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Neues Markblatt : Damit nur die richtigen Bäume fallen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Kreis Rendsburg-Eckernförde veröffentlicht neues Merkblatt / Vollständige Anträge kosten Bürger künftig eine geringere Gebühr

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2015 | 06:37 Uhr

Nicht jeder Eigentümer darf Bäume auf dem eigenen Grund und Boden fällen – zumindest nicht ohne die Untere Naturschutzbehörde (UNB) vorher gefragt zu haben. Welche Regeln dafür gelten, erklärt die Behörde in einem neuen Merkblatt. Michael Wittl, Chef des Fachdienstes Umwelt, und UNB-Leiter Falk Hurrelmann sprachen mit sh:z-Redakteurin Katrin Schaupp darüber, was zu beachten ist.

Im September 2013 hat der Kreis das erste Merkblatt zum Baumschutz herausgegeben. Was waren die Gründe dafür?

Wittl: Wir wollten das Thema Baumschutz in geordnete Bahnen bringen und Transparenz schaffen. Es gelten hier verschiedene Gesetze, und es ist nicht ganz einfach, den Überblick zu bekommen, wenn man damit ansonsten nichts zu tun hat. Ziel war es, dem Bürger etwas an die Hand zu geben, an dem er sich orientieren kann.

An wen richtet sich das Merkblatt?

Wittl: Adressaten sind die Bürger, die einen Baum fällen wollen. Aber auch jene, die jede Baumfällung kritisch hinterfragen und denken, dass etwas Unrechtes geschehen könnte. Beide Seiten können sich mit dem Merkblatt über die geltenden Bestimmungen informieren.

Hurrelmann: „Wir wollen damit auch die beiden Mitarbeiterinnen, die für den Bereich zuständig sind, entlasten. Wir hoffen, dass viele Fragen, die derzeit einen großen Teil ihrer Arbeitszeit binden, dann schon in dem Merkblatt beantwortet werden.

Und warum gibt es nun schon eine Neuauflage?

Hurrelmann: Wir haben in den vergangenen beiden Jahren Erkenntnisse aus dem Umgang mit dem ersten Merkblatt gezogen. Es gibt Punkte, bei denen wir verstärkten Aufklärungsbedarf festgestellt haben.

Was also ist neu?

Wittl: Neu aufgeführt haben wir Informationen zur Gefahr durch umstürzende Bäume. Das war in den vergangenen Jahren vor allem nach Stürmen ein wichtiges Thema. Es gibt immer mal jemanden, der so eine Gelegenheit nutzt, um einen ungeliebten Baum loszuwerden. In dem Merkblatt steht nun genau, was zu tun ist, wenn die Panik ausbricht, aber auch, was man machen muss, wenn keine unmittelbare Gefahr besteht.

Hurrelmann: Da steht außerdem, dass die UNB auch bei einer angeblichen Gefahr durch umstürzende Bäume verpflichtet ist zu prüfen, ob die Fällung gerechtfertigt war. Wenn dem nicht so ist, gibt es ein Bußgeldverfahren und eine Ersatzpflanzung ist fällig. Es kann also niemand sagen, dass er das nicht gewusst hat. Ein schwankender Ast begründet eben noch keine Fällung.

Hat sich seit 2013 etwas für die Bürger geändert?

Wittl: Ja, gut vorbereitete Bürger werden künftig belohnt. Wer seinen Antrag mit vollständigen Unterlagen einreicht, zahlt künftig eine Gebühr von 87,50 Euro. Bisher lag sie bei 150 Euro. Damit wollen wir Anreize schaffen – und gleichzeitig den Mehraufwand für unsere Mitarbeiter senken, wenn sie Daten und Informationen hinterherlaufen müssen.

Hurrelmann: Wir rechnen mit der Einführung des neuen Landesnaturschutzgesetzes vor dem 1. März. Demnach gilt eine Schutzfrist vom 1. März bis zum 30. September. Das Merkblatt haben wir bereits entsprechend angepasst.

Was muss man beachten, wenn man einen Baum fällen möchte?

Hurrelmann: Für jeden Baum, der in einem Meter Höhe einen Umfang von mindestens zwei Metern hat oder der in einer Baumgruppe, einer Reihe oder einer Allee steht, muss man einen Antrag einreichen. Will man die Arbeiten innerhalb der Schutzfrist vornehmen, benötigt man außerdem ein Artenschutzgutachten. Der Antrag wird dann von uns geprüft. Je besser die Unterlagen sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass kein Ortstermin vereinbart werden muss. Der kostet nämlich zusätzlich Zeit und Geld. Ansonsten dauert die Bearbeitung zwischen zwei und drei Wochen.

Wittl: „Das sollte man übrigens unbedingt beachten. Wir haben viele Bürger, die kurz vor Beginn der Schutzfrist bei uns anrufen. Da sollte man schon ein wenig mit Augenmaß planen.

Und wo ist sowohl das neue Merkblatt als auch der entsprechende Antrag erhältlich?

Hurrelmann: Beides findet sich unter anderem auf der Internetseite des Kreises. Außerdem liegt das Merkblatt bald in den Ämtern aus. Sollte jemand zu beidem keinen Zugang haben, können wir es auch mit der Post verschicken. Das passende Format hat es jetzt nämlich.“

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