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Ehrenbürgermeister : Dank Ohrt-Modell positiv in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Wolf-Dieter Ohrt wird zum ersten und einzigen Ehrenbürgermeister von Barkelsby ernannt. Zur Verabschiedung kommen Weggefährten aus Gemeinde, Amt, Region und mit Lutz Clefsen auch der Kreispräsidenten.

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erstellt am 30.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Fast 30 Jahre lang hat er mit weit vorausschauendem Blick als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde gelenkt – jetzt wurde Wolf-Dieter Ohrt (SPD) dafür zum ersten Ehrenbürgermeister von Barkelsby ernannt. In einer kleinen Feierstunde im Gemeindetreff wurde Ohrt (73) am Freitagabend im Beisein zahlreicher Weggefährten aus Gemeinde, aus den Nachbargemeinden, vom Amt Schlei-Ostsee und vom Kreis verabschiedet.

„Wenn einer diese Ehrung verdient hat, dann bis Du das, meiner lieber Wolf-Dieter“, sagte Bürgermeister Fritz Blaas (FWG) sehr freundschaftlich. Doch bevor Blaas Ohrt und dessen Frau Gritt mit Blumen und Urkunde ehrte, ergriff Kreispräsident Lutz Clefsen das Wort. „Kommunalpolitik in Barkelsby hieß für mich immer Ohrt“, sagte er. Man habe über so viele Jahrzehnte gut zusammengearbeitet. „Dich hat immer ausgezeichnet, dass du deine Arbeit als Dienst am Nächsten, immer mit einer dienenden Funktion verstanden hast.“ Die Akte über Barkelsby beim Kreis sei sehr dünn, das bedeute, es gab kaum Anlass für die Kreisverwaltung in der Gemeinde einzugreifen, lobte Clefsen. Wenn er in Deutschland unterwegs sei und gefragt werde, wie denn die teils so kleinen Gemeinden in seinem Kreis handlungsfähig seien, dann sage er immer voller stolz „ein funktionierendes Ehrenamt mit Bürgermeister, Gemeindevertretung und Bürgern schafft das als Keimzelle der Demokratie, so wie in Barkelsby.“

Lange bevor er Ohrt persönlich kennen lernte, hörte er als junger Finanzausschussvorsitzender in Fleckeby vom „Ohrt-Modell“, richtete Amtsdirektor Gunnar Bock das Wort an das Ehepaar Ohrt. Dieses Modell habe dank der Weitsicht von Ohrt zu dem heutigen Wohlstand in Barkelsby beigetragen. Die Gemeinde hatte dank der Bestrebungen ihres Bürgermeisters früh angefangen Land zu kaufen, um dieses später selber als Bauland zu erschließen und zu verkaufen. Als ab 2005 die Fusionen der Ämter in der Region begannen, lernte er Ohrt persönlich kennen. „Ich habe in der Zeit viel von Dir gelernt“, dankte Bock. Im Zuge der Verhandlungen über die Ämterfusionen sei Ohrt ein Motor gewesen und geht als erster bevollmächtigter Amtsvorsteher des 2008 gegründeten Amtes Schlei-Ostsee in die Geschichte ein. Die Zusammenarbeit sei immer vertrauensvoll gewesen, wobei Ohrts Sternzeichen Waage Programm gewesen war. Bestrebt einen Ausgleich zu finden, war er kreativ, um am Ende oft doch die eigenen Vorstellungen umsetzen zu können. Auch im Namen von Godber Peters, seinerzeit Leitender Verwaltungsbeamter im Amt Windeby, wo Ohrt viele Jahre Amtsvorsteher war, dankte Bock für die persönliche Begleitung durch den Jubilar.

Er sei erst 100 Tage im Amt, Ohrt sei 10 000 Tage Bürgermeister gewesen, stellte Blaas ganz bescheiden fest. Und doch könne jetzt schon feststellen, welche Arbeit Ohrt leistete. Alles, was im Ort zu sehen sei, trage seine Handschrift. Dank seiner Weitsicht entstanden sechs Baugebiete, der Ort bekam mit Mehrzweckhalle, Gemeindetreff, Kindergarten und Feuerwehrgerätehaus ein lebendiges Zentrum. Hinzu kamen drei Baumaßnahmen an der Grundschule und jetzt ganz aktuell der Anbau im Kindergarten, den Ohrt noch angestoßen hatte. Auch wenn er die Politik raushalten wolle, könne er nicht umhin, die SPD und Ohrt zu loben, dass sie Ende der 70er-Jahre die Weichen für das heutige Barkelsby stellten. Danke sagte Blaas auch Gritt Ohrt, dass sie ihrem Mann so viele Jahre den Rücken freigehalten habe.

Ohrt selber dankte für die Ehrung und erinnerte kurz an das Jahr 1978. Damals hatte der Ort 1 Millionen D-Mark Schulden und Eckernförde stand kurz davor, die Gemeinde anzugliedern. Er startete daraufhin das Ohrtsche-Modell, damit der Ort wachsen könne und so auch mit dem nötigen Eigengewicht seine Selbstständigkeit ohne Schulden bewahren konnte – mit Erfolg. Wenn er jemanden in der Zeit auf die Zehen getreten sei, dann nicht mit Absicht. „Es hat mir immer viel Spaß gemacht“, sagte er , einzig eine Phase vor etwa zwei Jahren habe ihm schwer zu schaffen gemacht.

In vielen Gesprächen dankte er abends noch den Bürgermeistern von Gammelby, Marlies Thoms-Pfeffer, und Gerd Feige aus Loose für die nachbarschaftliche Zusammenarbeit. Vertreter aller Fraktionen, des DRK, des Sportvereins, des Kindergartens und viele weitere Gäste begleiteten die offizielle Verabschiedung des langjährigen Bürgermeisters in den kommunalpolitischen Ruhestand.

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