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Spende für Kinderheim : Dank Vorleser ins Musical

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Strande liest“ und spendet fürs Strander Kinderheim /Kulturforum lockte 500 Besucher zu seinen Projekten

Strande | Die sieben Veranstaltungen der Reihe „Strande liest“, die das Kulturforum des Ortes zum Ende des vergangenen Jahres initiierte und bei denen neben Bürgermeister Holger Klink und Wolfgang Kubicki weitere Strander den Vorleser gaben, erfreute nicht nur die Zuhörer der Abende. Gestern überreichten Gerd Schneider, Werner Helten und Siegmar Biernath-Wüpping vom Vorstand des Kulturforums einen Scheck über 600 Euro an Holger Lange und Jana Trahm vom Kinderheim Strandgut im Strandweg.

Der Betrag setzt sich ausschließlich aus dem Geld der insgesamt rund 250 Veranstaltungsbesucher zusammen, die an den Vorleseabenden, bei denen der Eintritt frei war, dafür gespendet hatten. „Wir wollten als Strander Kulturforum eine Einrichtung vor Ort unterstützen, und das Geld sollte auch für kulturelle Zwecke verwendet werden“, so Forumsmitglied Gert Schneider. Also beschloss man, das Geld dem Heim zu spenden, um so den Kindern Kultur näher zu bringen.

Hausleiter Holger Lange und Erzieherin Jana Trahm, die den Scheck zusammen mit den Bewohnern Reese, Leon, Finn und Lukas entgegennahmen, freuten sich. „Wir gehen bislang auch schon zum Weihnachtsmärchen ins Opernhaus in Kiel oder auch mal ins Werftparktheater. Der Besuch eines Musicals – zum Beispiel in Hamburg – ist bislang aber immer am Geld gescheitert“, so Holger Lange. Nun kann es endlich verwirklicht werden. Gesucht wird jetzt nur noch ein geeignetes Musical, das sowohl den jüngsten Bewohner mit gerade mal drei Jahren als auch den ältesten mit 15 Jahren anspricht, wobei die endgültige Entscheidung bei den Kindern liegt. „Es läuft momentan alles auf Hamburg hinaus, aber auch Stuttgart könnte infrage kommen, dann natürlich mit Hotelübernachtung“, wie Lange sagte. Dass die Kinder bei den Vorbereitungen voll mit eingebunden sind, ist selbstverständlich, lernen sie doch dadurch schließlich auch etwas.

Vor 45 Jahren gründete Erwin Steffen das Kinderheim in der Strandstraße, mittlerweile unterhält die Kinderheim Erwin Steffen GmbH sechs Einrichtungen in Schleswig-Holstein und vier in Hamburg. Jeweils maximal zwölf Kinder leben dort, sie werden von den Jugendämtern zugeführt. Das Haus in Strande beherbergt eine reine Jungengruppe und ist mit zehn Bewohnern, darunter zwei Flüchtlingskindern, ausgelastet. Nach dem Motto des Unternehmens „Mit den Kindern leben“, geht es familiär zu. „Alle Arbeiten werden gemeinsam erledigt, egal ob putzen, abwaschen, Wäsche waschen oder auch die Gartenarbeit – so wie in einer normalen Familie eben“, sagte Hausleiter Lange. Schließlich sollen die Kinder, die alle aus problematischen Verhältnissen kommen und Gewalt erfahren haben, auf ein eigenständiges Leben vorbereitet werden. Deshalb wird für die Großen am Ende auch betreutes Wohnen als Übergang in die Eigenständigkeit angeboten. Aber jetzt dreht sich in Strande erstmal alles um die Frage, welches Musical es denn nun wird, das mit Unterstützung des Kulturforums besucht werden soll.

Das vergangene Jahr, das Startjahr des inzwischen 35 Mitglieder starken Kulturforums, verlief mit zwölf Projekten, zu denen etwa 500 Besucher kamen, außerordentlich erfolgreich. Und auch für das laufende Jahr haben die Mitglieder einiges in Planung. „Denn“, so Gerd Schneider, „unser Beitrag zur Kultur ist auch ein Beitrag zum Zusammengehörigkeitsgefühl, zur Identität und zum Gemeinschaftssinn. Das ist ein Ansporn“.

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