsam mit anderem aus dem Dorf kümmert. Sechs Syrer, vier aus Eritrea und drei Iraker. Die einen seien etwas schüchterner und zögen sich eher zurück, die anderen suchten den Kontakt zum Dorf, legten Wert auf schnelle Integration. „Wir haben den Männern eine Gefriertruhe besorgt“, erzählte Franke, das sei die erste Hilfe des Osterbyer Willkommenskreis gewesen. Die Muslime konnten so das nach den islamischen Regeln zubereitete Fleisch (halal) einfrieren, sparten sich so die langen Wege in die Städte. „Wir haben Deutschkurse angeboten“, sagte Carmen Franke, außerdem Fahrdienste und Unterstützung bei m Ausfüllen der Formulare für das Asylverfahren. „Oder wir haben für die Männer einfach mal einen Kuchen gebacken oder Geld gesammelt“.

Bürgermeister Robert Ott begrüßte die Asylbewerber zu dieser ersten Kennlernrunde kurz vor Weihnachten. Ob es Wünsche gebe von ihnen, wollte der Gemeindechef wissen, doch die gab es zunächst nicht. Und doch hatte der Willkommenskreis für jeden ein Geschenk dabei: Schal und Handschuhe hatte die Gastgeber liebevoll eingepackt. Auch die Asylbewerber zeigten sich dankbar für die herzliche Aufnahme und überreichten Robert Ott und Carmen Franke eine Karte mit einer Danksagung. „Wer helfen gerne“, sagte Carmen Franke, „damit ihr es hier leichter habt.“

Sehr interessiert waren die Osterbyer an den Neubürgern. Wie sie heißen, woher sie kommen, wollten alle wissen. Abdullah aus Syrien hat bereits eine Ausbildung zum Krankenpfleger in Eckernförder begonnen. Die jungen Männer aus Eritrea erzählten von ihrer beschwerlichen Reise nach Deutsch, die sie zu Fuß, mit dem Schiff und einem Lkw bewältigten. Zwei Wochen lang waren sie unterwegs. Ihre Berufswünsche: Lokführer und Automechaniker.

Erstmals bei der Helfergruppe dabei war am Dienstag Nele Prühs. Die junge Osterbyer will sich gerne engagieren. Sie ist Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache (DAZ). Auf die Hilfe der Asylbewerber konnte sich Thore (25) schon verlassen. Er ist selbst gerade der Liebe wegen nach Osterby gezogen, direkt neben eines der Wohnhäuser der jungen Männer. „Als der Möbelwagen vor der Tür stand, packten die sofort mit an“.

Von dem Iraker Ahmed erfuhren die Osterbyer, dass er in seiner Heimat an Skulpturen arbeitet. Ein Foto auf seinem Handy hatte er dabei, das ihn beim Modellieren zeigte. Auch hier würde er gerne weiter kreativ tätig sein, ihm fehle halt noch das Werkzeug. Und dann hatten die jungen Männer doch noch einen Wunsch: ein Keyboard zum Musikmachen, das hätten sie ganz gern. 

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