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Ereignis des Jahres : Dänisches Jahrestreffen trotzte Regen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Umzug und Festprogramm in der Sporthalle Rieseby / Sprache macht Minderheitenstatus deutlich

„Das dänische Jahrestreffen ist für die dänische Minderheit das wichtigste Ereignis des Jahres“, sagte Ilka Ruiz, Vorsitzende des SSW-Ortsverbands in Rieseby. Auch sie war zum Jahrestreffen der dänischen Minderheit in die Risby Skole gekommen, um gemeinsam mit den Kindern des dänischen Kindergartens und der Schule und ihren Familien diesen wichtigen Tag zu feiern.

Schulleiter Niels-Jørgen Hansen hatte zuvor bei strömenden Regen den traditionellen Umzug durch die Gemeinde gestartet. Dabei zeigten sich die rund 150 Mitglieder und Freunde der dänischen Minderheit ebenso wetterfest wie die Mitglieder des Spielmannszugs Barkelsby, die den Festzug tapfer durch den Regen anführten. Fahnenträger Enrique Ruiz lenkte den Zug allerdings auf einer abgekürzten Strecke in die Sporthalle der dänischen Schule, wo das anschließende Festprogramm anstand. Klitschnass aber absolut fröhlich und in Feierlaune nahmen die Großen und Kleinen in der Halle an den vorbereiteten Tischen Platz.

Schulleiter Hansen eröffnete die Veranstaltung und gab danach das Rednerpult frei für Wolfgang Dibbern, der als früherer Leiter der Jugendschule in Hoyer den Festvortrag hielt, nachdem alle zusammen die dänische Nationalhymne gesungen hatten. Immer wieder nahm Dibbern in seinem Vortrag Bezug auf das dänische Nationallied – das Bekenntnis zur Anmut des Landes und zur eigenen Liebe und Verbundenheit mit dem kleinen Land und seiner lieblichen Landschaft. Neben dieser Verbundenheit beschwor Wolfgang Dibbern aber auch die Stärken der Minderheiten allgemein. Ausdrücklich mahnte er zur politischen Solidarität auch mit Friesen oder der deutschen Minderheit in Nordschleswig – gemeinsam sei man stark und unübersehbar. Wesentliches Merkmal der Minderheiten sei sie Sprache. Sie verbinde die Menschen und mache ihren Minderheiten-Status deutlich sicht- und hörbar.

Dibbern unterstrich mit seiner Rede den Charakter des dänischen Nationaltags, der an drei Festtagen mit regionalen Schwerpunkten gefeiert wurde. Dabei geht es aber nicht nur darum, die Verbundenheit der Minderheit mit ihrem Mutterland Dänemark zu unterstreichen, sondern auch darum, sich als Minderheit der Mehrheitsbevölkerung zu zeigen, für Freundschaft und Akzeptanz zu werben. Feierten die Gruppen der Minderheiten am Freitag und Sonnabend an vielen verschiedenen Orten, waren sie alle am Sonntag eingeladen, in Husum, Schleswig und Flensburg zu den größten drei Veranstaltungen zusammenzukommen. „Früher war der Festakt sehr staatstragend und formell“, erzählte Ilka Ruiz am Rande der Eröffnungsveranstaltung in Rieseby. Heute lege man sehr viel Wert darauf, einen Ausgleich zwischen den formellen Anteilen und den Ereignissen für Familien und Kindern hinzu bekommen. Das gelang in Rieseby perfekt, den den Kleinsten wurde großer Raum eingeräumt. In verschiedenen Darbietungen im Singen, Tanzen und Musizieren konnten die Kinder der dänischen Bildungseinrichtungen zeigen, was sie lernen, was sie können und was sie lieben: Lebensfreude zeigen und alle damit anstecken. Aber auch für die Kinder wurde etwas geboten: ob auftritt eines Zauberers oder die frische Wurst vom Grill – der Tag der dänischen Minderheit in Rieseby war ein ein fröhliches Familienfest, das jedem Wetter trotzte.

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